Motu Proprio: Summorum Pontificum

Hauptnavigation


Zusatzinfo

Was der Papst will:

es folgt ein Zitat:Lassen sie mich das ganz klar sagen: Der Heilige Vater will, daß die überlieferte Form der Messe regulärer Bestandteil des liturgischen Lebens der Kirche wird, damit alle Gläubigen – die jungen wie die alten – sich mit den alten Riten vertraut machen und von ihrer spürbaren Schönheit und Transzendenz profitieren können. Der Heilige Vater will das sowohl aus pastoralen als auch aus theologischen Gründen."

Dario Kardinal Castrillón,
14. 6. 2008, in London
Quelle

Material und Information:

Termine, Informationen, Gratisschriften und vieles mehr rund um die „Missa Tridentina“ bei
www.introibo.net

Anzeigen:

Abtei Mariawald

Unterstützen durch Kauf oder Spende!

  • Klosterlikör
  • Abteitropfen
  • Pflegekosmetik
  • Bücher

Der Klosterladen

Spendenkonto

Nova et Vetera - Verlag und Antiquariat

Das Brevier von 1962 (Psalmen der Vulgata) mit Imprimatur von Bischof Hanke ist neu aufgelegt!
breviariumromanum.com

Hier bestimmt der alte Ritus
das Leben:


Pro Missa Tridentina hat eine Standortkarte der Messorte in Deutschland und Nachbarländern entwickelt - einfach anklicken:

Meistgelesen auf dieser Website:

Buchtipps: Hl. Messe nach dem älteren Gebrauch für Anfänger.

Mißverständnisse und Fehldarstellungen – diesmal aus den Ordinariaten

Auf unserer Bücherseite: Neuere Literatur zur Liturgiereform

Ist die alte Messe judenfeindlich? Zur Antisemitismus-Diskussion

Mit der Freigabe der „alten Messe“ tritt die Liturgiereform der katholischen Kirche in ein neues Stadium

Aktuelles:

Der Konvent 2009

Prämonstratenser mit
ganz altem Ritus

10. 3. 2010

In Chelmsford im britischen Essex gibt es seit 2004 eine Gemeinschaft von Prämonstratenser-Chorherren. Die Kanoniker versehen dort im Auftrag des Bischofs von Brentwood zwei Pfarreien und widmen sich im übrigen dem kontemplativen Leben nach der Regel des hl. Norbert. Wie der Website der Kanoniker zu entnehmen ist, verwenden die Chorherren innerhalb ihres Stiftes die alte prämonstratenser-Liturgie in einer Form, wie sie im Orden in den 50er Jahren in Gebrauch war. Zu dieser Zeit hatte der Orden, der seine Liturgie bereits zu Beginn der Neuzeit stark romanisiert hatte, den Wert seiner Traditionen wieder entdeckt und einen Teil der Romanisierungen des 16. und 17. Jahrhunderts wieder rückgängig gemacht. Über Einzelheiten informiert ein englisches Exzerpt eines ursprünglich auf Deutsch erschienene Werkes: „Der Messritus des Praemonstratenser-Ordens“ von H.J. Lentze, das zum download angeboten wird.

Außerdem bietet die Website einige Hörproben der praemonstratensischen Gregorianik, die sich deutlich von der benediktinischen Tradition unterscheidet.

Alt-St.Peter in MünchenFoto: Wikimedia

Ausgerechnet St. Peter

8. 3. 2010

Die 3. Ausgabe der IK-Nachrichten dieses Jahres veröffentlicht einen merkwürdigen Beschluss des Pfarrgemeinderates der Münchener Hauptpfarrei St. Peter Das Protokoll zum 6. Punkt der Tagesordnung vom 14. Januar teilt mit:

Zitat:Der PGR hat einstimmig beschlossen, dass in St. Peter keine Messen nach tridentinischem Ritus abgehalten werden, da diese bereits in der Damenstiftskirche angeboten werden."

Nun liegen beide Kirchen zwar kaum einen halben Kilometer auseinander - ein "Versorgungsnotstand" entsteht durch den Beschluss also nicht gerade. Trotzdem fragt man sich, was einen Pfarrgemeinderat dazu führen kann, einen so befremdlichen und wohl auch kaum in seine Kompetenz fallenden Beschluss zu verabschieden, zumal es in St. Peter schon vor Summorum Pontificum Messen in der überlieferten Form gab und auch der neue Ritus dort in einer der Tradition verpflichteten Weise zelebriert wird.

Der Kirchenrechtler Michael Gurtner hat zusammengestellt, was aus kanonischer Sicht von diesem merkwürdigen Vorgang zu halten ist - hier seine Ausführungen.

Die Spannweite

Einweihung der Seminarkapelle in Denton

1. 3. 2010

Wir wir bereits im Januar mitteilen konnten, wird am Mittwoch, den 3. 3., der Präfekt der Glaubenskongregation Kardinal Levada an der Einweihung der Kapelle - in Wirklichkeit ist es eher eine ausgewachsene Kirche - des Priesterseminars der Petrusbruderschaft in Denton, USA, teilnehmen. Die Einweihung selbst nimmt Ortsbischof Fabian Bruskewitz vor, der auch das feierliche Levitenamt zur Zeremonie feiern wird.

Dazu gibt es zwei Neuigkeiten zu melden:

  • Kardinal Levada wird die Predigt halten - wir können gespannt sein, was er zu diesem Anlaß mitzuteilen hat.
  • Inzwischen steht fest, daß die gesamte 5 - 6-stündige Einweihungszeremonie von EWTN übertragen wird. Für den Beginn der Übertragung im englischsprachigen Weltprogramm ist 17:00 am kommenden Mittwoch angesetzt.

Damian Thompson von Telegraph.co.uk kommentiert die bevorstehende Einweihung unter anderem damit, daß er ein Bild von der fast fertigen neuen Kapelle in Denton mit einem Bild der Kapelle im Bischofshaus des englischen Bistums Leeds kontrastiert. Ja, Bilder können sprechen.

Neues aus der Gerüchteküche

26. 2. 2010

In Rom kursieren Gerüchte, die eine große und gute Überraschung für die Karwoche oder Ostern versprechen. Ein Brutbett für Gerüchte war Rom schon immer - aber heute werden sie, kaum geschlüpft, schon per Internet in alle Welt verbreitet. Dem wollen wir uns nicht entziehen. Hier sind die lautesten:

Sector Catolico aus Spanien ist gleich mit zwei Varianten dabei:

  • Gerücht 1: Der Hl. Vater wird am Gründonnerstag das universelle Indult für die Handkommunion aufheben.
  • Gerücht 2: Der Hl. Vater wird - ebenfalls am Gründonnerstag - erstmal die hl. Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus zelebrieren.
  • Gerücht 3: Eine größere Gruppe von Anglikanern wird zu Ostern den Beitritt zur katholischen Kirche und die Einrichtung eines ersten Ordinariates für Australien bekanntgeben
  • Gerücht 4: Die Vereröffentlichung der lange erwarteten Instruction zu Summorum Pontificum steht unmittelbar bevor.

Die beiden ersten erscheinen uns wenig wahrscheinlich - Papst Benedikt ist kein Freund auftrumpfender Gesten - auch wenn man sich manchmal etwas mehr direktes Vorgehen wünschen würde. Das Dritte ist eigentlich kein Grücht mehr. Daß es einen größeren Übertritt aus der Traditional Anglican Comunion geben wird, wird allgemein erwartet, auch ein Termin „um Ostern“ wurde schon des öfteren genannt.

Bleibt noch Nr. 4, an der natürlich allen, die sich für die Wiedergewinnung der alten Liturgie einsetzen, besonders gelegen wäre. Tatsächlich deutet auch neben der Spekulation von Ignazio Ingrao auf Rinascimento Sacro einiges darauf hin, daß es jetzt ernst werden dürfte - nicht zuletzt die schnellen Antworten von Ecclesia Dei auf Anfragen zu Zweifelsfällen lassen vermuten, daß sich etwas bewegt.

Fassen wir uns noch eine Fastenzeit lang in Geduld.

Papst Johannes-Paul II.

An die lieben Mitbrüder

25. 2. 2010

Recht oft ist zu hören, die Sorge um die würdige und traditionsorientierte Feier der Liturgie sei eine persönliche Vorliebe von Papst Benedikt - mit dem Unterton, das werde sich auch wieder ändern. Papst Johannes Paul II. Dokument Redemptionis Sacramentum von 2004, das energisch gegen die verbreiteten Mißbräuche auftrat, wird dann gar nicht zur Kenntnis genommen oder dem damaligen Kardinal Ratzinger zugeschrieben.

Rorate Cæli hat jetzt einige bemerkenswerte Passagen aus dem Gründonnerstagsschreiben des damaligen Papstes an die Bischöfe von 1980 in Erinnerung gerufen. Am beeindruckendsten fanden wir in seinem Aufruf zur Wahrung der Würde des eucharistischen Opfers diesen Abschnitt:

Zitat: Ich möchte in meinem eigenen Namen und in euer aller Namen, meine verehrungswürdigen lieben Mitbrüder, für alles um Vergebung bitten, das durch menschliche Schwäche, durch Ungeduld oder Nachlässigkeit, auch durch eine gelegentliche voreingenommene, einseitige und irrige Anwendung der Vorgaben des 2. Vatikanischen Konzils, was in Bezug auf die rechte Lehre und die Verehrung dieses großen Sakraments Verwirrung und Empörung hervorgerufen haben mag. Und ich bitte unseren Herrn Jesus, daß wir in Zukunft in unserem Umgang mit diesen heiligen Geheimnissen alles vermeiden, was den verehrungsvollen Sinn und die Liebe unseres gläubigen Volkes schwächen oder irreführen könnte."

Allzuviele der „verehrungswürdigen lieben Mitbrüder“ überhören also nicht erst seit 5 Jahren die Ermahnungen von Papst Benedikt, sondern schon seit drei Jahrzehnten auch die seines Vorgängers. Hier gibt es den vollständige Text.

Abt Josef beim Jubiläum der Abtei im Herbst 2009

Pontifikalamt in Trier

23. 2. 2010

Auch in diesem Jahr führen Gläubige, die sich dem überlieferten Ritus verbunden fühlen, anläßlich der Hl. Rock Tage 2010 eine Wallfahrt nach Trier durch. Zu diesem Anlass wird Abt Josef Vollberg von Mariawald am 17. April in St. Paulin in Trier ein Pontifikalamt im außerordentlichen römischen Ritus zelebrieren.

Weitere Hinweise zum Tage finden Sie auf der Website des Bistums Trier unter dem Datum vom 17. April. Kontakt und Information: schilling-trier(at)t-online.de.

Weitere Klärungen von
Ecclesia Dei

21. 2. 2010

In Rorate Caeli lesen wir: eine amerikanische Ordensgemeinschaft hat im September Bei Ecclesia Dei angefragt, ob Summorum Pontificum auch die Rückkehr zu dem Ordensmissale erlaube, das im Jahr 1962 in diesem Orden in Gebrauch war. Die Kommission antwortete durch ihren Sekretär Msgr. Guido Pozzo am 15. Oktober unter dem Aktenzeichen 121/2009:

Zitat:Diese Entscheidung kommt ausschließlich dem Orden zu. Das Ordenskapitel hat den neuen Ordensritus und die neue Ordensordnung im Jahr 1995 verabschiedet, wozu es auch berechtigt war. Ohne die ausdrückliche Zustimmung des Ordens ist eine Rückkehr zur Verwendung eines früheren Ordensritus nicht zulässig

Alle Priester haben das Recht, die liturgischen Bücher, die 1962 in Kraftg waren, zu verwenden, aber die Frage hinsichtlichder Verwendung liturgischer Bücher, die in den verschiedenen Orden 1962 in Gebrauch waren, ist Angelegenheit der jeweiligen Ordensoberen.

