Mit der Freigabe der „alten Messe“ tritt die Liturgiereform der katholischen Kirche in ein neues Stadium
Aktuelles:

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Die Risse im Beton werden breiter
3. Februar 2012
In den Vereinigten Staaten
Schon seit längerem hatte Bischof Edward Braxton von Belleville in Illinois ein Problem mit Pfarrer Rowe (73), der es gewohnt war bei den Messtexten zu „improvisieren“ - selbst innerhalb des Kanons. Auf eine (von mehreren) direkte Ermahnung des Bischofs im letzten Herbst reagierte der Pfarrer mit dem angesichts echten oder statistisch herbeigerechneten Priestermangels meist wirkungsvollen Druckmittel, seinen Amtsverzicht anzubieten.
Vor dem 1. Adventssonntag, an dem in der ganzen englischsprechenden Welt ein neues Missale mit einer neuen und wesentlich „liturgischeren“ Übersetzung in Kraft trat, erneuerte Bischof Braxton in einem öffentlichen Aufruf seine Ermahnung, die gültigen Texte der Liturgie einzuhalten - ohne Pfarrer Rowe zu einer Änderung seiner Gewohnheiten bewegen zu können: „So kann ich nicht beten“ hatte sich der hochwürdige Herr bei einer früheren Unterredung mit dem Bischof eingelassen.
Anfang dieser Woche hat Bischof Bischof Braxton das Rücktrittsgesuch von Pfarrer Rowe akzeptiert. Quelle
Im vereinigten Königreich
Seit Jahrzehnten betreuen die Benediktiner der Olivetanischen Kongregation die Pfarrei Cockfosters im nördlichen London. Sie bildeten dort mit ihrem größtenteils aus Holland importierten Personal eine Speerspitze der modernistischen Liturgiereform. Als erste Gemeinde in England führten sie schon vor dem 2. Weltkrieg die „Dialogmesse“ ein, in den 70er Jahren erwarben sie sich große Verdienste bei der Einführung der "folk Mass" mit Schlager- und Popmusik.
Wie Weihbischof John Arnold (gelegentlicher Zelebrant im überlieferten Ritus) von der Diözese Westminster jetzt zu seinem großen Bedauern mitteilen musste, können die Olivetaner ihren Konvent in Cockfosters nicht länger aufrechterhalten. Nachdem einer der beiden verbliebenen Patres wegen zunehmender Gebrechlichkeit seine Aufgaben nicht mehr wahrnehmen kann, wird der Orden den seit Jahrzehnten schrumpfenden Standort im Sommer aufgeben.Über die Berufung einer neuen Gemeinschaft nach Cockfosters oder die Zusammenlegung mit anderen Pfarreien ist noch nicht entschieden. Quelle
In Deutschland?
Seit die vier letzten Benediktiner das traditionsreiche Kloster Weingarten 2010 verlasen haben, ziehen sich die Verhandlungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart über eine Neubesiedlung dahin. Im letzten Jahr war die Priestergemeinschaft Sankt Martin aus Frankreich ins Gespräch gebracht worden - das ist eine stark wachsende Gruppierung mit derzeit siebzig Priestern und Diakonen sowie 50 Seminaristen, darunter auch zwei aus Deutschland. Nachdem bekannt geworden ist, daß die Gemeinschaft zwar den Novus Ordo zelebriert, aber die lateinische Sprache vorzieht, geht das Bistum auf Abstand. Wie Weihbischof Renz der Lokalpresse mitteilte, fasst man nun eine 10-jährige „Findungsphase“ ins Auge. Eine neue Gemeinschaft in Weingarten müsste sich den hiesigen Gepflogenheiten anpassen, betont der Weihbischof: „Wir müssen ihnen unsere Art, wie wir uns Kirche vorstellen, zeigen.“ Quelle
10 Jahre Bedenkzeit - nicht schlecht. Dann steht auch Weihbischof Renz (Jahrgang 57) im bürgerlichen Rentenalter, und Diözesanbischof Fürst (Jahrgang 48) wird dem Papst seinen Rücktritt anbieten.

König Henrich VIII.
Heinrich VIII. - ein weiterer „gemeinsamer Lehrer“?
2. Februar 2012
Sieht man einmal von den 15 Zeilen diplomatischer Freundlichkeiten ab, deren sich das 2. Vaticanum in „Nostra Aetate“ zum Judentum befleißigte, tut sich die Kirche der letzten 50 Jahre schwer mit der Nachfolge des alten Bundes und ihrem jüdischen Erbe insgesamt. Das Fest der Beschneidung des Herrn am 8. Tag nach Weihnachten - unverkennbar ein Herrenfest jüdischer Tradition - wurde zum Hochfest der Gottesmutter Maria umgewidmet - eine Peinlichkeit weniger, möchte man unterstellen. Umgekehrt mit dem Fest der Reinigung Mariens am 2. Februar, das ebenfalls auf einer Terminvorgabe des Mosaischen Gestzes beruhte: Dieser Festtag, nach seinen Wurzeln untrennbar mit der Person der Gottesmutter aus dem Volk Israel verbunden, wurde zum Herrenfest erklärt. Öfter mal was Neues, Hauptsache anders.
Der Kommentar des Internet-Schotts von Kloster Beuron schreibt dazu:
Das Fest am 40. Tag nach der Geburt des Herrn wurde in Jerusalem mindestens seit Anfang des 5. Jahrhunderts gefeiert; es wurde „mit gleicher Freude wie Ostern begangen“ (Bericht der Pilgerin Aetheria). In Rom wurde es um 650 eingeführt. Der Festinhalt ist vom Evangelium her gegeben (Lk 2, 22-40). Im Osten wurde es als „Fest der Begegnung des Herrn“ verstanden: der Messias kommt in seinen Tempel und begegnet dem Gottesvolk des Alten Bundes, vertreten durch Simeon und Hanna. Im Westen wurde es mehr ein Marienfest: „Reinigung Marias“ nach dem jüdischen Gesetz (Lev 12). Kerzenweihe und Lichterprozession kamen erst später hinzu. Seit der Liturgiereform von 1960 wird „Mariä Lichtmess“ auch in der römischen Kirche wieder als Fest des Herrn gefeiert: Fest der „Darstellung des Herrn“. Quelle
So leicht kann man ein ganzes Jahrtausend aus dem Gedächtnis streichen - Heribert Illig, der uns bloß drei Jahunderte unterschlagen will, muss vor Neid erblassen. Dabei ist es mehr als ungewiss, daß das Fest des 40. Tages im Westen jemals anders als ein Fest Mariens der Mutter des Herrn begangen worden wäre. Das „wieder“ im letzten Satz aus dem Schott-Kommentar ist reine Behauptung, während wir das Datum 1960 wohl eher als Tippfehler ansehen dürfen.
Ganz und gar nicht ungewiss ist dagegen der reformatorische Hintergrund der Eliminierung der Gottesmutter aus dem Fest am Reinigungstag. Der englische König Heinrich VIII. verfügte 1539:
Am Lichtmess-Tag soll man verkündigen, daß daß die Kerzenprozession zum Gedächtnis Christi erfolgt, des geistigen Lichtes, das Simeon prophezeite, so wie es im Evangelium dieses Tages vorgelesen wird.
Die moderne Form des Kerzensegens greift unmittelbar auf diesen Erlass des englischen Schismatikers zurück und intoniert
Gott, du Quell und Ursprung allen Lichtes, du hast am heutigen Tag dem greisen Simeon Christus geoffenbart als das Licht zur Erleuchtung der Heiden."
So wählt sich ein jeder die Tradition, die zu ihm passt.

Bischof Mario Oliveri
Bischof Oliveri von Albenga-Imperia ermahnt seinen Klerus zur Umsetzung von Summorum Pontificum
31. Januar 2012
Bischof Mario Oliveri von Albenga-Imperia setzt sich sehr dafür ein, die Liturgie nach den geltenden Vorschriften und im Geist der Tradition zu feiern. Er zelebriert auch selbst zu gegebenen Anlässen die Messe in der überlieferten Form und setzt Gemeinschaften, die dieser Tradition verpflichtet sind, für verschiedene Aufgaben in seiner Diözese ein. In einem sehr ernsten Schreiben hat er sich jetzt an die Priester seiner Diözese gewandt, die entgegen dem gelten Gesetz der Kirche und im Widerspruch zum Willen des Papstes und dem Auftrag des Diözesanbischofs die Feier der überlieferten Liturgie ablehnen und behindern:
Mit einem Gefühl von Bitterkeit habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, daß viele von Euch die Möglichkeit zur Feier der hl. Messe in der „außerordentlichen Form“ nach den Büchern von 1962, die Papst Benedikt XVI. den Gläubigen in seinem Motu-Proprio Summorum Pontificum gegeben hat, nicht mit der richtigen Einstellung aufgenommen haben.
Auf den „Drei Tagen für Kleriker“ im September 2007 habe ich klar und mit Nachdruck auf die wahre Bedeutung des Motu Proprio hingewiesen und erklärt, wie wir es verstehen und im Geist der Offenheit gegenüber seinem lehrmäßigen Gehalt aufnehmen und in bereitwilligem Gehorsam umsetzen sollten. Als Bischof habe ich dabei von meiner Autorität Gebrauch gemacht, die überdies in voller Übereinstimmung mit einem feierlichen Gesetzesakt des Obersten Pontifex steht. Ich habe mich dabei auf die theologische Begründung der Natur der göttlichen Liturgie und die Unwandelbarkeit ihres übernatürlichen Gehaltes gestützt und hatte darüberhinaus auch ganz praktisch und konkret das Wohl der Kirche im Auge.
Die ablehnenden Reaktionen auf das Motu Proprio und die theologischen wie praktischen Vorgaben des Bischofs beruhen in den meisten Fällen auf emotionalen und theologisch oberflächlichen Argumenten, also einer unzureichenden und kurzsichtigen „theologischen"“ Denkweise, die nicht der wahren Natur des Glaubens und des sakramentalen Lebens der Kirche gerecht wird. Diese kann sich nicht auf die zeitlose Tradition der Kirche stützen und statt dessen richtet sie sich auf Randerscheinungen oder fasst jedenfalls nicht das ganze Bild ins Auge. Nicht ohne Grund hatte ich auf den erwähnten „Drei Tagen“ den praktischen Richtlinien und Anleitungen eine lehrmäßige Darstellung des „Unveränderlichen Wesensgehaltes der Liturgie“ vorangestellt.
Wie ich erfahren mußte, haben an einigen Orten Priester und Pfarrer Gläubige, die darum baten, von der Möglichkeit des Motu-Proprio und ihrem Recht zur Feier der Messe in der außerordentlichen Form Gebrauch zu machen, nachgerade lächerlich gemacht; Mitbrüdern im Priesteramt, die die Anfragen der Gläubigen verständnisvoll und bereitwillig aufgenommen haben, wurde Verachtung und fast schon Feindseligkeit entgegengebracht.