Das leuchtet ein. Die Ordensangehörigen sind zum Gehorsam verpflichtet und können nicht von sich aus eine rechtmäßige Entscheidung ihrer Oberen rückgängig machen. Desungeachtet haben die Ordenspriester das durch Summorum Pontificum für alle Priester der Kirche erteilte Recht, die allgemeinen Bücher von 1962 zu verwenden. Und die Ordensoberen haben das darüber hinausgehende Recht, die Verwendung der damals gebrauchten Sonder-Gebräuche des Ordens zu genehmigen - sie sind dazu aber nicht verpflichtet.

Endlich!

18 .2. 2010

Lange hat es gedauert, bis der Verlag des Vatikans ein „richtiges“ Messbuch für den Ritus nach den Büchern von 1962 herausgebracht hat. Bis jetzt gab es nur eine Studienausgabe in Taschenbuchqualität, herausgegeben und kommentiert ausgerechnet von P. Manlio Sodi, einem der heftigsten Gegner von Summorum Pontificum in Rom.

Jetzt ist es also da, Halbleder, 1096 Seiten, alles wie gehabt. Bei paxbook.com kann man es für € 210,- in den Warenkorb legen. Zur Bezeichnung der päpstlichen Anerkennung steht auf dem Titelblatt wieder die Formel „Ex decreto SS. Concilii Tridentini Restitutum Summorum Pontificum Cura Recognitum“, aus der nicht zufällig die drei Anfangsworte des Motu Proprio von 2007 genommen sind.

Die Bezeichnung der Ausgabe als „Editio Typica“ deutet daraufhin, daß es sich um einen unveränderten Neudruck der Erstauflage von 1962 handelt; als einzige Änderung wäre nachzutragen gewesen die neuformulierte Karfreitagsfürbitte von 2008.

Update:

Wie uns einer der ersten Erwerber des neuen Missale aus Rom mitteilt: Es enthält bereits die neue Fürbitte, ist also kein unveränderter Neudruck, sondern die nach menschlichem Ermessen aktuelle Ausgabe.

Prof. Hans KüngPhoto:Muesse, Wikimedia

Neues? von Hans Küng

18. 2. 2010

Ahnten wir es doch: Die gelegentlichen Zeichen des Anknüpfens an die Tradition, die Weigerung einiger Prälaten, allen Forderungen der „Verheutigung“ bereitwillig nachzugeben, sind mehr, als die Prediger der Moderne von gestern ertragen können. Meldet sich der bekannte Modekritiker Hans Küng zu Wort:

Zitat:Benedikt XVI sollte in seinen Ansichten sehr vorsichtig sein, denn sie stehen dem Konzil entgegen. Er hat die mittelalterliche Tridentinische Messe wieder zugelassen. Er übernahm Gewänder von Leo X, dem Papst, der die Gelegenheit versäumte, die Geschichte mit Martin Luther zu retten. Im vergangenen Jahr berief er als neuen Präfekten der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung Antonio Cañizares, der in der cappa magna herumläuft. Man glaubt, man sei bei Napoleons Krönung dabei. Selbst die Königin von England tut so etwas nicht mehr. Der Papst macht sich zum Komplizen einer Korruption des Sakralen in der Form einer klerikalen Aristokratie, die ihre Taten hinter barocken Roben versteckt.

Da hat er es ihm aber gegeben! Mehr davon und einen lesenswerten Kommentar fanden wir auf Rom, Römer, am Römsten, dort auch die Quellenangabe zum Interview des Professors.

Kardinal Egan 2007 bei einer Priesterweihe der Franciscans of the Reneval

Drei mal Pontifikalamt nach der Liturgie des
hl. Gregor

16. 2. 2010

Gleich drei Pontifikalämter im alten Ritus sind anzukündigen - und jedes davon hat seinen ganz besonderen Stellenwert und sein ganz besonderes Umfeld.

Uns am nächsten liegt das am 24. April in Essen aus Anlaß der Hauptversammlung von Pro Missa Tridentina. Zelebrant ist Erzbischof Raymond Burke, Präfekt der Apostolischen Signatura, und der Ort ist die Kathedralkirche des Bistums Essen. In dieser Kirche hatte Pro Missa Tridentina übrigens bereits anläßlich der Jahreshauptversammlung 1998 ein feierliches Hochamt zelebriert; weitere Hochämter mit PMT in Bischofskirchen hatte es 2001 in Münster und 2003 in Würzburg gegeben.

Noch prominenter ist freilich der Ort des zweiten hier zu meldenden Pontifikalamtes. Es findet am gleichen Tag im National Shrine in Washington DC statt - das ist die National-Kathedrale der Vereinigten Staaten, die größte katholische Kirche des Landes. Hier ist der Anlaß der 5. Jahrestag der Wahl von Papst Benedikt XVI. Zelebrant in Washington ist S.E. Cardinal Castrillon Hoyos, der vormalige Präsident von Ecclesia Dei.

Am bemerkenswwertesten allerdings erscheint uns das dritte Pontifikalamt, das bereits vier Wochen zuvor, am 25. März, in New York stattfindet. Zelebrant ist Cardinal Edward Egan, der emeritierte Erzbischof von New York, der bisher in Summorum-Pontificum noch nicht in Erscheinung getreten ist. Ort ist die Kirche der unschuldigen Kinder mitten in Manhattan, und diese Wahl hat ihren besonderen Grund: Anlaß der Zelebration ist der 15. Jahrestag der Veröffentlichung der Enzyklika "Evangelium Vitae" durch Papst Johannes Paul II. am Fest Mariä Verkündigung 1995. Eingeladen zu der Messe haben die „Ritter vom Lamme Gottes“, die eine prominente Rolle in der amerikanischen Bewegung gegen den Massenmord an den Ungeborenen spielen. Außerdem ist Holy Innocents seit einigen Wochen Ort einer (von mehreren) täglichen hl. Messe im alten Ritus in Manhattan.

Ecclesia Dei:
Keine Restriktionen für die alte Liturgie!

15. 1. 2010

Geplant hatten wir, spätestens am Aschermittwoch hier eine liturgierechtliche Analyse von Mag. Michael Gurtner zu veröffentlichen, die einige verbreitete Fehldarstellungen zur Verwendung des Missale von 1962 während des Triduum korrigieren soll. In Gurtners Worten:

Zitat: Das wohl häufigste Mißverständnis in Zusammenhang mit Summorum Pontificum ist die doch einigermaßen weit verbreitete Irrmeinung, daß dieses Motu Proprio zwar den usus antiquior an sich generell freigegeben hat, daß jedoch das Sacrum Triduum eine Ausnahme von dieser allgemeinen Freigabe bilde. Man dürfe, so ist nicht selten zu hören, das Missale von 1962 an allen Tagen des Jahres verwenden, außer an den Heiligen drei Tagen.

Diese Ansicht wurde anfangs und wird bis heute besonders von jenen sehr bewußt vertreten, welche gegen eine universale Erlaubnis der Zelebration im usus antiquior waren, und um jeden Preis eine „Lücke“ zu finden suchten, mit deren Hilfe sie die Intention des päpstlichen Dokumentes in das von ihnen gewollte Gegenteil umändern wollten. Alles, was sie fanden, war eine Stelle in Artikel 2 des genannten Dokumentes, welche einige willkürlich und falsch gemäß dem Motto auslegten: „wenigstens zum Triduum ist das Missale `62 nicht erlaubt worden“.

Daß dem jedoch nicht so ist, sondern daß die allgemeine Erlaubnis des Motu Proprio zum Gebrauch der liturgischen Bücher des sog. Tridentinischen Ritus auch uneingeschränkt für das Sacrum Triduum Gültigkeit hat, wollen wir an dieser Stelle aus kirchen- bzw. liturgierechtlicher Sicht aufzeigen."

Das Schreiben von Ecclesia Dei

Nun schicken uns heute Kollegen von Novy Ruch Liturgicny die Antwort auf eine diesbezügliche Anfrage, die sie im Januar an die Päpstliche Kommission Ecclesia Dei gerichtet hatten - und wer es vielleicht dem österreichischen Kirchenrechtler hätte bestreiten wollen, hat die Auskunft nun aus Rom und aus erster Hand: Das Triduum darf selbstverständlich nach dem alten Ritus zelebriert werden, und wenn dafür nur eine Kirche zur Verfügung steht, in der auch Gottesdienste nach dem neuen Ritus gefeiert werden, so ist das kein Hinderungsgrund.

Ecclesia Dei sagt aber noch mehr: Eine Messe in der überlieferten Liturgie darf auch eine von mehreren bestehenden Sonntagsmessen ersetzen, und der Pfarrer kann auch eine "alte Messe" anbieten, ohne von einer besonderen Gruppe dazu aufgefordert zu sein. Damit haben wir aus Rom endlich die "Ausführungsbestimmungen", die die Restriktionen, die von einigen Bischofskonferenzen verfügt worden sind, aufheben.

Wir können heute also früher als geplant ein großes Informationspaket zur rechtlichen Stellung der überlieferten Liturgie anbieten: Zum einen die Anfrage aus Polen mit der römischen Antwort und deren Übersetzung, zum zweiten aber auch wie geplant das Gutachten von Michael Gurtner (als PDF mit 180 kb), das wegen seiner ausführlichen Argumentation im Gesamtzusammenhang von Summorum Pontificum weiterhin seinen Wert behält.

Hauptsache und Nebensache

Schluss mit dem unwürdigen Spektakel!

13. 2. 2010

sicher nicht ganz ohne alle Hintergedanken, aber jedenfalls völlig zu Recht verweist P. Matthias Gaudron von der FSSPX in einer aktuellen Presseerklärung der Bruderschaft zu den an vielen Orten begangenen „Faschingsmessen“ auf die Konstitution Sacrosanctum Concilium des II. Vatikanums:

Zitat: „Deswegen darf überhaupt niemand sonst, auch wenn er Priester wäre, auf eigene Faust in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern!“

Er bittet daher die deutschen Bischöfe, den unwürdigenden Spektakeln ein Ende zu bereiten und entsprechend dem Vorbild des Churer Bischofs Vitus Huonder dagegen vorzugehen. Dem können wir uns nur anschließen.

Hier gibt es den vollen Text der Presseerklärung. Einen Beitrag des Kirchenrechtlers Gero P. Weishaupt zum Thema findet man auf kathnews.

Pfarrer Markus Pohl

Alte Messe in Oerlinghausen

12. 2. 2010

Im Januar konnten wir Pfarrer Jolie aus Darmstadt vorstellen, der in seiner Pfarrei eine regelmäßige hl. Messe im alten Ritus anbietet. Im Februar kommt hier nun Pfarrer Markus Pohl aus Oerlinghausen (hier die Website der Pfarrei) in der Diaspora des Lipperlandes zu Wort, der in seiner Gemeinde ab diesem Jahr sogar jeden Samstag eine "alte Messe" feiert. Im Gemeindebrief schrieb er dazu:

Zitat: Vor einigen Jahren war es ein Poplied von der Gruppe Enigma, das viele junge Menschen erstmals mit dem Lateinischen, gregorianischen Choral bekannt gemacht hat, einer Musik, die in den Charts auftauchte, weil sie aus den Kirchen verschwunden war.

Die alte lateinische Messe will zum wesentlichen hinführen: Zu Jesus Christus, der am Kreuz für uns gestorben ist und wie die Sonne am Morgen im Osten aufgeht, auferstanden ist. Deshalb schauen Priester und Gemeinde gemeinsam nach Osten.

Ich habe diese Messe nicht gekannt, bin 1970 geboren. Wie fasziniert bin ich gewesen, als ich sie im Studium das erste Mal erlebt habe.

Die gewohnte neue, deutsche Messe bleibt, wie der Papst festgestellt hat, die ordentliche Liturgie der katholischen Kirche. Da braucht sich niemand ängstigen.

Hier bringen wir den ganzen Text.