Ich bitte Euch, daß Ihr alle Haltungen ablegt, die nicht der kirchlichen Gemeinschaft, dem Kirchenrecht und dem bereitwilligen Gehorsam entsprechen, der feierlichen Akten des Lehramtes und des Kirchenregiments gebührt. Ich bin überzeugt, daß diese Bitte im Geist des Respekts und des Gehorsams aufgenommen wird. (...)
Den vollständigen Text in Italienisch bietet die Website der Diözese Albenga-Imperia, eine Teilübersetzung ins Englische, die wir bei unserer Version mit ausgewertet haben, bringt The New Liturgical Movement.
Der Befund des vorletzten hier wiedergegebenen Absatzes trifft unseres Wissens auch für die Mehrzahl der deutschen Diözesen zu. Ihre Bischöfe sind aufgefordert, dem geltenden Recht der Kirche und dem Willen des Papstes ebenso klaren Ausdruck zu verleihen wie der Bischof von Albenga-Imperia.

Kardinal Kurt Koch
S.E. Kurt Kardinal Koch verlangt eine „Reform der Reform“
30. Januar 2012
Erhebliches Aufsehen auch auf internationaler Ebene erregte eine Rede von Kardinal Kurt Koch am vergangenen Wochenende auf einer Tagung der Papst Benedikt XVI.-Stiftung in Freiburg. Die Wiederzulassung der alten lateinischen Messe sei „nur ein erster Schritt“, wird der Kardinal zitiert, für weitere Schritte sei die Zeit jedoch „derzeit wohl nicht reif“. Gerade in Deutschland, so der Kardinal weiter, seien liturgische Fragen ideologisch behaftet. Rom könne erst weiter tätig werden, wenn es unter den Katholiken die Bereitschaft gebe, über neue Liturgieformen „im Dienst der Kirche“ nachzudenken.
Ausdrücklich wandte sich der Kardinal gegen den Vorwurf, wonach Benedikt XVI. in der Liturgiefrage hinter das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) zurückwolle: „Unter diesen Unterstellungen leidet der Papst.“ Es sei im Gegenteil ein Anliegen von Benedikt XVI., bis heute nicht umgesetzte Aussagen des Konzils zur Liturgie aufzugreifen. Nicht alles, was heute liturgische Praxis sei, könne durch Konzilstexte begründet werden. So sei beispielsweise nirgends die Rede davon, dass der Priester sich bei der Eucharistiefeier den Gottesdienstteilnehmern zuwende. Weitere Reformen der Liturgie seien für eine innere Erneuerung der Kirche unerläßlich: „Wenn nämlich die Krise des kirchlichen Lebens heute in erster Linie eine Krise der Liturgie ist, dann muss auch eine Erneuerung der Kirche heute mit der Erneuerung der Liturgie ansetzen.“
KNA und darauf gestützt Radio Vatikan haben bisher nur diese wenigen Bruchstücke und nicht-wörtlichen Wiedergaben aus der Rede des Kardinals veröffentlicht, wir hoffen, in den nächsten Tagen noch zuverlässigere Informationen zu erhalten.
Vorbildliches aus den Vereinigten Staaten
28. Januar 2012
In ungewöhnlich deutlichen Worten haben viele amerikanischen Bischöfe in Übereinstimmung mit ihrer Bischofskonferenz in den vergangenen Woche geplante Vorhaben der US-Regierung verurteilt. Von einem „beispiellosen Eingriff in die Glaubensfreiheit“ spricht der New Yorker Kardinal Dolan, Bischof Sample von Marquette kündigt an: „Wir können und wir werden uns diesem ungerechten Gesetz nicht unterwerfen“. Bischof Vasa von Santa Rosa in Kalifornien spricht angeblichen Katholiken, die die Gesetzgebungspläne des Präsidenten unterstützen, das Recht ab, öffentliche Ämter zu bekleiden. Selbst der ehemalige Erzbischof von San Francisco, der in vielem überaus liberale und zeitgeist-geneigte Cardinal Roger Mahoney, wendet sich gegen den Versuch der Regierung, das Gewissen der Bürger dem Gesetz zu unterwerfen: „Wir richten uns nach unseren moralischen Prinzipien und des Erbes der Jahrhunderte und nicht nach dem, was eine Regierungsbehörde verfügt“. Die Liste ließe sich verdoppeln und verdreifachen.
Streitgegenstand ist die von der Obama-Regierung angekündigte „Reform“ des Gesundheitssystems, die alle Einrichtungen des Gesundheitswesens, aber auch Arbeitgeber beim Abschluss von Krankenversicherungen für ihre Angestellten (das ist in den USA bisher nach Umfang und Aufwand frei verhandelbar) dazu verpflichtet, Medikamente zur Empfängnisverhütung und Eingriffe zu Abtreibungen zu versichern, zu vertreiben oder durchzuführen.
Bisherige „Gewissensklauseln“, die konfessionelle Krankenhäuser davon befreiten, Abtreibungen durchzuführen, katholischen Apothekern ermöglichten, „die Pille“ nicht im Sortiment zu haben, oder Betrieben gläubiger Eigentümer erlaubten, in ihren „health planes“ keine derartigen Leistungen zu versichern, werden aufgehoben. Nur noch eine Ausnahme soll es geben: Einrichtungen, die ausschließlich katholisches Personal beschäftigen und ihre Leistungen ausschließlich Katholiken anbieten, dürfen sich weiterhin auf eine „Gewissensklausel“ berufen. Überall sonst sollen die neuen Vorgaben in spätestens umgesetzt werden, andernfalls drohen härteste Sanktionen – im Normalfall der Verlust der „Betriebserlaubnis“.
Bischof Zubik von Pitsburgh hat den Inhalt der Gesetzgebung in einem starken Wort zutreffend zusammengefasst: Sie sagen uns Katholiken: Geht zur Hölle. Zur Hölle mit eurem religiösen Glauben, zur Hölle mit der religiösen Freiheit, zur Hölle mit der Freiheit des Gewissens.
Die Situation in den USA und in Deutschland ist in vielem nicht vergleichbar – nicht zuletzt deshalb, weil das, was in Amerika erst durchgesetzt werden soll, in Deutschland gesetzlich oder praktisch längst Realität ist.
Realität werden konnte, ohne daß von der deutschen Bischofskonferenz und ihrem doch um keine politisch korrekte Stellungnahme verlegenen Sekretariat auch nur eine schwache Erinnerung zu hören gewesen wäre an das, was in den USA auch da, wo es eine Zeit lang vergessen gewesen sein mag, gerade wieder entdeckt wird: Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Photomontage
Vorbildliches aus den Niederlanden
26. Januar 2012
Der im niederländischen Bistum Roermond tätige Kirchenrechtler Gero P. Weishaupt hat dieser Tage auf kathnews.de eine bemerkenswerte Information veröffentlicht. Danach hat der Erzbischof von Utrecht, Msgr. Wim Eijck, einem Pastoralreferenten des Erzbistums Utrecht die Missio Canonica entzogen. Grund: Der Pastoralreferent hatte nach Medienangaben im November 2011 eine Homilie in einer Messfeier gehalten. Das ist nach dem Kirchenrecht (can 767 § 2) unzulässig – ein Verbot, das im Jahr 2004 in der Instruktion „Redemptionis Sacramentum“ noch einmal ausdrücklich eingeschärft wurde.
Der gemeldete Entzug der Missio ist nach Weishaupt nicht der einzige Fall, in dem niederländische Bischöfe in den letzten Monaten das geltende Recht in ungewohnter Weise angewandt haben. Im Bistum ’s Hertogenbosch wurde ein Priester wegen Konkubinates suspendiert, ein anderer wegen Mitgliedschaft in einer schismatischen Gemeinschaft, die die Unfehlbarkeit des Papstes leugnet und das Priestertum der Frau fördert, exkommuniziert. Die Laisierung wurde eingeleitet.
Ihre besondere Brisanz gewinnen solche Nachrichten vor dem Hintergrund der Entwicklung in Österreich, wo die Bischöfe gegenüber den Forderungen der „Pfarrerinitiative“ nach Laienpredigt, Zölibatsaufhebung und Frauenordination in tatenloses Schamschweigen verfallen sind. Nicht ohne Grund, fordern die Ungehorsamspfarrer doch nicht mehr als die öffentliche Anerkennung dessen, was ihnen die Mehrzahl der österreichischen Bischöfe seit Jahrzehnten stillschweigend zugestanden, oft sogar nahegelegt hat.
In den Niederlanden hat man dieses Stadium schon hinter sich. Unter Kardinal Alfrink, von 1955 bis 1975 Erzbischof von Utrecht, wurden bereits in der Vorkonzilszeit Glaube und Disziplin der Kirche in einer Weise abgerissen, wie wohl nirgendwo sonst. Nach dem Konzil sahen sich die Holländer an der Spitze der Bewegung zur Umsetzung des „Konzilsgeistes“. Die Bewegung war so erfolgreich, daß in den 80er Jahren von der katholischen Kirche der Niederlande nur noch kümmerliche Ruinen übrig waren.
Mit tätiger Unterstützung von Papst Johannes Paul II., der sich in vilen Fällen erfolgreich weigerte, Testamentsvollstrecker aus der Alfrink-Truppe zu Bischöfen zu erheben, wurden die Grundlagen für den Wiederaufbau gelegt. Pünktlich zum 50. Jahrestag des Konzilsbeginns fangen die Bischöfe nun an, die faulen Früchte der Nachkonzilszeit wieder einzusammeln. Sie beschränken sich nicht nur, wie man das in Deutschland gerne hätte, auf die Aufklärung der seinerzeit überbordenden Missbrauchsfälle, sondern gehen auch an die tieferen Ursachen des Zerfalls: Die Zerstörung der Grundlagen von Glauben und Recht der Kirche.

Statuette Karls auf dem Szepter des französischen Königs Charles V. Bild: Wikimedia
28. Januar:
Karlsmesse in Aachen
24. Januar 2012
Jedes Jahr feiern die Stadt und das Bistum Aachen am 28. Januar das Fest Karls des Großen, für den es sogar ein eigenes Messformular gibt. Am kommenden Samstag wird daher aus diesem Anlass in der Pfarrkirche St. Gertrud die übliche Samstags- Messe in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus um 9.00 Uhr als Karlsmesse „In virtute tua” gefeiert.
Zuvor um 8.15 Uhr wird die Laudes aus dem Karlsoffizium „Regali natus” singend gebetet. Ausführende sind die Aachener „Schola Carolina” unter Leitung von Dr. Michael Tunger.

P. Franz Prosinger, FSSP
Verfälscht der Römische Kanon das Testament des Herrn?
23. Januar 2012
Die Auseinandersetzung um den römischen Kanon ist Herzstück des seit Jahrzehnten währenden Streites um die Liturgie. Es ist in Wirklichkeit ein Streit darum, ob wir katholisch bleiben wollen, so wie die Kirche seit ihrer Gründung im Abendmahlsaal und auf Golgotha Christi Kirche war – oder ob wir uns einer selbstgemachten Theologenreligion anschließen wollen, die nur noch das für wahr hält, was ihr bescheidenes Begriffsvermögen zu rationalisieren vermag. P. Franz Prosinger von der Petrusbruderschaft hat sich dazu mit der Absage an die Opfertheologie auseinandergesetzt, wie sie – in der Nachfolge des „gemeinsamen Lehrers Martin Luther“ (Kardinal Lehmann) – seit Jahrzehnten von der deutschen Universitätstheologie propagierten wird. Konkreter Anlass ist ein Artikel des Kirchenhistorikers Arnold Angenendt, der im vergangenen Oktober im Hausblatt der deutschen Abbruch-Theologie, den „Stimmen der Zeit“ , veröffentlicht wurde. Wir zitieren aus dem Aufsatz Prosingers einige Ausschnitte, die keinesfalls die Lektüre des ganzen Textes auf kath.info vom 22. Januar ersetzen können.
Prof. Arnold Angenendt Foto: rpo
Arnold Angenedt ist es zu verdanken, den entscheidenden Punkt im Streit um die Liturgiereform bzw. die ordentliche und die außerordentliche Form der Römischen Liturgie angesprochen zu haben: (...) Vollziehen wir das, was uns der Herr aufgetragen hat? Erfüllen wir sein Testament? Kann sich die Kirche in ihrem zentralen Tun, in der Quelle und dem Höhepunkt ihres Lebens, im Herzstück ihrer Existenz sicher sein?
Nach Angenendt wurde „Jesu Erinnerungsauftrag... nicht als Opfern verstanden, sondern als Aufforderung, so wie einstmals Jesus im Abendmahlssaal nun ebenso Brot und Wein zu nehmen und um den Segen zu bitten“. Dagegen habe das römische Hochgebet eine völlig neue Ausrichtung. Mit der Wandlungsbitte beginne die Idee, es werde Gott-Vater der Leib und das Blut seines Sohnes geopfert. Es habe eine „Umdeutung zum Opfer“ stattgefunden: die Gaben werden nun von Menschen in einem Opferakt Gott dargebracht. (…)
Wie der Bonner Liturgiewissenschaftler A. Gerhards sieht auch Angenendt das „Klerikale `opfern für´“ als Fehlentwicklung einer neuen sazerdotalen Spiritualität der frühkarolingischen Zeit: als ob nun nur noch der zelebrierende Priester anstelle der versammelten Gläubigen das Opfer darbringen würde. Kritisiert wird das pro quibus tibi offerrimus (für die wir opfern) im zweiten Gebet des Römischen Kanons – unterschlagen wird, daß es gleich anschließend heißt: vel qui tibi offerunt (oder die Dir opfern): man wußte also doch schon immer, daß jeder Getaufte mit-opfern kann, auch für andere (pro se suisque omnibus). Angeblich war in „Mediator Dei“ die Wiederentdeckung des allgemeinen Priestertums der Gläubigen „eine kleine Revolution“. Dagegen bedeutete schon immer „mein und euer Opfer“ im Römischen Meßbuch ein- und dasselbe durch die Kirche dargebrachte Opfer Christi, dargebracht durch alle Getauften in ihrem allgemeinen Priestertum, durch den geweihten Priester aber auch speziell in der Repräsentation des Hauptes, nämlich Christus. Dieses „sowohl - als auch“ ist kein „entweder - oder“. Nach Angenendt aber gilt: „Wer also den römischen Kanon betet, verstößt schon gegen "Mediator Dei", erst recht gegen die Gottesvolk-Theologie des Zweiten Vatikanums“.
Statt Prosingers Argumentation zur Bekräftigung des in Trient festgeschriebenen Verständnisses vom Messopfer zu wiederholen, die viele unserer Leser vermutlich auch selbst entwickeln könnten, wollen wir hier einen weiterführenden Aspekt aus seinem Artikel hervorheben:
Man kann zwar durch eingehende Untersuchungen der Konzilstexte und der Einleitung zum Novus Ordo Missae von 1969 nachweisen, daß auch dort die Aussagen des Konzils von Trient zum Meßopfer vorausgesetzt sind und gelten [6], aber das ersetzt nicht eine autoritative Klärung durch die Kirche. Zudem sind in halb-offiziellen Texten immer wieder Verunsicherungen festzustellen. So lautet die korrekte Frage im Katechismus der katholischen Kirche in Nr. 1328 „Wie wird dieses Sakrament genannt?“ im Youcat Nr. 212: „Welche Namen gibt es für das Mahl Jesu mit uns, und was bedeuten sie?“ – so als ob es sich im wesentlichen um ein Mahl handelte und die verschiedenen Namen zusätzliche Aspekte bezeichnen würden (…)
Im Prinzip ist in dieser entscheidenden Frage alles geklärt – in der Praxis nähren selbst höchste Vertreter des Lehramtes immer wieder Zweifel und haben es so dahin kommen lassen, daß die Stimme des Lehramtes nur noch eine und dazu ziemlich dünne Stimme im missklingenden Chor der Beliebigkeiten darstellt. Es geht nicht darum, Bücher zu verbieten oder Professoren abzusetzen. Es geht um Klarheit. Ein Lehramt, das vor autoritativen Erklärungen zurückschreckt, schafft sich selbst ab.

Messfeier des Neokatechumenats im Abendmahlssaal von Jerusalem
Zur Approbation der liturgischen und außerliturgischen Feiern des Neokatechumenats
21. Januar 2012
Die gestern erfolgte Approbation der „liturgischen Feiern“ des Neokatechumenates durch den Vatikan erbrachte keine Überraschungen gegenüber dem bereits vorher bekannten und hier am 13. und 15. Januar besprochenen Stand. Die Approbation bezieht sich auf den in den Genehmigungsverfahren der letzten Jahre erreichten Status und verpflichtet die Gruppen des „Weges“ auf die Einhaltung der (allzu weit gefassten) liturgischen Vorgaben des Novus Ordo. Gleichzeitig warnte der Papst die Gruppen noch einmal ausdrücklich davor, sich vom allgemeinen Gemeindeleben abzuschließen.
Trotz dieses wenig sensationellen Charakters führte die Approbation in einigen Bereichen des Internets zu kontroversen und überaus aufgeregten Debatten. Auf dem von uns sonst durchaus geschätzten Blog „Rorate Cæli“ gab es innerhalb weniger Stunden mehr als 120 Wortmeldungen, in denen in zum Teil hysterischen Tönen eine angebliche Kapitulation des Papstes vor den finstersten Kräften der liturgischen Zerstörung beklagt und der Beweis dafür gesucht wurde, daß die Piusbruderschaft sich nie und nimmer dem vom wahren Glauben abgefallenen Rom wieder anschließen dürfe.
Eine besonnenere Position vertrat Fr. Zuhlsdorf, der darauf aufmerksam machte, daß die Approbation einen deutlichen Unterschied mache zwischen „liturgischen Feiern“, bei denen die Gruppen des „Weges“ sich bis auf wenige genau umschriebene Ausnahmen an die üblichen (und in weiten Teilen der Kirche üblicherweise nicht eingehaltenen) Regeln zu halten haben und „nicht im engeren Sinne liturgischen Feiern“ – also Andachten und Wortgottesdiensten – die die Neokatechumenen wie alle anderen Gruppen und Pfarreien in dem wesentlich weiter gezogenen Rahmen des Kirchenrechtes frei gestalten können. Auch die dabei geübte Praxis wurde jetzt approbiert.
Eine wie allzuoft höchst zweifelhafte Rolle übernahm die deutsche Redaktion von Radio Vatikan, die in einem „Hintergrundbericht“ behauptete:
Der Neokatechumenale Weg vermeidet den Begriff der Heiligen Messe und des Opfergedankens, die eucharistische Liturgie soll dem urchristlichen Feiern wieder näher kommen.
Die Liturgien richten sich am Wegcharakter der Bewegung aus, nicht alle Liturgien sind für alle Stufen des Prozesses gedacht. Sie sollen die Gemeinde durch ihre Riten in ihrem Prozess begleiten.
Der Neokatechumenale Weg will durch diese Weg-Methode den Nöten des modernen Menschen entsprechen. Es entstehen strukturierte und von Laien geleitete Gruppen, in denen Kirche und Geschwisterlichkeit erfahren werden. Glaube und soziale Beziehungen fallen so zusammen und stützen einander.
Der erste Absatz enthält eine mit Blick auf die Gesamttheologie des „Weges“ nicht haltbare Unterstellung und suggeriert, daß eine Theologie, die den Opfercharakter der Messe verwirft, die päpstliche Approbation erhalten habe. Der letzte Absatz macht deutlich, daß die Redaktion damit Wasser auf die Mühlen der deutschen Nationalkirchler leiten will. Auch hier also nichts Neues.
Nach wie vor bleiben viele Zweifel an der Angemessenheit der nun approbierten liturgischen Gewohnheiten und allgemeinen Vorgehensweisen des Neokatechumenats bestehen. Es gibt aber keinen Grund, sich den von überaus durchsichtigen Interessen geleiteten Übertreibungen bei der Darstellung dieser Praktiken anzuschließen.

Roberto de Mattei
„Der überlieferte Ritus ist die Zukunft“
20. Januar 2012
Roberto de Mattei, Autor der aufsehenerregenden „Ungeschriebenen Geschichte des II. Vatikanischen Konzils“, hat Armin Schwibach ein ausführliches Interview gegeben, in dem er seine Einsichten zur aktuellen Situation der Kirche und ihrer weiteren Entwicklung darlegt. Wir zitieren daraus den Abschnitt zur Liturgie:
Frage:Worin sehen Sie die Bedeutung der seit dem Motu proprio „Summorum Pontificum“ wieder mit vollem Heimatrecht in der Kirche ausgestatteten Liturgie der außerordentlichen Form des Römischen Ritus? Handelt es sich wirklich „um einen zweifachen Usus ein und desselben Ritus“ (vgl. Benedikt XVI., Schreiben anlässlich der Publikation des Motu proprio „Summorum Pontificum“, 7. Juli 2007) oder muss die heute „ordentliche Form“ als „Übergang“ zu jenen Ursprüngen gesehen werden, in denen die Zukunft liegt?
de Mattei:Das Heilige Opfer ist gewiss ein einziges, doch der „Novus Ordo“ Pauls VI. ist, wie mir scheint, sowohl im Geist als auch in der Form zutiefst verschieden vom alten Römischen Ritus. In letzterem sehe ich nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft der Kirche. Die traditionelle Liturgie bildet in der Tat die wirksamste Antwort auf die Herausforderung des laizistischen Säkularismus, der uns angreift.