Und jetzt suchen wir natürlich die nächste Pfarrei mit regelmäßiger alter Messe für den Monat März. Sachdienliche Hinweise erbeten an info(at)motu-proprio.de .

Die alte Liturgie und ihre Feinde

10. 2. 2010

Nein - es überrascht uns nicht wirklich, bei exsultet.net zu lesen, daß der Hamburger Wochenanzeiger für den Boulevard seinen Artikel zu Missbrauchsfällen an katholischen Schulen mit einem Bild von einer Priesterweihe im alten Ritus aus Wigratzbad dekoriert. Woher sonst sollte er Bilder nehmen, die in der Öffentlichkeit auf den ersten Blick „katholisch“ aussehen - und Wahrheitsliebe war nie die starke Seite der Hamburger.

Weder auf das Krawallblatt noch auf die Problematik ephebophilen Missbrauchs an Schulen und dessen öffentliche Verwertung in Kampagnen wollen wir eingehen - das können andere besser. Zum „Spiegel“ und dem gesamtgesellschaftlichen Umfeld seiner Kampagne lasen wir alles nötige bei André F. Lichtschlag, und zum Thema selbst fanden wir Überzeugendes und Informatives bei Manfred Lütz in der FAZ. Die "moderne Kränkung Zölibat" fasst Alexander Kissler ins Auge, und eine "Chronik der laufenden Ereignisse" führt Elsas Nachtbrevier.

Die neuen Seminaristen

Gute Nachrichten vom Institut Bon Pasteur

8. 2. 2010

Das Institut Bon Pasteur konnte am 2. Februar Einkleidung und Tonsur eines stolzen Jahrgang von 13 neuen Seminaristen feiern. Sie beginnen ihre Ausbildung am Seminar von Courtalain in der Nähe von Chartres. Sechs der Neuen kommen aus Brasilien, größtenteils mit italienischen Vorfahren; vier aus Frankreich, zwei aus Polen und einer aus Italien. Quelle:Messainlatino.it.

Bischof Mixa „in choro“ bei der alten Messe

Bischöfe und die
überlieferte Liturgie

6. 1. 2010

Die Kollegen von messainlatino.it veröffentlichen eine Liste von Bischöfen, die die alte Liturgie selbst zelebriert oder bei einer Feier im alten Ritus assistierend teilgenommen haben - zusammengestellt von Una Voce Malaga. Die Zusammenstellung "zelebriert oder assistiert" ist sicher insoweit sinnvoll, als damit jedenfalls Bischöfe „erfasst“ werden, die dem Motu Proprio des Papstes gerecht zu werden versuchen. Sie ist zumindest für Deutschland insoweit irreführend, als sie überdeckt, daß bisher kein amtierender Ordinarius es gewagt hat, im alten Ritus zu zelebrieren: Weihbischof Dick ist - als Weihbischof - schon lange emeritiert, und die amtierenden Ordinarien Mixa und Hanke haben nicht selbst zelebriert. Trotzdem sei Ihnen für ihre abgemessene Unterstützung gedankt.

Hier die spanische Liste in der von Martin Bürger redigierten Form. Einige Ergänzungen oder Korrekturen, die unsere Leser mitgeteilt haben, sind in kursiver Schrift eingefügt:

  • Argentinien: Bischöfe Baseotto, Laise und Sánchez Sorondo.
  • Australien: Kardinal Pell. Bischöfe Hart, Elliot, Grech, Coleridge und Jarret.
  • Belgien: Bischof Leonard, Bischof Harpigny von Tournai.
  • Brasilien: Bischöfe Areas Rifán, Silva Matthes, Da Silva und Guimaraes.
  • Chile: Kardinal Medina Estévez. Bischof Piñera Carvallo.
  • China: Kardinal Zen.
  • Dänemark: Bischof Kozon.
  • Deutschland: Bischöfe Dick, Hanke und Mixa.
  • Frankreich: Kardinäle Vingt-Trois und Ricard. Bischöfe Thomazeau, Scherrer, Madec, Boivineau, Delmas, Guillaume, Reund, Fikart, Aillet, Aumonier, Brouwet, Wintzer, Gaidon, Pansard und Riocreux.
  • Gabun: Bischöfe Engonel und Madega.
  • Großbritannien: Kardinal O´Brien. Bischöfe Stack, McMahon, Kenneund, Malcolm, Moran, Arnold, Hopes und Longleund.
  • Irland: Bischöfe Martin und Magee.
  • Italien: Kardinäle Antonelli, Piovanelli, Poggi und Scola. Bischöfe Bettori, Fisichella, Appignanesi, Tardelli, Oliveri, Giovanetti, Brugnaro, Rabitti, Molinari, De Magistris und Ravignani.
  • Kanada: Bischöfe Roussin, Miller, Prendergast, Elliot, Lemaund und Blais. Kasachstan: Bischof Schneider.
  • Kolumbien: Kardinal Castrillón Hoyos.
  • Liechtenstein: Bischof Haas.
  • Monaco: Bischof Barsi.
  • Neuseeland: Bischof Meeking.
  • Nigeria: Bischöfe Tochukwu Ukwuoma und Ochiagha.
  • Philippinen: Bischöfe Escaler, Obaundan und De Gregorio.
  • Polen: Zelebrierende Bischöfe: Balcerek, Depo, Dziuba, Pieronek, Zycinski. Assistierende Bischöfe: Golebiewski, Dec, Mizinski, Jarecki, Petz. Msgr. Szurek als infulierter Abt.
  • Schweiz: Bischöfe Genoud und Huonder.
  • Slowenien: Kardinal Rodé.
  • Spanien: Kardinäle Cañizares, Martínez Sistach, Herranz und Navarrete.
  • Sri Lanka: Bischof Ranjith.
  • Tschechien: Bischof Baxant.
  • Ungarn: Bischöfe Varga und Farhat.
  • USA: Kardinäle Foley, George, Levada und Egan. Bischöfe Vann Johnston, D´Arcund, Cordileone, Doran, Blair, Grech, Nienstedt, Bruskewitz, Finn, Morlino, Dewane, Bevard, Serratelli, Perrund, Slatterund, Burke, Matano, Burbidge, Foleih, Tobin, Hernann, Rhoades, Vigneron, Brunett, Timlin, Conleund, Reiss, Di Noia und Carlson.

Sonntagsmessen im alten Ritus

5. 2. 2010

Martin Rautenberg vom Michaelsbund hat zum Jahreswechsel seine Aufstellung der Sonntagsmessen im Deutsch sprechenden Raum auf den neuesten Stand gebracht - sein Stichtag ist jeweils der 1. Januar. Das Jahr hat also noch Potential zum Wachstum. Rautenberg zählt nur die regelmäßigen (All-)Sonntagsmessen, keine Mittwochnachmittags und keine jeden dritten Sonntag. Das hat Sinn, denn nur in der Regelmäßigkeit können die Gläubigen sich wieder aneignen, was verloren zu gehen droht.

Von den insgesamt 163 ermittelten Sonntagsmessen werden 77 von Priestern der FSSPX gefeiert, 28 von denen der Petrusbruderschaft und 58 von "sonstigen" - zu einem guten Teil wohl Pensionären. Nach wie vor werden denen, die die alte Messe besuchen, und erst recht den Priestern, die sie zelebrieren wollen, viele Hindernisse in den Weg gestellt. Trotzdem oder gerade deshalb will Rautenberg seine Aufstellung fortführen, bis 1000 erreicht sind. Die komplette Liste mit Zeit- und Ortsangaben sowie Telefonnummern steht hier zum Download.

Erzbischof Burke in Artallo

Die Rückkehr der Cappa Magna

3. 2. 2010

Um das gleich vorweg zu sagen: Nein, die Cappa Magna mit oder ohne Pelzbesatz, ob Hermelin oder Kaninchen, gehört nicht zum Glaubensgut, und ja: die katholische Tradition könnte auch ohne überleben. Aber die äußeren Zeichen stehen nun einmal für eine innere Haltung - bei denen, die sie zeigen ebenso wie bei denen, die sie sehen - und die Folgen der „Häresie der Formlosigkeit“ liegen inzwischen offen genug vor aller Augen.

Als vor gerade einmal zweieinhalb Jahren Summorum Pontificum erlassen wurde und die überlieferte Liturgie wieder ihr Recht (wenn auch lange noch nicht überall) im Leben der Kirche erhielt, war ein Prälat in Cappa seltener als ein weißer Rabe. Und auf der Suche nach der verloren geglaubten Winter-Cappa in Weiß durchforschte Google das Netz, was die Drähte hielten - lange erfolglos. Inzwischen sind wir soweit, daß ein Pontifikalamt mit feierlichem Einzug des Bischofs in der großen Cappa übersehen wird, weil doch letzte Woche schon eines war, und für nächste Woche wieder eines angesagt ist.

Am 24 Januar hat Erzbischof Raimond Burke, Präfekt der Signatura, in der Pfarrkirche des hl. Sebastian in Artallo ein Hochamt zelebriert, wie ein Hochamt sein soll - und die Kollegen von maranatha.it haben dazu eine Bilderschau gemacht - wie ein Bilderbuch.

SE George Cardinal Pell 2007 beim WJT in Köln

Tridentiner neuer Präfekt der Bischofskongregation?

1. 2. 2010

Noch ist es nur ein Gerücht - aber Andrea Tornielli hat schon öfter seine Ohren an den richtigen Türen im Vatikan gehabt. Jedenfalls meldet er heute in seinem Blog Sacri Pallazi, daß der Erzbischof von Sidney am 30. Januar eine Audienz bei Papst Benedikt hatte und daß man ihm beste Chancen für die Ernennung zum neuen Präfekten der Bischofskongregation einräumt.

Cardinal Pell unterstützt in allen Fragen die Absichten des Papstes - auch in Bezug auf die alte Liturgie, für deren Wiedergewinnung nach den Vorgaben von Summorum Pontificum er sich in jeder Hinsicht einsetzt. Er selbst hat schon mehrfach Pontifikalämter im alten Ritus zelebriert. Seine Ernennung zum Präfekten der Bischofskongregation wäre ein enormer Schritt dazu, die Arbeit dieser bisher oft undurchsichtigen Einflüssen folgenden Schlüsselbehörde der Kurie näher an die Richtlinien des Papstes zu bringen. Beten wir und hoffen.

Bischof Guimarães bei der Zelebration

„Tridentinischer“ Bischof wird Richter an der Signatura

30. 1. 2010

Zu Beginn dieser Woche hat der Papst neue Mitglieder für die Signatura - den „Verfassungsgerichtshof“ der Kirche - ernannt. eines der neuen Mitglieder ist Bischof Fernando Guimarães von Garanhuns in Brasilien. Bischof Guimarães spielte schon vor seiner Ernennung zum Bischof eine wichtige Rolle bei der Rückführung der dem alten Ritus anhängenden Katholiken von Campos und hat sich auch seitdem im eigenen Bistum und in der Weltkirche immer wieder für die überlieferten Liturgie eingesetzt.

In der Signatura hat Bischof Guimarães mit liturgischen Fragen vermutlich weniger zu tun. Aber aus der Tatsache, daß Erzbischof Burke, ebenfalls ein großer Fürsprecher für die alte Liturgie, Präfekt dieses Gerichtshofes ist und somit mindestens zwei Vertreter der Tradition an dieser wichtigen Stelle arbeiten, wird ersichtlich, wie wichtig es dem Papst ist, der Tradition an der Kurie wieder zu größerem Gewicht zu verhelfen.

Allerheiligen in Mariawald

Hausstudium für Mariawald

29. 1. 2010

Das Trappistenkloster Mariawald kann seit seiner Entscheidung zur Rückkehr zur alten Ordnung in Liturgie und Klosterleben eine steigende Zahl von Aufnahmegesuchen und Neueintritten verzeichnen. Um künftigen Priester-Mönchen auch den Weg zu einem theologisch orthodoxen und wissenschaftlich anspruchsvollen Studium zu eröffnen, wird in Mariawald jetzt mit Unterstützung namhafter Wissenschaftler ein Hausstudium eingerichtet. Eine Pressemitteilung von Abt Josef auf der Website informiert über die Einzelheiten.