Benedikt XVI. hat dem alten Römischen Ritus volles Bürgerrecht zurückerstattet. Ich bin sicher, dass dieser in der Kirche und in der Gesellschaft zu neuer Entwicklung und neuem Glanz gelangen wird. Die „Reform der Reform“, von der die Rede ist, hat Sinn und Wert nur als „Übergang“ des „Novus Ordo“ hin zum traditionellen Ritus und nicht als Vorwand zur Aufgabe des letzteren, der in seiner Unversehrtheit und Reinheit bewahrt werden muss.
Das Grundproblem scheint mir darin zu bestehen, eine theologische und ekklesiologische Sicht zurückzugewinnen, die in der Dimension des Transzendenten und des „Sacrum“ gründet. Das bedeutet, dass es notwendig ist, die Grundprinzipien der katholischen Theologie zurückzuerobern, angefangen bei einer exakten Konzeption des Heiligen Messopfers.
Darüber hinaus ist es notwendig, dass die Idee des Opfers die Gesellschaft in der heute weitgehend aufgegebenen Form des Geistes für das Opfer und die Buße durchdringt. Das und nichts anderes ist die „Erfahrung des Sacrum“, deren unsere Gesellschaft dringlich bedarf. Ohne sie ist es schwer, sich eine Rückkehr zur authentischen Liturgie vorzustellen, in deren Mittelpunkt die dem einzig wahren Gott gebührende Anbetung steht.
Den vollständigen Text des Interviews können sie hier auf kath.net nachlesen.
Zwischen Kaiser Konstantin
und Pater Brown
19. Januar 2012
Für viele selbsternannte Reformer und Reformatoren hat alles Elend in Kirche und Liturgie mit Kaiser Konstantin angefangen, der das Christentum aus der, wie sie wohl annehmen, wohligen Wärme der Katakomben herausführte und mitten in die Welt holte. Eine merkwürdige Kritik aus dem Munde von Leuten, die als missratene Erben jener großen Öffnung zur Welt ihr Gehalt aus der staatlich eingezogenen Kirchensteuer beziehen oder von Lehrstühlen an Staatsuniversitäten aus Verweltlichung und Glaubenszerstörung vorantreiben.
Das Vatican-Magazin widmet „Konstantin dem Großen“ in der ersten Nummer dieses vom 50. Jahrestag der Konzilseröffnung überschatteten Jahres eine Titelgeschichte. Besonders lesenswert fanden wir außerdem den „Kriminaltango“ von Pfarrer Dr. Guido Rodheudt, der unter Assistenz von Krimipater Brown und Fernsehpfarrer Braun der Frage nachgeht: Ist die deutsche Nationalkirche noch katholisch?
„Eher nicht“ ist das Ergebnis seiner Ermittlungen, das man auch im Internet nachlesen kann.
Was dem einen oder anderen unserer Leser ja vielleicht den Anstoß vermittelt, das Magazin zu abbonieren; es lohnt sich.
Priesterweihe in Campos am 18. 12. 2011Mehr Bilder
10 Jahre
Apostolische Administratur
für den alten Ritus in Campos
18. Januar 2012
Am 18 Januar 2002 veröffentlichte der Vatikan das Handschreiben Papst Paul II. vom 25 Dezember des Vorjahres, in dem er der „Priesterlichen Gemeinschaft des hl. Johannes Maria Vianney“ die Errichtung einer Apostolischen Administratur für die Gläubigen ankündigte, die sich der überlieferten Liturgie und Lehre der Kirche verbunden sehen. Am gleichen Tage erließ die Bischofskongregation das Dekret Animarum Bonum, das die Apostolische Administratur vom hl. Johannes Maria Vianney kirchenrechtlich errichtete.
Seitdem besteht am Bischofssitz der Diözese Campos, aber in ihrer Tätigkeit nicht auf diese beschränkt, neben der Diözesanverwaltung eine dieser nicht untergeordnete Administratur (Website) für den alten Ritus mit eigenem Klerus und eigener (angesichts begrenzter Mittel: bescheidener) Verwaltung. Diese Konstruktion erscheint in vielem als Vorbild für die Ordinariate für Gläubige aus den anglikanischen Gemeinschaften, wie sie vor einem Jahr in England und Anfang dieses Jahres in den Vereinigten Staaten errichtet wurden.
Rorate Cæli veröffentlicht heute den Text des Handschreibens von Papst Johannes Paul vom 18. 1. 2002. Die Leserzuschriften dort enthalten weitere wertvolle Sachinformationen zur Rechtslage und Praxis in Campos.
Bischof Konrad Zdarsa
Bischof Zdarsa von Augsburg
bei der „Alten Messe“
17. Januar 2012
Am 17. Januar, dem 2. Sonntag nach Erscheinung, hat der Augsburger Bischof Dr. Konrad Zdarsa an der Sonntagsmesse in der überlieferten Liturgie in der St. Margarethen-Kirche teilgenommen. In dieser Kirche zelebriert allsonntäglich ein Priester der Petrusbruderschaft für die Gläubigen, die sich der überlieferten Liturgie verbunden fühlen.
In seiner Predigt betonte der Bischof - unter anderem - die Bedeutung des Weihepriestertums und unterstrich den Gedanken der Epistel, daß jeder nach seiner ihm eigenen Berufung handeln solle. „Niemand soll sich anmaßen, was eigentlich die Berufung eines anderen Menschen ist – aus Gnade wohlgemerkt und nicht aus eigenem Verdienst.“.
Einen ausführlicheren kommentierenden Bericht lesen Sie im Tagebuch von Alexander Kissler.
Msgr. Agostini in Ausübung seines Amtes
Die römische Kunst
der kleinen Schritte?
16. Januar 2012
Auf dem Informationsportal Riposte catholique fanden wir heute eine Meldung, die wir hier ohne weiteren Kommentar übersetzen:
Msgr. Marco Agostini, Mitarbeiter des Staatssekretariats und seit Juni 2009 einer der Zeremoniare des Papstes, hat am Sonntag den 15. Januar in der römischen Kirche Santissima Trinità dei Pellegrini die Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus zelebriert. Das ist unseres Wissens das erste Mal, daß einer der Zeremoniare des Papstes öffentlich die überlieferte Liturgie der Kirche zelebriert.
Erinnern wir uns, daß Santissima Trinità dei Pellegrini die vom Heiligen Vater selbst eingerichtete Personalpfarrei für die Feier der außerordentlichen Form ist. Sie ist der Pertrusbruderschaft zugewiesen, deren Angehöriger Don Almiro de Andrade seinerseits Mitarbeiter der Komission Ecclesia Dei ist.
Das Auftreten von Msgr. Agostini in Santissima Trinità dei Pellegrini könnte als Generalprobe vor einer öffentlichen Zelebration der außerordentlichen Form durch den päpstlichen Zeremonienmeister Msgr Guido Marini dienen. Und vno da aus könnte man auf die Möglichkeit einer Feier der überlieferten Liturgie durch den Pontifex Maximus selbst schließen.
Es versteht sich von selbst, daß das nicht mehr als Spekulationen einiger römischer Beobachter sind...
Umschlag des aktuell vergriffenen Buches
Liturgische Ansichten aus dem Neokatechumenat
15. Januar 2012
Der Vaticanista Sandro Magister hat in seinem bereits genannten Artikel zur anstehenden Approbation einer liturgischen Ordnung für den Neokatechumenalen Weg Abschnitte aus einer Veröffentlichung des italienischen Geistlichen Piergiovanni Devoto aus dem Jahr 2004 zitiert, die wir hier übersetzen. Es wäre sicher verfehlt, diese Ausführungen als verbindliche Darlegung der liturgischen Ansichten „des“ Neokatechumenats zu verstehen. Aber Devotos Ausführungen haben dort auch keinen offensichtlichen Widerspruch hervorgerufen. In jedem Fall sind sie bezeichnender Ausdruck dafür, was herauskommt, wenn man die Ideen Bugninis konsequent anwendet, ohne Zuflucht zu den Zweideutigkeiten und Verschleierungen zu nehmen, die vielfach in der offiziellen „Liturgiewissenschaft“ üblich sind.
Magister gibt als Quelle für die Passagen die Seiten 71 - 77 des Buches an.
Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Eucharistie zergliedert und überwuchert und in einem Maß umgebaut, daß wir die Auferstehung Christi nirgendwo mehr in unserer Messe wahrnehmen konnten. (...)
Als Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert zum Christentum übertrat, nahmen auch der Kaiser und sein Hof an der Eucharistiefeier teil. So entstanden die Einzugszeremonien, die mit Liedern und Psalmen feierlich gestaltet wurden, die freilich im Lauf der Zeit wieder ausgeschieden wurden, so daß nur noch die Antiphonen übrig blieben - was nun wirklich eine Absurdität erster Güte darstellt. (...)
Auf ähnliche Weise entstanden die Offertoriumsprozessionen, in denen sich das Konzept der Naturreligionen durchsetzt, die Gottheit durch Gaben und Opfer zu versöhnen. (...)
Die Kirche hat über Jahrhunderte Formen geduldet, die nicht wirklich zur Eucharistie gehören. Das „Gloria“ war ursprünglich Element des Stundengebets der Mönche. Es kam in die Messe, als aus den beiden Gottesdienstformen eine einzige Feier gemacht wurde. Das „Credo“ kam mit dem Auftreten von Irrlehren und Glaubensabfall herein. Das „Orate Frates“ ist ein besonders gutes Beispiel für die Art von Gebeten, mit denen die Messfeier angefüllt wurde. (...)
Im Lauf der Jahrhunderte wurden in beträchtlichem Umfang auch Privatgebete des Priesters in die Messe eingefügt. Die Versammlung spielte keine Rolle mehr, und die Messe nahm den Charakter einer Sühneveranstaltung an, die nichts mehr mit dem Osterjubel, aus dem sie entstanden war, zu tun hatte. (...)
Daher ist das Auftreten Luthers verständlich, der einen klaren Bruch mit allem vollzog, das er für eine rein menschliche Traditon oder Hinzufügung hielt. Luther, der die tatsächliche Gegenwart Christi in der Eucharistie niemals anzweifelte, verwarf die Lehre von der „Transsubstantion“, weil diese auf dem Aristotelisch-Thomistischen Konzept von „Substanz“ beruht, das der Kirche der Apostel und der Väter fremd ist. (...)