Mit diesem (für Deutschland) noch ungewöhnlichen Schritt zieht die Abtei offenbar die Konsequenzen aus einer Situation an den theologischen Fakultäten, die sich in den letzten Jahrzehnten überwiegend soweit dem modernistischen Zeitgeist angepasst haben, daß ein Studium im Geist der Kirche dort kaum noch möglich erscheint.

Ukrainisch-katholische Liturgie

„Kürzlich aufgetretene neue Einflüsse aus dem Westen“

27. 1. 2010

Fr Tim Finigan zitiert auf „The Hermeneutic“ einen bemerkenswerten Abschnitt aus den römischen Instruktionen für die Liturgien der Ostkirchen vom Januar 1996:

107. Gebetsrichtung nach Osten

Seit alter Zeit ist es die Gewohnheit der Kirchen des Ostens, sich zum Gebet niederzuwerfen und nach Osten zu wenden; die Kirchen selbst wafren so angelegt, daß der Altar nach Ostengewandt war. Der hl. Johannes von Damaskus erklärt die Bedeutung dieser Tradition so:

Zitat: Es ist nicht eine einfache Gewohnheit oder ein Zufall, daß wir nach Osten gewandt beten. Denn Gott ist das erkennbare Licht (1 Jn 1.5), und in der Schtrift wird Gott als die Sonne der Gefrechtigkeit (Mal. 3.20) und der "Osten" (Zec. 3.8 LXX) bezeichnet, deshalb ist es notwendig, ihm im Gottesdienst den Osten zu weihen. Die Schrift sagt: Dann pflanzte Gott der Herr einen Garten in Eden, im Osten, und dort setzte er den Menschen hinein, den er geformt hatte. (Gen 2.28)

Auf der Suche nach dieser alten Heimat wenden wir uns zur Verehrung Gottes dorthin. Auch der Vorhang des Zeltes von Moses und der Vorhof der Versöhnung waren nach Osten gewandt; der Stamm Juda, der als der vornehmste galt, besiedelte die östliche Seite (Num 2.3). Im Tempel Salomos war das Tor des Herrn nach Osten gerichtet (Ez 44). Der Herr selbst schaute, als er am Kreuz hing, nach Westen, und so werfen wir uns in seiner Richtung nieder. Als er in den Himmel auffuhr, wurde er nach Osten hin erhoben, und so beteten ihn seine Jünger an, und so, wie sie ihn zum Himmel auffahren sahen, wird er wiederkommen (APG 1.11), wie der Herr selbst gesagt hat: „Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen, so wird auch das Kommen des Menschensohnes sein“ (Mt 24-27). In seiner Erwartung werfen wir uns nach Osten gewandt nieder. Das ist eine mündlich überlieferte Tradition die bis auf die Apostel zurückgeht."

Diese reiche und erstaunliche Erklärung macht klar, warum der Zelebrant, der der liturgischen Feier vorsteht, sich nach Osten wendet, und ebenso die teilnehmenden Gläubigen. Dabei geht es nicht, wie oft behauptet wird, darum, mit dem Rücken zum Volk zu zelebrieren, sondern darum, das Volk bei seiner Pilgerschaft hin zum Reich Gottes zu leiten und im Gebet bis zur Wiederkehr des Herrn anzuführen.

Diese Praxis, die in vielen östlichen Kirchen durch kürzlich aufgetretene neue Einflüsse aus dem Westen bedroht ist, hat tiefen Wert und muß in Übereinstimmung mit der liturgischen Spiritualität des Ostens aufrecht beibehalten werden. (...)

Ausgefertigt durch die Kongregation für die Ostkirchen am 6. Januar 1996 am Fest der Erscheinung des Herrn

Achille Card. Silvestrini, Präfekt,
+ Miroslav S. Marusyn, Sekretär

Bischof Fabian Bruskewitz

Einweihung der Seminarkapelle der Petrusbruderschaft

23. 1. 2010

Vor einer Woche hatten wir gemeldet, der Präfekt der Glaubenskongreagtion und Vorsitzende von Ecclesia Dei, SE William Kardinal Levada, werde die neue Kirche des Priesterseminars in Denton, Nebraska, am 3. März einweihen. Das war ein wenig voreilig, heute erreicht uns folgende Präzisierung:

Zitat:Die Priesterbruderschaft St. Petrus freut sich, bekannt geben zu können, daß die Einweihung der Neuen Kapelle des Seminars unserer Lieben Frau von Guadalupe am Mittwoch, den 3. März um 10.00 Uhr erfolgen wird. Das Pontifikalamt und die Einweihungszeremonie in der außerordentlichen Form des römischen Ritus wird Ortsbischof Fabian Bruskewitz zelebrieren.

Die fünfstündige Zeremonie wird in Anwesenheit eines ganz besonderen Gastes aus dem Vatikan stattfinden, nämlich von Kardinal William Levada, Präfekt der Glaubenskongregation. Die Priesterbruderschaft St. Petrus ist sehr erfreut, daß einer der höchstrangigen Kardinäle der Katholischen Kirche der Zeremonie beiwohnt. Die Anwesenheit von Kardinal Levada begründet sich aus seiner Stellung als Präsident der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, die von Papst Johannes Paul II. errichtet wurde und kürzlich von Papst Benedikt XVI. als erweitertes Aufgabenfeld die volle Inkorporation von Gemeinschaften und Einzelpersonen, die sich der außerordentlichen Form verbunden fühlen, zugewiesen bekam.“

S.E. Cardinal Cañizares beim Pontifikalamt in der Lateran-Basilika.

„Die Wiederherstellung der Liturgie ist die dringendste Aufgabe“

22. 1. 2010

In seinem Interview mit Il Foglio am 9. Januar sagte der Präfekt der Gottesdienstkongregation, Cardinal Cañizares Llovera, zu Summorum Pontificum unter anderem:

Zitat:Das Motu Proprio Summorum Pontificum hat einen großen Wert, den jeder anerkennen sollte, und das hat nicht nur mit der Liturgie zu tun, sondern mit der Kirche überhaupt, mit dem, was die Tradition ist und darstellt und ohne das die Kirche zu einer ständiger Veränderung unterworfenen menschlichen Einrichtung würde. Es ist offensichtlich, daß man das Motu Proprio ebenso sehen muß, wie man das zweite Vatikanische Konzil sieht oder sehen und interpretieren will. Wenn jemand das Konzil unter dem Schlüsselbegriff von Bruch und Diskontinuität sieht und interpretiert, dann mißversteht und entstellt er das Konzil völlig. Daher gestattet uns, wie der Papst betont, nur die Hermeneutik der Kontinuität eine richtige und zutreffende Sicht auf das Konzil. Nur so können wir die Wahrheit, die es ausspricht und lehrt, voll verstehen, und ganz besonders gilt das für die Konstitution Sacrosanctum concilium über die Göttliche Liturgie, die man auf keine Weise aus diesem Gesamtzusammenhang herauslösen kann. Dementsprechend hat das Motu Proprio den allerhöchsten Stellenwert für die ganze kirchliche Gemeinschaft."

Deutlich wie noch nie ein Präfekt der Gottesdienstkongregation äußert sich der Kardinal in diesem Interview zur akuten Krise der Liturgie und den von Papst Benedikt zu ihrer Überwindung eingeleiteten Maßnahmen. Das läßt sich nicht mehr als persönliche Meinung eines Prälaten abtun - das ist die Stimme der Gottesdienskongregation und der Wille des Papstes. Auch die deutschen Bischöfe werden Farbe bekennen müssen. Hier haben wir den Text für Sie übersetzt.

Erzbischof mit Schäfchen

Update zu Erzbischof Léonard von Brüssel:

22. 1. 2010

Die angekündigten Auszüge aus dem Beitrag des damaligen Bischofs von Namur auf der Liturgiekonferenz von Fontgombault haben wir hier für Sie übersetzt.

Es wird niemanden erstaunen, daß ein Teil der belgischen Presse inzwischen einen wütenden Propagandafeldzug gegen seine Ernennung gestartet hat. Weder der wettererprobte Bischof noch der Papst lassen sich davon beeindrucken. Mehr dazu bei The Hermeneutic of Continuity.

Der Kardinal beim Einzug mit Winter-Cappa

Vom Geist der Tradition III

22. 1. 2010

Wie bereits gemeldet, hat S. E. Kardinal Castrillon Hoyos am Dreikönigsfest bei den Franziskanern der Immakulata in Campocavallo ein Pontifikalamt „vom Throne“ zelebriert. Inzwischen ist bei Youtube eine sehr schöne Bilderschau von diesem Ereignis aufgetaucht - wir haben daraus ein Bild ausgewählt, das die Freunde des Rituals und Kenner von Ut sive sollicite besonders erfreuen wird.

Und ja - es sind eben gerade die Franziskaner der Immakulata, deren Habit und ganze Lebensführung an Einfachheit kaum zu übertreffen ist, die dem Kardinal bei seinem Besuch mit der größten Selbstverständlichkeit das Gewand des Kirchenfürsten ausgelegt haben.

Im Video: P. Franz Schmidberger

FSSPX zum Jahrestag der
Aufhebung der Exkommunikation

21. 1. 2010

Zum ersten Jahrestag der Aufhebung des Exkommunikationsdekretes gegen die Weihbischöfe der Piusbruderschaft hat der deutsche Distriktsobere P. Franz Schmidberger dem heilgen Vater im Namen aller Mitglieder der Bruderschaft und der mit ihr verbundenen Katholiken in Deutschland seinen „innigsten Dank“ für diesen „mutigen, zukunftsweisenden Schritt“ ausgesprochen. P. Schmidtberger bedauert, daß das „Medienspektakel um die Äußerungen eines der Bischöfe“ die wahre Bedeutung des Vorgangs verschleiert habe. Weiterhin zeigt er sich erfreut über die gute Atmosphäre und den bisherigen Verlauf der Gespräche zwischen der Bruderschaft und der Glaubenskongregation: „Zum ersten Mal können wir unsere Bedenken gegen gewisse Aussagen des II. Vatikanischen Konzils und der nachkonziliaren Entwicklung in Ruhe argumentativ den zuständigen Autoritäten vortragen“.

Die Stellungnahme P. Schmidbergers ist auf der Website der Bruderschaft als Video (6 Min.) veröffentlicht.

Pfarrer Hendrick Jolie

Alte Messe in Darmstadt-Ost

20. 1. 2010

Nein, so würden wir es nicht ausdrücken - aber genau so ist die Lage „draussen im Lande“, wo seit 40 Jahren so getan wird, als sei die Kirche 1969 gegründet worden:

Zitat:Ich möchte die lateinische Messe aus der Schmuddelecke herausholen“, sagt Pfarrer Jolie, seit 1997 Pfarrer in St. Michael / Nieder-Ramstadt. „Einen Versuch ist es wert.“

Die Rede ist von der sogenannten „tridentinischen Messe“, die in der katholischen Kirche bis in die sechziger Jahre weltweit gefeiert wurde – in Latein, der Priester mit dem Rücken zum Volk. „Der Papst hat diese Messe vor drei Jahren rehabilitiert, und besonders junge Leute interessieren sich dafür“, so Jolie. Er selbst schätze an dieser Messform, weil sie den Sinn für die Ehrfurcht und das Sakrale stärker fördere. „Wir feiern diese Messe in St. Michael seit zwei Jahren jeden Samstag früh“, so Jolie. „Nun machen wir ein Experiment und gehen auf einen Sonntag. Die Leute sollen wissen, dass sie nichts Böses tun, wenn sie sich für diese Form interessieren.“

Während eines Besuchs von Weihbischof Guballa vor einigen Wochen habe er ein intensives Gespräch über die Frage der Alten Messe geführt, so der Pfarrer, der seit 2006 die vier Pfarreien Nieder- und Ober-Ramstadt sowie Modau und Roßdorf-Gundernhausen leitet. „Hier in der Region gibt es Gottesdienste für Jugendliche, für Familien, für Verliebte und mittlerweile auch für Geschiedene. Warum soll es nicht auch eine Messe für Liebhaber der latenischen Form geben“

Alle vier Wochen werde es ab Februar eine alte Messe geben: „Nachmittags, selbstverständlich als zusätzliches Angebot. Wir wollen niemanden überfahren“, so Jolie. Aber das Interesse sei da. (Quelle)

Herzlichen Dank an Pfarrer Jolie - und hoffentlich finden sich weitere Pfarrer bereit, seinem Beispiel zu folgen. Nur wenn die traditionelle Liturgie überall bekannt gemacht wird, kann sich der Wunsch des Papstes erfüllen, ihre Feier möge zu einer Resakralisierung der Liturgie beitragen.

Dr. René Strasser

Liturgie -
eine Schicksalsfrage der Kirche

19. 1. 2010

Im Oktober hatten wir gemeldet, daß kath.info mit der Wiedergabe einer umfangreichen Arbeit des Schweizer Literaturhistorikers Dr. René Strasser zur Situation der Liturgie begonnen hatte. Diese Arbeit ist nun mit der 7. und letzten Folge abgeschlossen. Von seinem Denkansatz her schließt sich Strasser eng an Josef Ratzinger und den Geist der Liturgie an - darüber hinausgehend rückt er die Liturgie als Kunstwerk und insbesondere als Schatzhaus von Sprachkunstwerken ins Bewußtsein.Von Werken, deren Wert weit über Ästhetik allein hinausreicht und hinausführt.

Zitat:Können wir es uns leisten, auf diese Schätze zu verzichten, zu verzichten auf das, was erlauchte Geister, unter ihnen viele Namenlose, wie Ambrosius, Venantius Fortunatus, Hrabanus Maurus, Hermannus Contractus, Thomas von Celano, Thomas von Aquin gedacht, gedichtet und gebetet haben?

Nein, antwortet Strasser, für den Gottesdienst ist nur das Beste gut genug, und wo die Liturgie verarmt, verarmen der Glaube und die Menschen insgesamt.

Zitat:Vieles vom großen Schatz der jahrhundertalten kirchlichen Überlieferung ist in den vier Jahrzehnten nach dem Konzil verloren gegangen, dem Zeitgeist geopfert worden, und der Sinn für Kontinuität und Tradition ist geschwunden. Es werden gewaltige Anstrengungen unternommen werden müssen, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten oder sie rückgängig zu machen. Kein Preis kann dafür zu hoch sein, auch nicht der eines Gesundschrumpfens und eines vorübergehenden Rückzugs in die Katakomben.

Den ganzen überaus lesenswerten Text finden Sie hier auf kath-info.de

Bischof Leonard 2007 nach der Priesterweihe in Wigratzbad

„Tridentiner“ wird neuer Erzbischof von Brüssel

18. 1. 2010

Nun ist es amtlich: Andre-Mutien Léonard, seit 1991 Bischof von Namur, wird neuer Erzbischof von Mechelen-Brüssel und Primas von Belgien. Der 1940 geborene Léonard hat sich nicht nur als lehramtstreuer Theologe - und das will in Belgien schon etwas heißen - einen Namen gemacht, er ist auch ein erpropter Freund der alten Liturgie. 2007 vollzog er die Priesterweihen für die Petrusbruderschaft in Wigratzbad, 2008 zelebrierte er das feierliche Pontifikalamt in der a.o. Form auf dem Eucharistischen Kongress in Quebéc. In seiner Diözese hat er mehrfach im alten Ritus zelebriert. Er ist zweiter Nachfolger von Kardinal Suenens, der auf dem 2. Vatikanum einer der Hauptvertreter der modernistischen Linie war und von vielen für den weitgehenden Zusammenbruch der Kirche in Belgien verantwortlich gemacht wird.

2001 nahm der künftige Erzbischof (und Kardinal) zusammen mit dem damaligen Kardinal Josef Ratzinger an der Liturgischen Konferenz in Fontgombault teil, auf der die Perspektiven für die Wiederherstellung der Liturgie erörtert wurden. Wir haben den größeren Teil seines dort gehaltenen Diskussionsbeitrags übersetzt.

John Sonnen fotografiert unermüdlich alle, die in Rom Habit oder Soutane tragen

Vom Geist der Tradition II

17. 1. 2010

Auch Fr. Sean Finegan vom Blog Valle Adurni war zur Klerikerkonferenz in der 2. Januarwoche in Rom - hier sein Bericht über bemerkenswerte Veränderungen im Stadtbild.

Zitat: Nachdem unser Heiliger Vater jetzt schon ein paar Jahre im Amt ist, war es schon interessant, zu sehen, ob und wieweit sich in Rom etwas verändert hat. Am deutlichsten sieht man das wohl in der Liturgie.

  1. Ich habe nur zweimal Altäre mit den früher allgegenwärtigen zwei Kerzen auf der einen und einem Blumengebinde auf der anderen Seite gesehen.
  2. Auf den meisten Altären sieht man die eine oder andere Art des "Benediktinischen Arrangements - also ein Kruzifix in der Mitte und Kerzen rechts und links. Meistens waren es zwei oder - wie im Lateran - vier Kerzen, manchmal auch sechs.
  3. Fast alle Kirchen waren zum Gebet geöffnet, und in den meisten beteten auch einige Leute. Das ist etwas völlig Neues. Ich bin daran gewöhnt, daß viele römische Kirchen fest verschlossen sind, und so kam ich in jede Menge Gebäude, in denen ich vorher noch nie war.
  4. In der Via dei Cestari in der Nähe des Pantheon, wo die Kirchenausstatter ihre Geschäfte haben, sieht man nun alle Arten von traditionellen Gewändern und Gerätschaften. Früher konnte man solche Sachen nur bei dem bezaubernd unterwürfigen Personal von Gamarelli ('Splenditatis Vendor') oder den stets mürrischen Verkäufern von Serpone erwerben. Reliquiare gab es nur bei Arte Sacra - jetzt bekommt man sie überall. Der Eigentümer erzählte einem Mitbruder, daß die 60er und 70er Jahre ihn fast in den Ruin getrieben hätten, aber jetzt gingen die Geschäfte wieder glänzend. Ein anderer Mitbruder meinte, daß wenn die Leute bereit sind, für etwas Geld auszugeben, das heißt, daß es ihnen wirklich ernst ist.
    Selbst bei Slabbinck, dieser Musterkollektion des Geschmacks der 70er Jahre, gab es das eine oder andere ordentliche Teil.
  5. Soutanen sieht man auf der Straße immer noch selten, aber ich sah viel mehr Männer im Habit als früher
  6. Ich habe mir sagen lassen, daß man am frühen Samstagmorgen an vielen Altären der Peterskirche sehen kann, daß die alte Messe zelebriert wird.

Andererseits haben die Italiener immer noch das Bedürfnis, unentwegt während der ganzen Messe zu tratschen. Ich meine nicht die Gläubigen, ich meine die Priester. Es gibt kaum fünf Sekunden Ruhe. Ich nahm an einem Morgen an einer Messe teil, genauer gesagt, ich betete in einer Seitenkapelle mein Brevier, wo der Priester ohne jede Unterbrechung sang oder redete. Neben all dem Üblichen gab es eine längere Predigt zur Einführung, eine weitere vor den Lesungen, noch eine danach. Dann Hochgebet 2, natürlich, im Schnellgang, und dann teilte auch noch ein Kommunionhelfer die Eucharistie aus, so daß der Zelebrant den Gemeindegesang anführen und ins Mikrophon brüllen konnte.

Und das war dann auch noch „Stille Nacht“.

Auf der Website der Benediktinerinnen

Vom Geist der Tradition

16. 1. 2010

Die Benedikterinnen Mariens, der Königin der Apostel, gehören zu den jungen und wachsenden Frauenkongregationen in den USA, die ihr Ordensleben im Sinne der Tradition gestalten und die überlieferte Liturgie pflegen. Einen wesentlichen Teil ihres Lebensunterhalts verdienen die Nonnen, wie seit Jahrhunderten üblich, mit der Anfertigung von Paramenten. Dazu schreiben sie auf Ihrer Website:

Zitat:Da wir so vor Unserer Lieben Frau stehen, sind wir voll Eifer für die Ehre des Priestertums und für das große Geheimnis der göttlichen Liebe zu den Menschen, das die Priester für uns jeden Tag in der hl. Messe erneuern. Unsere Unterstützung des Priestertums durch das Gebet hat uns dazu geführt, die Herstellung von Gewändern, Paramentenstickereien und Altarwäsche in Handarbeit in den Mittelpunkt unserer Arbeit zu stellen. Wir verwenden die besten Ausgangsmaterialien, hauptsächlich reine Seide und Brabanter Leinen, denn wir glauben, daß die Schönheit des Altars und die würdige Gewandung der Priester auf ganz wichtige Weise die Realität der wahrhaften Gegenwart unseres Herrn in der Eucharistie zum Ausdruck bringen. Im benediktinischen Geist kontemplativer Stille weben wir unsere Gebete in unsere Nadelarbeit ein und sind bemüht, würdige Gefäße in der Hand unserer Herrin zu sein, die Gnade und Erbarmen aufnehmen, die vom Herzen ihres Sohnes ausströmen, und über Seine Priester ausgießen. In anderen Worten: Jeder Nadelstich ist ein Gebet für die Heiligung des Priesters, der später einmal dieses Gewand tragen wird."

Einkleidung vor der Einkleidung

Die Benediktinerinnen Mariens, Königin der Apostel konnten am Dreikönigstag dieses Jahres vier Einkleidungen und eine Profess feiern. Offiziant war Bischof Robert Finn von Kansas City, für den die Nonnen extra zu diesem Anlaß eine 7 Meter lange Cappa Magna geschneidert hatten. Wie hätte er es versäumen können, sie auch anzulegen. Zwei großartige Bilderserien mit glücklichen Bräuten Christi, einem Bischof in nahezu kardinalsroter Cappa und einem großen Korb von abgeschnittenen Haaren zeigt das Blog "Kansas Catholic", das auch sonst immer wieder einen Besuch wert ist.

'Renovierung als Bildersturm' ist eines der Themen, das Colafemmina auf seinem Blog „Fides et Forma“ immer wieder aufgreift.

Wenn die Liturgie zur Show degeneriert

16. 1. 2010

Die Formlosigkeit, das hat Martin Mosebach zur Genüge dargelegt, ist einer der schlimmsten Feinde nicht nur der alten Liturgie, sondern jeder Liturgie und jedes Gottesdienstes überhaupt. Ihre Verbündeten beherrschen freilich die Kunstausschüsse der Diözesen und die Juries kirchlicher Bauherren, wo Unverstand und Unbildung sich gegenseitig mit Aufträgen segnen, und nur ein Dogma gilt: „Modisch muß es sein.“

Der italienische Publizist Francesco Colafemmina hat einen flammenden Aufruf an Papst Benedikt gerichtet, in dem er ihn darum bittet, dem Unfug ein Ende zu machen. Wir zitieren Auszüge und sagen Ihnen, wo Sie den ganzen Text lesen und ihn mit Ihrer Unterschrift unterstützen können.