Die Strenge und Starrheit des Konzils von Trient führte eine Mentalität des Beharrens in die Liturgie ein, die bis auf den heutigen Tag anhält und sich schnell gegen jede Veränderung empört. Das ist verfehlt, denn Liturgie ist Leben, eine Wirklichkeit des Geistes, der unter den Menschen lebt. Deshalb kann sie nie in starre Formen gezwängt werden. (...)
Nach der Befreiung aus dem Geist des Legalismus und der Starrheit erlebten wir mit dem 2. Vatikanischen Konzil eine tiefgehende Erneuerung der Liturgie. Die Hüllen, die die Eucharistie überdeckt hatten, wurde abgeworfen. Und es ist interessant zu sehen, daß die Anaphora, das Hochgebet, ursprünglich vom Vorsteher extemporiert wurde. (...)
Die Feier der Eucharistie am Samstag Abend dient nicht dazu, die Erholung am Sonntag zu erleichtern. Sie will zurück zu den Wurzeln: Der Ruhetag der Juden beginnt, wenn am Freitag Abend die ersten drei Sterne zu erkennen sind, und die erste Vesper des Sonntags wurde in der ganzen Kirche stets am Samstag Abend gefeiert. (...) Am Samstag nehmen wir mit unserem ganzen Sein am Fest teil, um an der Tafel des Großen Königs zu sitzen und bereits jetzt vom Bankett des Ewigen Lebens zu kosten. Nach dem Mahl klingt der Tag mit einer herzlichen Zusammenkunft unter Freunden aus. (...)
Es ist nicht möglich und auch nicht sinnvoll, hier die zahlreichen sachlichen Fehler aufzugreifen, die dem Autor unterlaufen sind. Nur eine Grundfigur seines Denkens, die er aus der modernen „Liturgiewissenschaft“ im Geiste Bugninis übernommen hat, sei besonders hervorgehoben: Mit Konstantin nahm das Übel seinen Ausgang - die Liturgie, die bis dahin dem hohen Standard der Väter unwandelbar treu geblieben war, begann sich unter neuen Rahmenbedingungen in verhängnisvoller Weise zu entwickeln und zu formen. Und: Mit Trient nahm das Übel eine neue Qualität an, denn „Legalismus und Starrheit“ dieses Konzils nahmen der Liturgie die Fähigkeit, sich weiter zu entwickeln und zu formen.
Natürlich ist beides falsch. Bezeichnend aber ist der Widerspruch, der darin besteht, mehr als 1500 Jahre liturgische Entwicklung als illegitim zu verwerfen - um dann für sich in Anspruch zu nehmen, den wahren Geist der liturgischen Entwicklung zu besitzen und befugt zu sein, sie von Grund auf zu verändern. Die Moderne beansprucht das Recht zur „zeitgemäßen Weiterentwicklung“ das sie der Spätantike entrüstet abspricht. „Trient“ wirft sie eine Starrheit vor, deren Fehlen sie bei Konstantin bitter beklagt.
Das allerdings ist keine Eigentümlichkeit des Neokatechumenats, sondern Ausdruck der Anmaßung und der Unfähigkeit zum „sentire cum ecclesia“ jener Pseudo-Liturgiewissenschaft, die sich in der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte und die nach dem Konzil für einige Jahrzehnte ihre Hegemonie durchsetzen konnte.
Bild von einem früheren Treffen
Ein eigener Ritus für das Neokatechumenat?
13. Januar 2012
Für den 20. Januar ist in Rom ein Treffen zwischen Papst Benedikt XVI. und den Gründern des Neokatechumenalen Weges, Kiko Argüello und Carmen Hernández, angesetzt. Bei einem ähnlichen Treffen im letzten Jahr konnten Argüello und Hernandez die päpstliche Approbation für eine eigene Katechismus-Version ihrer Bewegung mit nach Hause nehmen - allerdings nicht ohne daß zuvor 2000 Verweise auf Parallelstellen im Katechismus der Katholischen Kirche eingefügt worden waren. Für dieses Jahr erwarten die Neokatechumenen die Approbation ihrer Gebräuche für die Feier der Eucharistie – Gebräuche, die sich in einigem so stark von den Vorgaben des Missale Romanum von 1970 unterscheiden, daß 2006 der damalige Sekretär der Gottesdienstkongregation Arinze im Auftrag des Papstes den „Weg“ brieflich aufforderte, bestimmte schwerwiegende Misstände abzustellen.
Insbesondere kritisierte die Gottesdienstkongregation die Gewohnheit, die Sonntagsmesse fast ausschließlich als sabbatliche Vorabendmesse zu feiern, den Wortgottesdienst durch zahlreiche und teilweise längere predigtähnliche „Zeugnisse“ der Teilnehmer anzureichern und die Kommunion den um den Mahltisch sitzenden Teilnehmern zu reichen. Die Kongregation verpflichtete den „Weg“ ausdrücklich, bei seinen Messen auch andere Hochgebete als das zweite zu verwenden und nicht von den approbierten liturgischen Büchern abzuweichen. Als einzige Ausnahme wurde gestattet, den Friedensgruß weiterhin vor der Gabenbereitung statt vor der Kommunion auszutauschen. Weitere Vorgaben für die Gestaltung der Liturgie enthielt das endgültige Statut für den „Weg“, das 2008 erlassen wurde. Dabei ging es insbesondere um eine stärkere Einbeziehung der Gruppen in die Gemeinden, aus denen sie hervorgehen.
Typische Altargestaltung beim Neokatechumenat
Wie es heißt, sind die Gruppen des Neokatechumenalen Weges diesen Auflagen nur teilweise und nicht überall nachgekommen. In den vergangenen Jahren haben verschiedene Gespräche stattgefunden, und da in Rom seit Jahrzehnten vieles Verhandlungssache ist, wartet man nun gespannt auf das Ergebnis. Zu einem „neuen Ritus“, von dem schon in einigen Ecken des Internets gemunkelt wird, wird es nicht kommen, aber ansonsten ist im Rahmen des Novus Ordo ja manches denkbar.
Der Vaticanista Sandro Magister hat dieser Tage einige Auszüge aus dem Buch Il neocatecumenato. Un’iniziazione cristiana per adulti des dem „Weg“ nahestehenden Priesters Piergiovanni Devoto von 2004 veröffentlich, die zeigen, daß die insbesondere von Carmen Hernándes geprägte liturgische Praxis der neokatechumenalen Gruppen eine konsequente Weiterentwicklung der Ideen des obersten Liturgiereformers Bugnini darstellt. Bugnini selbst hat dies übrigens in einem Artikel in seinem Hausblatt „Notitiae“ 1974 anerkennend bestätigt. (Eine Übersetzung der Passagen aus dem Buch Devotos, die übrigens in vielen Punkten keinen besonders erleuchteten Eindruck hinterlassen, haben wir in Vorbereitung.)
Für diejenigen, die Bugnini als überführten Oberfreimaurer und zielbewußten Verderber der Liturgie betrachten, dürfte damit auch über das Neokatechumenat das Verdikt gesprochen sein. Allerdings gibt es da ein Problem: Die Ablehnung der Praxis des Novus Ordo beruht ja nicht allein auf theologischen Argumenten, sondern auch auf der unbestreitbaren Tatsache, daß die reformierte Liturgie den Glaubensverlust und die Selbstsäkularisierung in der Kirche nicht nur nicht aufhalten konnte, vielmehr oft noch beschleunigt hat. Das nicht zur Kenntnis zu nehmen ist ja einer der gewichtigsten Vorwürfe, die gegenüber denen zu erheben sind, die immer noch vom „Neuen Frühling“ im Gefolge von Konzil und Liturgiereform reden.
Nach Abschluss der Liturgie umschreiten die Teilnehmer in einer Art Reigen den Altar.
Genau diesen Vorwurf kann man dem Neokatechumenat jedoch nicht machen: Der „Weg“ erzielt trotz einiger Absonderlichkeiten und weiter bestehendem Korrekturbedarf mit seiner Katechese unbestreitbare Erfolge, und seine Redemptoris Mater-Priesterseminare, von denen es alleine in Deutschland zwei, weltweit an die 80, gibt, bilden große Zahlen von glaubenstreuen Priestern aus, die in der Regel in die Diözesanseelsorge gehen und dort eine durchaus positive Rolle spielen. Einen besonderen „neokatechumenalen Klerus“ gibt es nicht.
Damit erscheint die konsequent an den Ideen Bugninis ausgerichtete Liturgie in einem besonderen Licht: Für den Sonderfall kleiner Gemeinschaften (eine Katechumenengruppe hat nicht mehr als 10-15 Mitglieder), die hochmotiviert sind und sich wöchentlich viele Stunden gemeinsam und im Einzelstudium um die Aneignung der Lehre und des Glaubens bemühen und ihre ganze Lebenspraxis daran ausrichten, mag die auf das Gemeinde-Mahl orientierte Form der Feier positive Auswirkungen haben, zumindest keine Schäden verursachen: Aspekte, die in der Eucharistiefeier nicht vorkommen, werden offenbar an anderer Stelle ausreichend berücksichtigt.
In der „Normalseelsorge“, in der ein defizienter Religionsunterricht und der (unregelmäßige) Besuch des Sonntagsgottesdienstes vielfach die einzige Form der Teilnahme am geistlichen Leben darstellt, fehlt diese Grundlage und jedes Korrektiv. Allzuleicht führen dort Geist und Form des Novus Ordo in eine Gemeindezentriertheit und in jenen modernen Pelagianismus, in dem das, was der Mensch selbst tut und will, das Erlösungswerk Christi und dessen heilsgeschichtliche Notwendigkeit in den Hintergrund treten lässt. Zunehmende Schübe von Protestantisierung und Säkularisierung sind die unvermeidbare Konsequenz.
Diese Zusammenhänge nicht erkannt und berücksichtigt zu haben, ist eine Hauptursache für das Scheitern der Bugnini-Reform auf breiter Linie. Wo die klassische „liturgische Bewegung“ das Hauptgewicht auf die Vertiefung von Katechese, Gebetsleben und liturgische Bildung legte und von Veränderungen in der Form der Liturgie nur eine unterstützende Funktion erwartete, hat die technokratisch-autoritäre Liturgiereform der 60er und 70er Jahre in vermeintlichem „Aggiornamento“ die Formen vereinfacht und die Inhalte verflacht und das eine gegenüber dem anderen verselbständigt.
Die daraus entstehende Formlosigkeit hat überall da, wo die unveränderlichen Inhalte nicht auf andere Weise abgestützt waren, keinen „Neuen Frühling“ sondern einen grauen Herbst herbeigeführt.
Fest der Taufe des Herrn 2012
11. Januar 2012
Seit einigen Jahren zelebriert Papst Benedikt die hl. Messe am Fest der Taufe des Herrn wieder am alten Hochalter der Sixtinischen Kapelle. Das Vatikanische Fernsehen hat einen insgesamt halbstündigen Mitschnitt von der Feier der Messe und der anschließenden Taufzeremonie auf Youtube veröffentlicht. Die ersten drei Minuten des Filmes sind technisch ziemlich schlecht - danach wird es besser.
Nicht besser wird während der ganzen Aufnahme die Kameraführung, der die Zelebration in Richtung des liturgischen Ostens offenbar Schwierigkeiten bereitet und die sich bemüht, entweder „Augenkontakt“ zum Zelebranten herzustellen oder aber das Bild des vor dem Altar stehenden Papstes aus möglichst großer Entfernung aufzunehmen.
Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis in MoskauBild:Wikimedia
Vorwärts in kleinen Schritten
10. Januar 2012
Für zwei bedeutende Großstädte Russlands und der USA bringt das Jahr 2012 eine leichtere Erreichbarkeit der Sonntagsmesse in der überlieferten Liturgie.
In Moskau wird die bisher nur am ersten Sonntag im Monat gefeierte hl. Messe in der Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis nun an jedem Sonntag stattfinden. Neben hl. Messen in Englisch, Spanisch und Koreanisch kommt nun dort also auch die offizielle Sprache der lateinischern Kirche wieder zu ihrem Recht. Ort der Zelebration ist ein Altar in der Krypta.
Kapelle der Unbefleckten Empfängnis in San FranciscoBild:Google
In San Francisco gab es zwar bisher schon an allen Sonntagen eine hl. Messe im außerordentlichen Ritus - die Messe „rotierte“ jedoch unter vier teilweise recht ungünstig gelegenen Gotteshäusern der Großstadt. Ab diesem Januar findet eine Messe jeden Sonntag in der Kapelle der Unbefleckten Empfängnis am Rande der Innenstadt statt, einige der bisherigen Messen im Vier-Wochen-Rhythmus bleiben zusätzlich erhalten.
Konsistorium 2010
Endlich:
Zeremonien weiter vereinfacht!
8. Januar 2012
Am Sonntag stand es im Osservatore Romano: Die 22 neu ernannten Kardinäle werden im Februar nach einem überarbeiteten und vereinfachten Ritus in das Kardinalskollegium aufgenommen.
Die Kardinäle erhalten demnach ihre Insignien, das rote Birett, den Kardinalsring sowie ihre Titelkirche erstmals in einem gemeinsamen Akt. Zuvor war die Kardinalserhebung auf zwei Zeremonien, das sog. „öffentliche Konsistorium“ mit der Verleihung des Hutes und das „geheime Konsistorium“ mit der Verleihung von Ring und Titelkirche aufgeteilt. Zudem habe das Amt für die liturgischen Feiern des Papstes zwei päpstliche Gebete verändert und die Schriftlesung verkürzt.
Zur Begründung verweist der Osservatore nicht etwa auf das vorgerückte Alter des Papstes und vieler neuer Kardinäle, sondern auf die Notwendigkeit, „jeden Anschein zu vermeiden, die Kardinalserhebung sei ein eigenes Sakrament“.
Darauf muss man erst einmal kommen - aber nach 40 Jahren Katechese des Neuen Frühlings ist wohl kein Ding unmöglich.
Fest der Erscheinung des Herrn 2012
7. Januar 2012
Offensichtlich mit dem Hubschrauber haben diese „Heiligen Drei Könige“ in Fuengirola, Spanien, den Weg zu ihrem Einsatzort zurückgelegt. Wenn das Herodes geahnt hätte.
Wir fanden dieses Bild in einer außerordentlich informativen Bilderserie von telegraph.co.uk zum Tag der Erscheinung des Herrn, wobei allerdings eine Frage offen blieb: Was um Himmels Willen hat dazu geführt, daß es insbesondere in der Christenheit des Ostens eine geradezu lustvolle Verbindung zwischen dem Geheimnis dieses Festtages und eiskaltem Wasser zu geben scheint?
Aus dem Webangebot von Slabbinck
Lob der Marktwirtschaft
4. Januar 2012
Der belgische Hersteller und Verkäufer von Paramenten, liturgischen Geräten, Fahnen und Rotarier-Insignien Slabbinck, der auch auf den internationalen Märkten stark vertreten ist, ist ein typischer Vertreter der Branche in Zeiten liturgischen Zerfalls. Sein Angebot zeigt neben viel Modischem auch das eine oder andere Akzeptable; ein guter Teil des Sortiments verstößt mehr oder weniger eklatant gegen bindende kirchliche Richtlinien: Wer Kaseln mit angebauter Überstola oder eine schwarze Albe sucht, wird dort jederzeit fündig.
Und nun hat Fr. Blake aus Brighton im Online-Katalog von Slabbinck also römische Kaseln angetroffen. Auch die deutsche Ausgabe zeigt sie – komplett mit Manipel und Kelchvelum und in allen liturgischen Farben. Nach den Regeln der Marktwirtschaft kann das nur eines bedeuten: Die Nachfrage nach diesen lange Zeit verpönten Paramenten hat sich so positiv entwickelt, daß der Anbieter es für sinnvoll hält, sein Sortiment in dieser Richtung zu erweitern.
Das nehmen wir erst mal als ein erfreuliches Zeichen - auch wenn wir die oft anzutreffende Parallelisierung: „Römische“ Kasel = „traditionstreu“ – „gotische“ Kasel = „modern bis modernistisch“ so nicht zu teilen vermögen. Die gerade geschnittene Kasel, wie sie jetzt bei Slabbinck zu haben ist, oder erst recht die geschwungene „Bassgeige“ sind schließlich recht junge Erscheinungen aus nachtridentinischer Zeit. Entstanden sind sie im Zuge eines Prozesses, den die einen als „organische Entwicklung“, andere eher als „Missbrauch“ ansehen: Man beschnitt die ursprünglich mehr oder weniger kreisrunde Kasel in der Armregion immer weiter, um die Bewegungsfreiheit des Priesters – und man darf getrost auch sagen: seine Bequemlichkeit – möglichst wenig zu beeinträchtigen.
Die Wiederbelebung der „gotischen“ Kasel im Gefolge der liturgischen Bewegung und der Liturgiereform war demgegenüber nicht frei von archäologistischen Motiven. Zu einer Zeit, als man nachdrücklich forderte, die Habite der Klosterfrauen unter praktischen Gesichtspunkten radikal zu beschneiden, war das schon eine etwas paradoxe Erscheinung.
Und so kommen wir zu einem weiteren Paradox: Auch wenn liturgiehistorisch „römisch“ und „gotisch“ nicht mit „traditionell“ und „modern“ gleichgesetzt werden können, hat die faktische Ächtung der neuzeitlichen römischen Form nach der Liturgiereform dazu geführt, die römische Kasel zu einem starken Zeichen der Anhänglichkeit an die Tradition und der Ablehnung des populären „Ab jetzt wird alles anders“ zu machen. Diese Überdeterminierung hat sich – hoffentlich – in den letzten Jahren etwas abgeschwächt. Ein erfreuliches Zeichen bleibt die wachsende Nachfrage nach der „vorkonziliaren“ Form dennoch.
Alles Gute und Gottes Segen für 2012
2. Januar 2012
Messe in der Peterskirche am 1. Januar
Von der Fernsehübertragung der Papstmesse am 1. Januar – im NO „Hochfest der Gottesmutter Maria“, nach der überlieferten Liturgie „Fest der Beschneidung des Herrn“ bzw. in diesem Jahr „Sonntag in der Oktav von Weihnachten“ – hat Fr. Zuhlsdorf einige sehrt schöne Screenshots gemacht und ins Netz gestellt. Das Bestreben, zumindest visuell an die Tradition anzuknüpfen, ist unübersehbar.
Allen Besuchern von Summorum Pontificum (und der restlichen Welt natürlich auch) die besten Wünsche und Gottes Segen für das neue Jahr.
Sr. Mirjam Moss vom Lamm Gottes
Der Gregorianische Choral verbindet den Alten Bund mit dem Neuen
30. Dezember 2011
Am 23. Dezember berichteten wir über die Gründung der „Töchter Mariens, der Mutter der Hoffnung Israels“, deren Gründerin als Mirjam Moss in einer jüdischen Familie Brooklyns geboren wurde. In einem Interview mit dem National Catholic Register äußerte sich die Nonne unter anderem zu den Gründen ihrer Hochschätzung des Gregorianischen Chorals.
Ich habe oft gesagt, daß das Jüdischste, was ein Jude tun kann ist, katholisch zu werden. Das gilt nicht nur im Allgemeinen, sondern auch im Besonderen, bis ins Einzelne. Alles, was katholisch ist, hat seine Wurzeln im alten Testament. Unser katholischer Glaube ist nicht aus dem Nichts entstanden, sondern aus dem Glauben Abrahams, Isaaks und Jakobs.
Das gilt auch für die Liturgie - wir haben einen Tabernakel, einen Altar und ein Priestertum ähnlich dem des Alten Bundes. Wir haben den Gregorianischen Choral, dessen Wurzeln im Gottesdienst des Alten Bundes liegen. Die Psalmen wurden nicht nur gelesen, sondern im öffentlichen Gottesdienst, an dem Jesus als Kind teilnahm, gesungen. Dieser Gesang wurde in der Katholischen Kirche immer weiter entwickelt und wurde schließlich zu dem, was wir heute gregorianischen Choral nennen. Ich habe schon viele Arten von Choral singen hören, aber keiner ist so schön wie der Gregorianische.
Papst Benedikt hat die Gläubigen aufgefordert, sich wieder mit dieser Form des Chorals vertraut zu machen und ihn in der Liturgie zu verwenden - wir wollen der Anweisung unseres Pontifex folgen.
Dem ist höchstens noch hinzuzufügen, daß Jesus nicht nur als Kind am jüdischen Gottesdienst teilgenommen hat. Die Evangelien berichten auch über seine Teilnahme am Gottesdienst in der Synagoge als Erwachsener, und auch das letzte Abendmahl wurde nach jüdischem liturgischem Gebrauch von gesungenen Psalmen begleitet.
S.E. Malcolm Kardinal Ranjith
Kardinal Ranjith: Höchste Zeit für die Reform der Reform und die Rückkehr der alten Liturgie
28. Dezember 2011
TNLM hat gestern das Grußschreiben veröffentlicht, das S. E. Malcolm Kardinal Ranjith, Erzbischof vonh Colombo, Anfang November an die 20. Generalversammlung der Internationalen Foederation Una Voce in Rom gerichtet hat. Hier unsere Übersetzung aus dem Englischen:
Zunächst möchte ich Ihnen allen für den Einsatz und die Begeisterung danken, mit denen Sie die Sache der Wiederherstellung der wahren liturgischen Traditionen der Kirche betreiben.