Zitat:Tag für Tag sehen wir mehr sakrale Bauten, die des Heiligen beraubt und ohne jede Kenntnis der Liturgie errichtet werden und nur funktionalen Kriterien oder den unüberlegten und willkürlichen Launen eines „kreativen“ Architekten folgen. Wir sehen unsere Kirchen von Bildern und Symbolen überfließen, die im großen und ganzen „religiös“ sind, aber keine wirklich katholische Realität darstellen, beziehungsweise – was schlimmer ist – die höchste Wahrheit der Inkarnation verzerren. Wir sehen unsere Lektionare von albernen und ungestalten Zeichnungen überquellen, die eine entsprechende Einführung in jene Feiern darstellen, die Sie schon als Kardinal als „zu einer Show degenerierte Liturgie“ gebrandmarkt hat (Vorwort zu: Klaus Gamber, Die Reform der römischen Liturgie). Es sind Feiern, die die Fähigkeit der Kunst, das Göttliche zu zeigen und darzustellen, zerstören und lächerlich machen können. Und wir hören immer mehr Melodien und Lieder, die in ihrer Phantasielosigkeit nichts mehr mit der feierlichen Tradition der Gregorianischen Melodie zu tun haben. Mit einem Wort: Die sakrale Kunst und der Sakralbau scheinen heute die beglückende und lebendig machende Begegnung mit dem einen wahren Gott nicht zu fördern, sondern vielmehr permanent zu behindern und zu pervertieren.

Heiliger Vater, obwohl vier Jahrhunderte seit seiner Veröffentlichung vergangen sind, scheint uns der Discorso intorno alle imagini sacre e profane von Kardinal Gabriele Paleotti (1582) mit unveränderter Klarheit den Hauptgrund für die derzeitige Entgleisung darzustellen: „Wir sind der Meinung, dass der Wildwuchs nicht so sehr den Irrtümern zuzuschreiben ist, die die Künstler begehen, wenn sie den Bildern Form verleihen, als vielmehr den Irrtümern jener Auftraggeber, die es versäumen, dies auf die gebührende Weise zu tun: sie sind der wahre Grund für den Wildwuchs, da die Künstler lediglich ihren Instruktionen folgen.“

Hier finden Sie den ganzen Text und die Möglichkeit, ihn durch Ihre Unterschrift zu unterstützen: Appelloalpapa.

S.E. Kardinal Levada auf Besuch in Brisbane

S.E. Kardinal Levada weiht die neue Kirche der Petrusbruderschaft ein

15. 1. 2010

Das Gesicht der „neuen“ Kommission Ecclesia Dei war bisher das ihres Sekretärs, Msgr Guido Pozzo. Er ist auch verantwortlich für ihr „operatives Geschäft“. Präsident der Kommission ist jedoch seit der Umorganisation der Präfekt der Glaubenskongregation, der bisher im Bereich der alten Liturgie nicht hervorgetretene amerikanische Kardinal William Levada.

Deshalb verdient es besondere Aufmerksamkeit, daß der Kardinal selbst am 3. März die derzeit unmittelbar vor der Fertigstellung stehende Kirche des amerikanischen Priesterseminars der Petrusbruderschaft in Denton, Nebraska einweihen wird. (Quelle). Kirchenrechtlich gesehen hat der Bau nur den Status einer Kapelle. Da man sich unter einer „Kapelle“ im Deutschen aber eine kleine Angelegenheit mit Platz für vielleicht 20 oder 30 Gläubige vorstellt, sollte man den Bau bei einem Fassungsvermögen von weit über 200 Personen durchaus als Kirche ansprechen. Hier findet man eine umfassende Dokumentation der Baugeschichte in Bildern.

Mit dem hl. Gregor gegen Willkür und Beliebigkeit

11. 1. 2010

Ars Celebrandi nennt Hw. H. Ulrich Terlinden, Pfarrer in Senden, seine neue Website, und er gibt ihr den Untertitel: „Zelebrationsschule der Messe nach der Ordnung Pauls VI. im Lichte der Ordnung Gregors des Großen“.

Wir zitieren aus seiner „Hinführung“:

Zitat:Ende der sechziger Jahre lösten sich viele traditionelle Formen und Umgangsweisen in allen Bereichen des Lebens auf. Die Zeit war experimentell und unkonventionell. Man muß dafür dankbar sein, daß das in dieser Zeit entstandene und bis heute gebräuchliche Missale von 1969 verhältnismäßig konservativ ausgefallen ist. Es versucht im Wesentlichen eine Rekonstruktion der römischen Pfarrliturgie des 12. Jahrhunderts. Das Ergebnis dieses Versuches ist hier ebensowenig zu bewerten, wie der Versuch selbst. Entscheidend ist, daß das Missale selbst nur einen kleinen Teil der Veränderungen ausmacht, die tatsächlich seit 1965/1969 in unseren Kirchen geschahen. Die weitgehende Abkehr von allen traditionellen Formen (z.B. Hochaltar, Meßgewand, Latein, liturgischer Gesang, Weihrauch, persönliches Zurücktreten der Person des Priesters hinter das Amt) geht über das Meßbuch Pauls VI. weit hinaus. Es herrschen oft Subjektivität und Willkür...

Dem will Pfarrer Terlinden entgegenwirken:

Zitat:Mitten im Zweiten Weltkrieg erschien das Buch „Ritus und Rubriken der heiligen Messe“ von Wilhelm Lurz. Es erklärt, wie andere Zelebrationsschulen dieser Zeit, die gregorianische Meßordnung für Priester, Diakone, Subdiakone und Ministranten sozusagen zentimetergenau. Nichts ist ausgelassen. Wer heute dieses zu Pedanterie und Zwanghaftigkeit neigenden Werk in die Hand nimmt, wird vielleicht fragen: Hatte man damals keine anderen Sorgen?

Wir haben heute genau solche Sorgen: Die Liturgie der Messe ist in den „wilden Jahren“ unter das Leitwort „authentisch“ gestellt worden; der Priester solle nur so zelebrieren, wie es (zu) ihm paßt. Wie man geht, wie man steht, wie man die Hände hält – alles war ins Belieben des Zelebranten gestellt, wenn das auch nicht immer durch die neuen, deutlich sparsameren Rubriken des Meßbuchs von 1970/75 gedeckt war. (...)

Nicht nur weil Papst Benedikt sich eine gegenseitige Befruchtung der beiden Meßordnungen der römischen Kirche wünscht, ist ein Blick in die alten Rubriken und auch in den „Lurz“ sinnvoll: Die Kenntnis der Tradition macht den Zelebranten im Umgang auch mit den erneuerten Formen sicherer.

In diesem Sinne wird hier versucht, einige Hinweise zu einer Zelebrationsweise zu geben, die nach persönlicher Zurückhaltung und Objektivität strebt. Das, was in der paulinischen Ordnung der Messe nicht geregelt ist, wird aus den Regeln der gregorianischen entwickelt. In den Punkten, wo eine Bereicherung des paulinischen Ordo durch den gregorianischen möglich und besonders naheliegend scheint, wird auf die überlieferte Form hingewiesen.

Das Vorhaben ist überfällig. Und die Art der Durchführung erscheint uns beim ersten Anschauen höchst gelungen. Wir wünschen Pfarrer Terlinden viele Besucher aus dem Kreis der Gläubigen, die es (noch) nicht bis zu uns geschafft haben.

Bild: University of Glasgow

Ein Sonderangebot...

10. 1. 2010

... ist es nicht gerade - aber wann bietet sich schon die Gelegenheit, das Rationale des Guilelmus Durandus (1230- 1291) in einer relativ zeitnahen Ausgabe zu erwerben: Aus dem Jahre 1475 datiert die Ausgabe des Rationale diuinorum officiorum, das derzeit im Antiquariatshandel angeboten wird. Eine einmalige Chance, eine frühe Druckausgabe des für Jahrhunderte maßgeblichen Werkes der allegorischen Messerklärung zu erwerben, fast 100 Jahre älter als das hier abgebildete Exemplar der Universität Glasgow . Einfach im ZVAB nach „Guillaume Duranti“ suchen, 31 000 US$ überweisen, schon ist man der stolze Besitzer.

Frauen bedrängen den Bischof

Zwei Welten in Rom und Thiberville

8. 1. 2010

Größer kann man sich den Kontrast kaum vorstellen: In Rom demonstrieren die Kardinäle Hoyos, der langjährige Präsident von Ecclesia Dei, und Canizares, amtierender Präsident der Kongregation für den Gottesdienst, die Einheit der Kirche in beiden Riten: Kardinal Hoyos zelebrierte am 5. Januar für die Teilnehmer der Klerikerkonferenz zum Priesterjahr ein Pontifkalamt im neuen Ritus in Santa Maria in Trastevere. Am 8. Januar, dem Schlußtag der Konferenz, zelebrierte Kardinal Canizares ein feierliches Pontifikalamt in der Lateranbasilika im alten Ritus.

Die tiefe Uneinigkeit, die die Kirche seit Jahrzehnten zu zerreißen droht, trat indessen in der kleinen französischen Stadt Thiberville zutage, wo der Ortsbischof gerade den langjährigen traditionsorientierten Pfarrer abgelöst und durch einen Teilzeitseelsorger im Rahmen eines umfangreichen Pfarreienverbundes ersetzt hatte. Als der Ortsbischof zur Amtseinsetzung des Neuen mit allen Insignien des siegreichen Modernismus – Regenbogen-Casel, Messdienerinnen, Konzelebranten mit Überstola– in die Kirche einzog, wurde er lautstark ausgebuht. Zwei Frauen beschimpften den Bischof auf Rempeldistanz und zogen an seiner provokanten Gewandung; eine dritte zerrte wutentbrannt ihren Sohn aus der Schar der Messdiener und verließ mit ihm die Kirche – zusammen mit dem größten Teil der ortsansässigen Gemeinde.

An der Deutung dieser friedlichen Bilder aus Rom und der erschreckenden Bilder aus Thiberville versuchen wir uns in einem ausführlicheren Kommentar.

Msgr Guido Marini

Eine Absage an jede
Hermeneutik des Bruches

Update: exsultet.net hat mit der Übersetzung begonnen.

7. 1. 2010

Morgen endet in Rom die Klerikerkonferenz zum Priesterjahr, an der Hunderte von Priestern hauptsächlich aus den englischsprachigen Ländern teilgenommen haben. Wir werden auf einige Aspekte dieser Konfrenz noch gesondert zurückkommen. Schon heute läßt sich sagen, daß das bedeutendste Ereignis und wohl auch Ergebnis dieser Konferenz die große Rede von Msgr. Guido Marini, dem Zeremonienmeister des Papstes, war, die am gestrigen Mittwoch gehalten worden ist. Der Text liegt uns bisher nur in Englisch vor - nachzulesen auf TNLM.

Die Übersetzung der langen Rede überfordert unsere Kräfte, aber auch eine Zusammenfassung ist nicht zu leisten: Die Rede ist nicht weniger als eine umfassende Einführung in das liturgische Denken und Wollen von Papst Benedikt. Sollte es bisher noch möglich gewesen sein, die Vorstellungen des Papstes in Frage zu stellen oder als „nicht der Zeit gemäß“ abzutun - nach dieser Zusammenfassung ist das nicht mehr möglich. Aus allen wesentlichen Werken des Papstes zieht Msgr. Marini die Aussagen Josef Ratzingers zur Liturgie zusammen und stellt sie - zugleich mit den Anstrengungen des 2. Vatikanischen Konzils - in die große Tradition der Kirche, die den einzigen Boden bildet, auf dem Liturgie bestehen kann, wenn sie Gottesdienst und nicht Menschendienst sein soll.

Die neue Website zu Summorum Pontificum - ein Klick bringt Sie hin.

Kommentar zu Summorum Pontificum online

5. 1. 2010

In den Letzten Monaten konnten wir mehrfach Kommentare des Kirchenrechtlers Gero P. Weishaupt zu einzelnen Aspekten von Summorum Pontificum veröffentlichen. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen und der ganze Kommentar steht auf der Website Motu Proprio Summorum Pontificum Kirchenrechtlicher Kommentar für die Öffentlichkeit zur Verfügung.