Wie Sie wissen, ist es der Gottesdienst, der den Glauben vertieft und seine tapfere Umsetzung im Leben ermöglicht. Er ist das Mittel, durch das menschliche Wesen zur Ebene des Transzendenten und Ewigen erhoben werden, dorthin, wo Gott und Mensch sich wahrhaft begegnen.
Liturgie kann deshalb niemals von Menschen geschaffen werden. Wenn wir Gott so verehren, wie wir das wollen und uns selbst die Regeln geben, dann laufen wir Gefahr, erneut Aarons Goldenes Kalb zu produzieren. Wir müssen fest darauf bestehen, daß Gottesdienst unsere Teilnahme an dem ist, was Gott selbst tut - sonst sind wir in der Gefahr, Götzendienst zu begehen. Der Symbolismus der Liturgie hilft uns dabei, uns über das, was menschlich ist, zum Göttlichen zu erheben. In dieser Hinsicht, das ist meine feste Überzeugung, ist der Vetus Ordo in hohem Maße und in größter Erfüllung der mystische und transzendente Ruf zur Begegnung mit Gott in der Liturgie. Daher ist für uns die Zeit gekommen, nicht nur durch radikale Veränderungen den Inhalt der reformierten Liturgie zu erneuern, sondern auch immer stärker auf eine Rückkehr des Vetus Ordo hinzuwirken, der den Weg zu einer wahrhaften Erneuerung der Kirche bietet, wie sie die Väter des zweiten Vatikanischen Konzils so sehr erhofften.
Eine sorgfältige Lektüre der Konzils-Konstitution Sacrosanctum Concilium über die heilige Liturgie zeigt, daß die übereilten Veränderungen, die später in die Liturgie eingeführt wurden, keinesfalls im Sinne der Konzilsväter waren.
Daher ist es jetzt an der Zeit, entschlossen auf eine wahrhafte Reform der Reform hinzuarbeiten und auch auf eine Rückkehr zu der wahren Liturgie der Kirche, die sich in ihrer zweitausendjährigen Geschichte in einem beständigen Fluss entwickelt hat. Ich hoffe und bete, daß das geschieht.
Möge Gott Ihre Bemühungen mit Erfolg segnen.
+Malcolm Cardinal Ranjith,
Erzbischof von Colombo
24. August 2011
Weihnachtsmesse in der Kathedrale von Shanghai
Überlieferter Ritus weltweit
27. Dezember 2011
Wie in den Vorjahren hat The New Liturgical Movement auch jetzt wieder damit begonnen, Bilder von Weihnachtsliturgien aus der ganzen Welt zu veröffentlichen. Den Anfang machten in diesem Jahr zwei Aufnahmen aus - ausgerechnet - der Volksrepublik China, und zwar aus der Ignatius-Kathedrale in Shanghai.
Die liturgische Situation in China ist mindestens so unübersichtlich wie die kirchenrechtliche: Um ihre Unabhängigkeit von Rom zu unterstreichen, verbot die kommunistische Regierung 1970 den unter ihrem Einfluss stehenden Katholiken der "Patriotischen Kirche" die Annahme der Liturgiereform Pauls VI. Die Untergrundkirche war im Gegensatz dazu bemüht, die Reform nachzuvollziehen - soweit das ohne ausreichende Informationen und geeignete liturgische Bücher möglich war. Inzwischen haben sich diese Gegensätze sowohl rechtlich als liturgisch abgemildert und die Fronten verschwimmen. Einige Bischöfe werden sowohl vom Staat als auch von Rom anerkannt, andere nur von einer Seite. Und der standhaft gegen das Pekinger Regime eintretende Kardinal-Erzbischof von Hongkong, Zen Ze-kiun, ist gleichzeitig ein aktiver Förderer der alten Liturgie.
Weihnachten - das ganze Bild
24. Dezember 2011
Lorenzo Lotto, 1480 - 1557, Christi Geburt
Viele Weihnachtsdarstellungen haben einen Zug ins Niedliche - nicht leicht zu vermeiden beim Blick auf das Glück einer Mutter und das neue Leben in Wiege oder Krippe. Zur Geburt des Erlösers hat Lotto daher unübersehbar das Kreuz der Erlösung ins Bild gerückt. Der hl. Gregor von Nazianz hat den Zusammenhang, der den Betrachter unausweichlich mit einschließt, in seiner Weihnachtspredigt vom 25. Dezember 380 in aller Klarheit hergestellt - wir zitieren den Anfang der Predigt mit erheblichen Kürzungen.
Christus ist geboren, Ehre sei ihm. Christus aus dem Himmel – geht und begegnet ihm. Christus auf der Erde – freuet euch. Die ganze Erde singe dem Herrn. Und um beides in einem zusammenzufassen: Die Himmel mögen jubeln und die Erde freue sich über den, der vom Himmel ist und nun von der Erde. Christus im Fleisch - jubelt mit Zittern und in Freude, mit Zittern wegen eurer Sünden, in Freude wegen eurer Hoffnung (…)
Die Dunkelheit ist vorüber, es ist wieder Licht geworden, wiederum ist Ägypten mit Finsternis geschlagen und wiederum wird Israel von der Feuersäule erleuchtet. Das Volk, das in der Dunkelheit der Unwissenheit saß, soll das große Licht des ganzen Wissens erblicken, das Alte ist vorbei, seht, alles ist neu geworden. (…) Der, der nicht fleischlich ist, ist Fleisch geworden, der Sohn Gottes wird ein Menschenkind, Jesus Christus, der Gleiche gestern, heute und immerdar. Sollen die Juden Anstoß nehmen, sollen die Griechen darüber lachen, sollen die Irrlehrer reden, bis ihre Zunge weh tut: Wenn sie sehen, wie er in den Himmel auffährt, werden sie glauben – und wenn nicht dann, doch dann, wenn sie sehen, wie er aus dem Himmel wiederkommt und den Richtersitz einnimmt.
Doch darüber ein ander mal, heute ist das Fest der Erscheinung, der Tag der Geburt, denn beide Namen werden gebraucht, zwei Bezeichnungen für eine Sache: Gott erschien den Menschen durch die Geburt. Einerseits das Sein, ewig zu sein vom Ewigen Sein, vor aller Ursache und vor jedem Wort, denn es gab keine Worte vor Dem Wort. Andererseits ist er für uns geworden, damit der, der uns das Leben gab, uns auch das Heil bringe, besser, daß er uns durch seine Menschwerdung wieder heil mache, da wir durch Bosheit vom Heil abgefallen waren. (…)
Das ist der Inhalt des Festes, das wir heute begehen: die Ankunft Gottes unter den Menschen, damit wir voranschreiten, oder, das wäre der bessere Ausdruck, daß wir zurückkehren zu Gott, daß wir den alten Menschen ausziehen und den neuen anlegen, und daß wir so, wie wir in Adam gestorben sind, in Christus leben mögen, daß wir mit ihm geboren, mit ihm gekreuzigt, mit ihm begraben werden und mit ihm auferstehen. (…)
Wir wünschen allen unseren Lesern ein gnadenreiches Weihnachtsfest.
Sr. Mirjam Moss mit dem Gründungsdekret
Unsere Weihnachtsgeschichte:
Mutter Mirjam vom Lamm Gottes und die Töchter Mariens, Mutter der Hoffnung Israels
23. Dezember 2011
Im September dieses Jahres errichtete Bischof Edward Slattery von Tulsa, Oklahoma, eine neue benediktinische Schwesternkongregation nach diözesanem Recht, die „Töchter Mariens, Mutter der Hoffnung Israels“. Priorin der neuen Gemeinschaft wurde Rosalind Moss, geboren in einer jüdischen Familie in Brooklyn, N.Y., und nun Schwester Miriam vom Lamm Gottes. Die Gemeinschaft ist offen gegenüber beiden Formen des römischen Ritus – solange die Zelebration auf Latein und „ad Dominum“ erfolgt. Neben dem Stundengebet betrachten die Nonnen es als einen wesentlichen Teil ihres Apostolats, sich in der Öffentlichkeit in ihrem (wiederhergestellten) traditionellen Habit der Benediktinerinnen zu zeigen: „Viele Menschen – Katholiken wie Nichtkatholiken – bitten uns spontan, für sie zu beten. Manche haben Tränen in den Augen wenn sie uns sagen, wie froh sie sind, wieder Nonnen im Habit zu sehen.“
Wir beginnen heute mit einer Beschreibung des Weges von Rosalind Moss aus Brooklyn zur Ehrwürdigen Mutter Miriam vom Lamm Gottes in Tulsa; „zwischen den Jahren“ folgen Übersetzungen von Ausschnitten aus einigen ihrer zahlreichen Interviews, in denen sie über den Habit der Mönche und Nonnen, den gregorianischen Choral und die würdige Liturgie spricht.
Hier der erste Bericht.
Bischof Rey bei der Entgegennahme der Gelübde
Neues Kloster für traditionelle Benediktiner
22. Dezember 2011
Seit dem 7. Dezember gibt es ein weiteres Benediktinerkloster der Tradition: an diesem Tag erichtete Bischof Dominique Rey von Frejus Toulon das Benediktinerkloster nach diözesanem Recht Saint Benoit in La Garde-Freinet, einem kleinen Ort zwischen Frejus und Toulon, etwa 15 km entfernt von der Mittelmeerküste. Die Gottesdienste der kleinen Gemeinschaft finden in der Pfarrkirche von La Garde-Freinet statt.
Zu den ersten Mitgliedern des neuen Konvents, der ganz oder überwiegend englischsprachig ist, gehört der Liturgiewissenschaftler Dom Alcuin Reid, der bisher als Diakon in der Diözese Frejus-Toulon eingeschrieben war.
Einige Bilder von der Errichtungszeremonie in der ersten Dezemberwoche finden sich auf der Nachrichtenseite der zweisprachigen Website des Klosters.
Bischof Rifan bei der Priesterweihe
Zwei neue Priester für die Apostolische Administratur Campos
21. Dezember 2011
Am vergangenen Sonntag, dem 18. 12. 2011, hat Bischof Rifan von der für die Gläubigen der überlieferten Lehre und Liturgie eingerichteten Apostolischen Administratur Campos zwei Diakone zu Priestern geweiht. Damit sind in den 9 Jahren ihres Bestehens insgesamt 8 Männer zu Priestern für die Administratur geweiht worden. Nach Auskunft von catholic-hierarchy.org, die sich auf das Päpstliche Jahrbuch stützt, hatte die Administratur in diesem Jahr 33 Priester für 29 500 Gläubige.
Auf der Website der Administratur findet sich eine Bilderschau mit 17 großformatigen Photos von der Priesterweihe.
Mönche von Barroux beim Chorgebet
Offizium aus Barroux täglich im Internet!