Neben einer ausführlichen Einführung in die allgemeine Problemsituation enthält die Website den gesamten Text abschnittweise in lateinischer und deutscher Sprache, an die sich jeweils die kommentierenden Bemerkungen anschließen. Dabei greift der Autor neben den canones des kirchlichen Rechts auch auf neuere Literatur zum Thema zurück und eröffnet so ein umfassendes Gesamtbild der Rechtslage. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis und einige Linklisten runden den Auftritt ab.

Wer ungern am Bildschirm liest, kann damit rechnen, daß der Kommentar im Lauf des nächsten Halbjahres auch in Buchform erscheinen wird.

Vincenzo Nuara OP

Mehr Personal für Ecclesia Dei

3. 1. 2010

Nach einer Meldung von Messainlatino wird die Päpstliche Kommission Ecclesia Dei demnächst um zwei weitere Mitarbeiter verstärkt: Der Dominikaner Vincenzo Nuara ist bekannt als Organisator der Tagungen zu Summorum Pontificum, die in den beiden letzten Jahrn in Rom stattfanden. Der Brasilianer Almiro de Andrade gehört der Petrusbruderschaft an und war bereits in der Vergangenheit als „außeretatmäßiger“ Mitarbeiter des Kommissionssekretärs Msgr. Pozzo tätig. Damit werden zwei ausgewiesene Experten des alten Ritus künftig eine feste Position in der Kommission einnehmen.

Bemerkenswert an der Berufung Pater de Andrades von der Petrusbruderschaft ist der Umstand, daß damit erstmals ein Mitglied einer der sogenannten „Eclesia Dei-Gemeinschaften“ auch formell Mitglied der Kommission ist, die für das Leben und die Liturgie dieser Gemeinschaften verantwortlich ist. Das ist ein wichtiger Schritt zur inhaltlichen Ausfüllung der Übereinkunft zwischen dem damaligen Kardinal Ratzinger und Erzbischof Lefebvre von der Piusbruderschaft vom 5. Mai 1988. Dort war festgelegt worden, daß die Kommission „aus einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und fünf Mitgliedern zusammengesetzt sein (solle), von denen zwei Mitglieder der Bruderschaft angehören“.

Kardinal Cañizares Llovera

Das Jahr fängt gut an

1. 1. 2010

Das Pontifikalamt im alten Ritus „vom Thron“, das Kopenhagens Bischof Kozon am 10. Januar in seiner Kathedrale feiern wird, hatten wir bereits gemeldet. Bereits am 6. Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn, wird S.E. Kardinal Castrillón Hoyos bei den Franziskanern der Immakulata in Osimo ein Pontifikalamt, ebenfalls „vom Thron“ zelebrieren.

Von besonderem Interesse dürfte sein, daß auch bei der Klerikerkonferenz zum Priesterjahr, die am 4. Januar in Rom beginnt, an zwei Tagen „tridentinisches“ auf dem Programm steht: am 6. Januar feiert der unlängst nach Rom berufene amerikanische Erzbischof Joseph Augustin Di Noia O.P. eine Pontifikalvesper, am 7. Januar der Präfekt der Gottesdienstkongregation, S.E. Kardinal Cañizares, ein feierliches Pontifikalamt.

Allen unseren Lesern ein gnadenreiches und erfreuliches Jahr 2010!

Weihnachtsunfriede 2009

25. 12. 2009

Beim Angriff einer, wie es heißt „verwirrten Person“ auf den zur Christmette einziehenden Papst stürzte der Papst zu Boden, konnte die Prozession jedoch unverletzt fortsetzen und anschließend die Christmette feiern. Der ebenfalls zu Boden gerissene Kardinal Etchegaray (87) mußte ins Krankenhaus gebracht werden, wo ein Oberschenkelhalsbruch diagnostiziert wurde.

Christ ist geboren!

Weihnachten 2009

Konrad v. Soest, 1370 - 1425

 

Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt!
Auf seiner Schulter ruht das Reich!
Sein Name ist: Bote des göttlichen Rats.

Allen unseren Lesern, Helfern und Freunden wünschen wir ein gnadenreiches Weihnachtsfest und ruhige Tage im Kreise ihrer Lieben.

Wir werden in diesen Tagen den Computer meiden und uns nur melden, wenn wirklich wichtige und aufregende Nachrichten einlaufen.

Missale von 1612

Missale Romanum für die Peterskirche

23. 12. 2009

Priester, die seit der Freigabe der alten Messe vor zwei Jahren in der Peterskirche zu Rom im „außerordentlichen Ritus“ zelebrieren wollten, mußten sich ihr eigenes Missale mitbringen. In der Sakristei, so hieß es stets auf entsprechende Nachfrage, sei leider kein einziges Exemplar verfügbar. Es muß eine dreistellige Zahl davon gegeben haben - wo sind sie geblieben? Entsorgt, vernichtet, verbrannt? Kaum vorstellbar, wenn man bedenkt, daß Stück für Stück jetzt auch andere "vokonziliare" Objekte wieder zum Vorschein kommen, die vom Furor der Reformer für Jahrzehnte aus dem Verkehr gezogen worden waren.

Ein Priester des Instituts vom Guten Hirten, Stefano Carusi, wollte jedenfalls nicht warten, bis die alten Missale wieder zum Vorschein kämen und wandte sich mit einer Beschwerde an den Erzpriester und obersten Verwalter der Peterskirche, Kardinal Comastri. Und der veranlaßte tatsächlich die Anschaffung von vier Missales nach dem Stand von 1962.

Die ganze Geschichte samt dem Schreiben von Carusi findet sich auf messainlatino.it unter dem Datum vom 18. Dezember.

Das Erinnerungsphoto in der Sakristei

Msgr Pozzo beim
Institut Christus König
und Hoher Priester

21. 12. 2009

Nachdem der (schon nicht mehr ganz so neue) Sekretär der Kommission Ecclesia Dei, Msgr Guido Pozzo, im September ein feierliches Amt in der Pfarrkirche der Petrusbruderschaft in Rom gefeiert hatte, zelebrierte er am 4. Adventssonntag in der Kirche Gesù e Maria, die dem Institut Christus König und Hoher Priester anvertraut ist.

Die Tatsache selbst verdient kaum eine besondere Erwähnung: Es ist normal, daß der Sekretär die Gruppen, für die er zuständig ist, gelegentlich besucht - zumindest, wenn er dahin fast zu Fuß gehen kann. Aber die Leute vom ICKX wird es freuen, daß der Sekretär offenbar auch keinen Anstoß an den sehr farbenfreudig-barocken Gewändern der Würdenträger und Altardiener des Instituts genommen hat. Mausgrau oder hären ist - wenigstens in Rom - nicht mehr die einzige zulässige katholische Farbe. Mehr Bilder gibt es bei Cattolici Romani, unten auf der Seite. Oben hat es Bilder vom Besuch von Bischof Athanasius Schneider in Gesù e Maria.

Architektenentwurf des Anbaus

Petrusbruderschaft muss anbauen

20. 12. 2009

Die überaus erfreuliche Entwicklung der Seminaristenzahlen in den letzten Jahren hat dazu geführt, daß die Petrusbruderschaft ihr vor 10 Jahren erichtetes Seminar in Wigratzbad erweitern muß. Das Seminar erhält einen Neubau, der auf absehbare Zeit für den Raumbedarf der europäischen Distrikte ausreicht.

Durch die Inanspruchnahme günstiger Kredite für „Energieeffizientes Bauen“ wird die Finanzierung zwar erleichtert, da aber auch preisgünstige Kredite zurückgezahlt werden müssen, bittet die Bruderschaft ihre Freunde um großzügige Unterstützung.

Sedia, Flabelli und Nobelgarde

Die päpstliche Liturgie der 50er Jahre

17. 12. 2009

...wird erneut lebendig in einer Reihe von Wochenschauen und anderen alten Filmen, die New Liturgical Movement ausfindig gemacht und verlinkt hat: Link zu TNLM.

Nicht alles, was auf diesen Bildern gezeigt wird, wäre es wert, wieder rekonstruiert und zurückgeholt zu werden. Aber ein Gedanke läßt einen nicht los: viel hat die Kirche abgestreift, um sich der "Welt von heute" gegenwärtiger zu machen - und wie vielleicht nie seit dem Ende der Christenverfolgungen Julian Apostatas tut diese Welt sie als so verächtlich und unheilbar gestrig ab, wie heute.

Abt Marian Eleganti

Interview mit dem zukünftigen Weihbischof in Chur

15. 12. 2009

gloria-TV hat ein über halbstündiges Interview mit dem zukünftigen Weihbischof im Bistum Chur, Abt Dr. Marian Eleganti von St. Otmarsberg, gemacht. Es ist aus vielen Gründen hörenswert. Zur alten Messe sagte der zukünftige Bischof (Jahrgang 1955), daß er sie noch als Messdiener kennengelernt hat, aber auch ebenfalls noch als Messdiener auf die neue Liturgie "umgeschult" worden sei und bisher noch nicht die Zeit gefunden habe, die alte Form als Priester wieder zu erlernen.

Bemerkenswert seine Ausführungen zur Aufhebung der Exkommunikation der Bischöfe der Piusbruderschaft, für deren Billigung er im Frühjahr heftig kritisiert worden war. Ein paar dumme Äußerungen eines Bischofs, so sinngemäß der künftige Weihbischof, seien in ein paar Jahren vergessen, ein Schisma, wenn es nicht rechtzeitig abgewendet werde, sei noch in Jahrhunderten eine Wunde am Leib der Kirche.

Fortbestand und Legitimität des Missale Romanum von 1962

13. 12. 2009

Dr. Gero Weishaupt

Bei der Veröffentlichung von Summorum Pontificum vor zwei Jahren hat Papst benedikt XVI. erklärt, daß das Missale von Papst Johannes XXIII. niemals formell „abgeschafft“ worden sei - und damit viel Widerspruch gefunden. Der Kirchenrechtler Dr. Gero Weishaupt stellt uns aus seinem demnächst eerscheinenden umfangreichen Kommentar zum Motu Proprio schon einmal das Kapitel zur Verfügung, in dem er diese Frage untersucht und zu folgendem Ergebnis kommt:

Zitat: Mit seinem Motu Proprio Summorum Pontificum erinnert Benedikt XVI. darum nicht nur an die faktisch immer bestehende Koexistenz beider Formen des Römischen Ritus in der Kirche, sondern stellt die Legitimität der überlieferten Form auch in der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil heraus.

Hier der komplette Text.

Bilder aus SS. Trintá dei Pellegrini

11.12. 2009

Zum Fest der unbefleckten Empfängnis am letzten Dienstag hat Kardinal Franc Rodé ein levitiertes Hochamt in der römischen Pfarrkirche der FSSP SS. Trinitá dei Pellegriniin gefeiert. John Sonnen hat gestern und heute einige Bilder veröffentlicht. Hier geht es zum Orbis Catholicus secundus.

Bischof Rifan bei der Weihe

Priesterweihe in Campos, Brasilien

9.12. 2009

Am vergangenen Sonntag, dem 6. Dezember, hat Bischof Fernando Areas Rifan, Apostolischer Administrator der Administratur des hl. Johannes Maria Vianney in Campos, zwei Diakone aus seinem dem alten Ritus verpflichteten „Ordinariat“ zu Priestern geweiht. Die Gewänder waren violett, auch wenn sie auf dem Bild fast schwarz erscheinen. Man beachte die frisch geschnittene Tonsur des Neupriesters.

Einen ausführlichen Bildbericht bringt das in portugiesischer Sprache herausgegebene Blog ...et nubes pluant justum....