20. Dezember 2011
Ab sofort überträgt die dem überlieferten Ritus verpflichtete Abtei der Benediktiner von Barroux jeden Tag einen Teil ihres Chorgebeters als Audio-Stream im Internet:
- Prim um 7:45 oder 8:00;
- Sext um 12:15;
- Vesper um 17:30;
- Komplet um 19:45
Um die Sendungen zu hören, müssen Sie sich zu den festgelegten Zeiten auf die Website der Abtei begeben, wo ein entsprechender Player angeboten wird. Der Abruf mit Playern für m3u- und ram-Dateien ist ebenfalls möglich. Besitzer von iPhones finden im AppStore auch ein kostenloses App, das ihnen die Tagzeitenliturgie aufs Handy holt.
Das Angebot ist derzeit auf einen reinen Audio-Stream begrenzt - also kein Video, und keine Möglichkeit zum zeitversetzten Hören, es sei denn, man zeichnet den Stream selbst auf, um ihn später abzuhören.
Weihbischof Elliot in der Kathedrale von Melbourne
Bischofsmesse im alten Ritus zum Quatembermittwoch im Advent
19. Dezember 2011
Am 14. Dezember - dem Quatember-Mittwoch im Advent - zelebrierte Weihbischof Peter Elliot vom Erzbistum Melbourne in der St. Patrick's-Kathedrale von Mebourne eine "Stille Bischofsmesse" nach dem überlieferten Ritus. Die Zelebration fand in der Seitenkapelle zum heiligsten Herzen Jesu statt, in der seit August dieses Jahres an allen Sonn- und Feiertagen eine hl. Messe in der traditionellen Form gefeiert wird.
Die Website der Newman-Community Melbourne zeigte eine beeindruckende Bilderserie von der jüngsten Bischofsmesse.
Weihbischof Dr. Dick bei der Firmung in Berlin
Firmungen in St. Afra, Berlin
16. Dezember 2011
Am 11. Dezember, dem 3. Adventssonntag, hat Weihbischof em. Dr. Klaus Dick aus Köln in St. Afra 13 Jugendlichen aus der Gemeinde um das Institut St. Philipp Neri das hl. Sakrament der Firmung gespendet. Die Firmung fand im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes statt, beides selbstverständlich wie alle Liturgien des Instituts St. Philipp Neri nach den Büchern des Jahres 1962. In der gleichen Messfeier wurde auch ein Kind aus der Gemeinde zum ersten Empfang der hl. Kommunion geführt.
Auf der Website des ISPN finden Sie eine Bildergalerie mit 15 Photos von den Feierlichkeiten.
St. Bruder Konrad in Hamburg Quelle
Neue „Alte Messe“ in Hamburg
9. Dezember 2011
Die Website der Erzdiözese Hamburg hat vorgestern mitgeteilt, daß ab dem 8. Januar auch in Hamburg eine regelmäßige hl. Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus stattfindet:
Ab Sonntag, 8. Januar 2012, wird Oliver Dembski, Kaplan in der Pfarrei St. Joseph in Hamburg-Wandsbek und darüber hinaus mit einem Aufbaustudium befasst, sonn- und feiertäglich in der Kirche St. Bruder Konrad in Hamburg-Osdorf (Am Barls 238) um 15 Uhr die Heilige Messe in der außerordentlichen Form feiern. Diese Eucharistiefeier wird zusätzlich eingerichtet.
Damit haben die Katholiken in Hamburg, die sich seit Jahren in zahlreichen Gesprächen mit Erzbischof, Weihbischof und Generalvikar um einen regelmäßigen Termin für die hl. Messe nach den Vorgaben von Summorum Pontificum bemühten, zumindest einen Teilerfolg erzielt. Die Freude wird dadurch getrübt, daß die Kirche St. Bruder Konrad verkehrsmäßig sehr ungünstig am westlichen Stadtrand liegt und darüberhinaus der Zeitpunkt 15 Uhr vielen Interessenten die Teilnahme nicht gerade erleichtert.
Franz Norbert Otterbeck
Ist „Assisi“ Ausdruck des Lehramtes?
8. Dezember 2011
Unsere Frage „Was lehrt das Lehramt?“ vom 3. Dezember hat den Kölner Rechtsanwalt und Publizisten Franz Norbert Otterbeck dazu bewogen, schriftlich über die Funktionsweise des Lehramtes seit dem 2. Vatikanum nachzudenken. Es lohnt sich, die damit verbundenen Provokationen zur Kenntnis zu nehmen und wohl zu bedenken - auch dann, wenn uns die Frage nach dem, was das Lehramt lehrt, nur sehr partiell beantwortet zu sein scheint.
Hier Otterbecks Beitrag: „Assisi und Konzil: Ereignis oder Doktrin?“
Die Pfarrkirche Sant'Eugenio
Regelmäßige „Alte Messe“ in der Pfarrkiche des Opus Dei
5. Dezember 2011
In der römischen Pfarrkirche des Opus Dei, Sant'Eugenio im Norden Roms, soll im kommenden Jahr jeden Sonntag auch eine hl. Messe im überlieferten Ritus gefeiert werden. Das hat Messa in Latino am 3. Dezember mitteilen können. In diesem Jahr wurden dort bereits mehrfach Messen in der klassischen Liturgie zelebriert, es gab jedoch keinen festen Zeitplan.
Die Entscheidung der Pfarrei ist insofern bedeutsam, als die Personalprälatur des Opus Dei der Liturgiereform Papst Pauls VI. und ihren Auswirkungen zwar durchaus kritisch gegenüberstand und steht, als sichtbares Zeichen des Gehorsams gegenüber dem Papst ihren priesterlichen Mitgliedern jedoch stets nahegelegt hat, im ritus modernus zu zelebrieren. Dabei sind die Priester des Opus um betonte Treuezu den liturgischen Vorschriften bemüht und ziehen vielfach die Zelebration in lateinischer Sprache und „ad Dominum“ vor. Mit der Entscheidung, in ihrer Pfarrkirche auch eine Sonntagsmesse in der alten Form zu feiern, folgt die Personalprälatur nun dem Auftrag des jetzigen Papstes an alle Bischöfe und Priester, den Gläubigen die Schätze der liturgischen Tradition nicht länger vorzuenthalten.
Msgr. Fernando Ocáriz
Dem Lehramt vertrauen! -
aber was lehrt das Lehramt?
3. Dezember 2011
Die Diskussion über das 2. Vaticanum geht mit dem 50. Jahrestag seiner Einberufung und den daran anschließenden zahllosen 50-Jahres-Gedenktagen in ein neues Stadium. Mit einem Beitrag des Theologen Fernando Ocáriz im Osservatore Romano am 1. Dezember hat sich nun auch eine offizielle Stimme des Vatikans in diese Debatte eingeschaltet. Das ist auch dann bedeutsam, wenn diese Stellungnahme nichts Neues enthält und wenig Ansätze bietet, die Widersprüchlichkeiten um das vergangene Konzil zu versöhnen oder auch nur aufzuhellen. Die Stellungnahme von Ocáriz kann als authentischer Ausdruck der offiziellen Position des Vatikans gelten - Defizite einschließlich. Sie ist nicht geeignet - und wohl auch nicht dazu gedacht - eine Diskussion abzuschließen. Wieweit sie dazu geeignet ist, einen Ausgangspunkt dieser Diskussion zu begründen, wird sich zeigen.
Wir dokumentieren zunächst den Artikel von Msgr. Ocáriz und arbeiten an einer eigenen Kommentierung. Beiträge unserer Leser zu der inzwischen weltweit anlaufenden Diskussion über die Positionsbestimmung im OR für Summorum Pontificum sind sehr erwünscht.
Abbé Francis Michel
Teilerfolg für Abbé Michel von Thiberville
2. Dezember 2011
Die langdauernde Auseinandersetzung (wir berichteten darüber) zwischen dem bis zum Clownesken modernistischen Bischof Nourrichard von Evreux und dem überaus traditionstreuen ehemaligen Pfarrer von Thiberville hat mit einem zwar keinesfalls befriedigenden, aber doch erträglichen Kompromiss geendet: Rom hat die nach dem Kirchenrecht im Ermessen des Bischofs liegende Ablösung Abbé Michels als Pfarrer von Thiberville bestätigt, gleichzeitig den Bischof jedoch dazu genötigt, Abbé Michel als Pfarrer in einer nahegelegenen Gemeinde einzusetzen. Der Bischof entschied sich für die kleinste Gemeinde seiner Diözese, das 5 km von Thiberville entfernten Le Planquay.
Bischof Nourrichard (rechts) bei der Damenweihe in Salisbury
Ein typischer Formelkompromiss zur Wahrung der Position eines Bischofs, der offensichtlich unfähig oder unwillens ist, zu begreifen, daß „Kollegialität“ nicht „Autonomie“ bedeutet. Konsequenter und dienlicher als Hinweis für andere dissidierende Bischöfe wäre es gewesen, den vor einem Jahr in vollem Ornat bei einer anglikanischen "Priesterinnen"-Weihe aufgetretenen „Oberhirten“ wie seinen Vorgänger Gaillot oder letzthin den australischen Bischof Morris aus dem Amt zu entfernen und in die Wüste zu schicken.
Fr. Kyle Schnippel
Wie Priester die alte Messe einüben können
1. Dezember 2011
Fr. Kyle Schnippel (31) ist „Vocations Director“ der amerikanischen Diözese Cincinnati - vom Territorium her deckungsgleich mit dem gleichnamigen Bundesstaat. Ein Vocations Director ist etwas ähnliches wie ein „Referatsleiter Berufungspastoral“ in einem deutschen Ordinariat - nur daß er kein Referat zu leiten hat, sondern selbst dran muß, und das an allen Fronten: Pfarreien besuchen, Jugendgruppen treffen, Vorträge halten, Einzelgespräche führen, Seminaristen betreuen.
Eine dieser Fronten ist natürlich auch das Internet - dort ist Fr. Schnippel mit dem Blog Called by Name präsent. Dort veröffentlichte Fr. Schnippel bereits im Sommer einen lebhaften und nachahmenswerten Bericht über seinen ganz persönlichen praktischen Weg zur alten Messe. Wir haben das erst jetzt gefunden und übernehmen den Text in der Übersetzung von Paixliturgique.at.
Und dann träumen wir ein wenig davon, wie das in Deutschland wäre, wenn ein „Referatsleiter Berufungspastoral“ seinen Weg zur alten Messe beschriebe - statt seine Energien darauf zu verwenden, Seminaristen mit potentiell traditionsorientierten Neigungen aufzuspüren und auszusondern, wie das nach wie vor in den meisten Diözesen der Fall ist: Lieber keine Messfeier, als die Liturgie, die seit Gregor dem Großen(und früher) das Heil der Seelen bewirkt hat.
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