Erzbischof Burke bei der Weihe

Franziskaner der Immakulata weihen
acht Diakone

8. 12. 2009

Bereits am 23. November hat Erzbischof Raymond Leo Burke, Präsident der Päpstlichen Signatura, acht Subdiakonen der Franziskaner der Immakulata die Diakonenweihe erteilt. Wie Rinascimento Sacro heute mitteilt, fand die Weihe in Florenz statt - nahe dem Hauptsitz der Gemeinschaft. Bei RS gibt es auch eine großartige Bilderschau von diesem Ereignis, bei dem erneut Erzbischof Burke als eine Art Protector der Ecclesia-Dei-Gemeinschaften hervorgetreten ist.

Firmung am 6. Dezember

Hochbetrieb in der römischen Pfarrkirche der FSSP

7. 12. 2009

Am gestrigen Sonntag hat der frühere Präsident der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, Dario Cardinal Castrillón Hojos, in der römischen Kirche SS. Trinità dei Pellegrini mehreren Erwachsenen das Sakrament der Firmung gespendet. Mehr Bilder bei Orbis Catholicus. Und morgen, am 8. Dezember dem Fest der unbefleckten Empfängnis Mariens, wird nach Mitteilung von Messa in Latino Kurienkardinal Franc Rodé, der Präfekt der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens, dort ebenfalls ein Pontifikalamt feiern.

"Ensemble für einen Priester und zwei Helferinnen", 3.Preis beim Wettbewerb "LiturgieGewänder" des Deutschen Liturgischen Instituts 2004

Deutsche Liturgiewissenschaft, kopflos

4. 12. 2009

Der 40. Jahrestag der Einführung des Missales Pauls VI. ist vorübergegangen, ohne daß der offizielle Katholizismus in Deutschland davon besonderes Kenntnis genommen hätte. Wahrscheinlich erinnert man sich nicht gerne daran, daß die neue Liturgie erst seit gerade einmal 40 Jahren in großen Teilen der Kirche die Sonntage bestimmt – ein kurzer Moment im langen Leben der Kirche, viel zu kurz, um Teil der Tradition zu werden. Noch viel weniger gern würde man sich dem Vergleich der tristen Gegenwart mit den großen Erwartungen von damals stellen: Keine der Hoffnungen, die auf die Neuerungen gesetzt wurden, haben sich erfüllt.

Als offiziös mag man das Interview wahrnehmen, das KNA aus Anlaß des Jahrestages mit dem Leiter des Deutschen Liturgischen Instituts in Trier, Prälat Eberhard Amon, geführt hat. Ein erschütterndes Zeugnis der Hermeneutik des Bruches, wenn man dort liest:

Zitat: Nach dem alten Verständnis war Liturgie allein das Tun des Menschen vor Gott; der Kult und die Verherrlichung Gottes standen im Mittelpunkt. Das Konzil stellte fest, dass vor allem das Handeln Gottes am Menschen in der Liturgie zum Ausdruck kommen muss. Sie soll Christus in der Mitte der Gemeinde hervortreten lassen und nicht in die Ferne rücken.

Als ob nicht die Erlangung der Gnaden, die Gott beim Opfer auf Golgatha und erneut bei jeder Vergegenwärtigung dieses Opfers über die erlösungsbedürftige Menschheit ausgießt, auch vor und nach Trient das große Thema der Theologie des Messopfers gewesen wäre.

Wir hatten uns vorgenommen, uns ausführlicher mit den Ideen des obersten Verwalters der deutschen Liturgie-Bürokratie auseinanderzusetzen. Diese Mühe hat uns dankenswerterweise P. Engelbert Recktenwald von der Petrusbruderschaft zu einem sehr großen Teil abgenommen - und zwar kenntnisreicher, gemäßigter und damit hoffentlich auch überzeugender, als wir das gekonnt hätten. Nachzulesen bei kath.net.

Bischof Kozon von Kopenhagen

Schritt für Schritt

3.12. 2009

Am Sonntag den 10. Januar wird Bischof Czeslaw Kozon von Kopenhagen in seiner Kathedralkirche zum Fest der heiligen Familie ein feierliches Pontifikalamt im gregorianischen Ritus zelebrieren. Das ist das erste Pontifikalamt in der alten Liturgie seit vier Jahrzehnten für ganz Skandinavien - allerdings nicht die erste Gelegenheit, zu der Bischof Kozon zeigt, wie ernst es ihm mit der Aufnahme des von Papst Benedikt durch Summorum Pontificum gegebenen Anstoß ist: Bereits am 2. August dieses Jahres hatte Bischof Kozon in seiner Bischofskirche ein gesungenes Amt im alten Ritus gefeiert. Ein Video-Zusammenschnitt davon ist bei der spanischen Filiale von Gloria-TV zu sehen.

Ein gesungenes Amt eines Bischofs ist zwar nach den alten Rubriken nicht vorgesehen, nach geltendem Recht aber durchaus möglich und von der Zelebrationsweise her unproblematisch: Der Bischof folgt den Rubriken für Priester und wird zusätzlich von einem Zeremoniar unterstützt. Als erster öffentlicher Schritt zu dem komplizierteren "Pontifikalamt vom Throne" eine gute Lösung und zur Nachahmung in südlicheren Regionen empfohlen.

P. Pierre Blet S.J.†

P. Pierre Blet R.I.P.

2. 12. 2009

Am vergangenen Sonntag, dem 29. 11. ist in Rom Jesuitenpater Pierre Blet im Alter von 91 Jahren verstorben. Der gebürtige Franzose war langjähriger Professor für Kirchengeschichte an den Päpstlichen Hochschulen. Er wandte sich in mehreren Publikationen kentnnisreich gegen die von interessierter Seite betriebene Verzerrung des Bildes von Papst Pius XII. P. Blet feierte täglich die hl. Messe im alten Ritus.

Der Herr gewähre ihm die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihm.

Bischof Henry von Calgary

Am Ende der Kollegialität

2. 12. 2009

Rorate Cæli veröffentlichte gestern einen Mailwechsel zwischen dem Bischof von Calgary in Alberta, Kanada und einem Mitglied der von der Petrusbruderschaft betreuten Antonius-Gemeinde, die sich dem alten Ritus verpflichtet sieht. Der Bischof hatte angeordnet, wegen der angeblich in Pandemie auftretenden „Schweinegrippe“ die hl. Kommunion ausschließlich auf die Hand zu spenden. Als der Priester von St. Antonius erklärte, dieser Anordnung nicht nachkommen zu können, verbot Bischof Henry kurzerhand die Feier der hl. Messe, bis die staatliche Gesundheitsbehörde den „Pandemiealarm“ aufheben würde. Dazu schrieb er u.a.:

Zitat: die Sakramente und Sakramentalien wurden von Christus der Kirche anvertraut, die nun für ihre korrekte Feier verantwortlich ist. Der Bischof ist der Oberliturge in seiner Diözese. Im Fall einer Pandemie sind wir verpflichtet, die Möglichkeit zur Übertragung des Virus nach Möglichkeit einzuschränken um die gläubigen und damit den Leib Christi zu schützen. Die gegenwärtigen liturgischen Restriktionen haben genau dieses Ziel. Das mag für einige ein Problem sein, aber wir müssen daran erinnern, daß katholische Spiritualität keine Sache des Individuums, sondern von Grund auf gemeinschaftlich ist. Aus Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern haben wir angeordnet, daß persönliche Vorlieben beim Empfang der Eucharistie für begrenzte Zeit zurückzustehen haben."

Lesbare Version und Kurzbericht bei exsultet.net.

Das Mitglied der Gemeinde für den alten Ritus machte den Bischof daraufhin auf das Schreiben der Gottesdienstkongregation vom vergangenen Sommer aufmerksam, in dem ausdrücklich festgestellt wurde, daß die Abwehr des „Schweinegrippe“-Virus nicht das Recht gebe, die Mundkommunion zu versagen. Die Antwort des Bischofs war kurz, grob und eines Fürstbischofs finsterster vorkonziliarer Zeiten würdig:

Zitat: Die Entscheidung der Kongregation ist mir wohlbekannt, aber das ist offen gesagt nicht deren Angelegenheit - es ist meine Sache.

Bild: Osservatore Romano

Gemeinsam dem Herrn zugewandt

1. 12. 2009

Mit den Angehörigen der internationalen Theologenkommission, die sich derzeit zu ihrer Jahresversammlung in Rom aufhalten, hat Papst Benedikt XVI. heute in der „Capella Paolina“ des vatikanischen Palastes ein Pontifikalamt gefeiert. Die Capella Paolina war erst im Juli dieses Jahres nach langjährigen Restaurierungsarbeiten wiedereröffnet worden. Dabei war der zwischenzeitlich entfernte alte Hochaltar wieder hergestellt worden - allerdings in einem gewissen Abstand von der Predella, so daß er umschreitbar ist und man dort auch „ad populum“ zelebrieren kann.

Von dieser Möglichkeit hat der Papst allerdings heute keinen Gebrauch genmacht, sondern zwar nach dem Novus Ordo, aber in traditioneller Zelebrationsrichtung „ad Orientem“ zelebriert. Unseres Wissens nach zum ersten Mal an einem Ort, der das nach den baulichen Gegebenheiten nicht unumgänglich macht wie der Hochaltar der Sixtinischen Kapelle.

Papst Benedikt folgt damit exakt der Instruktion Inter Oecumenici von 1964. Sie gibt vor: Der Altar soll nach Möglichkeit getrennt von der Wand stehen, so dass er umschritten werden kann. Die Zelebration zum Volk hin konnte eine Folge sein, bezweckt war sie dem Wortlaut des Textes nach jedoch nicht. Die bis in die Gegenwart andauernden Zerstörungen historischer Kirchenräume (etwa Freiburg 2006) beruhen auf persönlichen Geschmacksentscheidungen, die sich mißbräuchlich auf angebliche Vorgaben „der Liturgiereform“ oder „des Konzils“ berufen.

Der Mann des Jahres

40 Jahre Novus Ordo

29.11. 2009

Am 1. Adventssonntag 1969 – das war in diesem Jahr der 30. November – trat die am 3. April 1969 veröffentlichte Apostolische Konstitution „Missale Romanum“ mit der Anordnung der neuen Liturgie in Kraft. Dieses Dokument – ein Gesetzeswerk höchsten Ranges zum Wichtigsten, was die Kirche zu regeln und zu ordnen hat – überrascht immer wieder durch seine Kürze und die geringe Präzision seiner Ausführungen. Obwohl die angeordnete Reform - wie der Papst selbst in seinen hier zitierten Reden feststellte - tief in die bisherige Ordnung der Liturgie eingriff und auch weit über die Vorgaben des Konzils hinausging, wird die neue Ordnung in der ÜPromulgations-Konstitution eher beiläufig in die Tradition der Kirche und den Auftrag des Konzils eingeordnet.

Gerade einmal sechs kurze Absätze reichen dem Papst aus, um die Grundzüge der neuen Ordnung zu beschreiben. Schwierigkeiten und Widersprüche, wie die Vielfalt der Umsetzungsoptionen oder die unterschiedliche Fassung einiger Texte im Graduale und im Missale werden zwar eingeräumt, aber nicht im geringsten problematisiert. Bemerkenswertes Detail am Rande: Die offizielle deutsche Übersetzung gibt auch hier das "pro multis" der neu-redigierten Wandlungsworte mit "für alle" wieder. Man übersetzt nicht das, was da steht, sondern das, was man gerne lesen möchte.

Hier der vollständige Text der Konstitution

Die Una Voce Korrespondenz wird eingestellt

27. 11. 2009

Das ist eine schlechte Nachricht. Die UVK war, auch wenn und vielleicht gerade weil sie an Tempo mit dem Internet nicht mithalten konnte, ein ruhender Pol und ein orientierendes Zentrum für alle, die sich der überlieferten Liturgie und Lehre der Kirche verpflichtet fühlen. Fast 30 Jahre lang hat Schriftleiter Dr. Rudolf Kaschewsky für diese Publikation gearbeitet und ihr hohes Niveau garantiert; jetzt hat er bekanntgegeben, daß die soeben erschienene 4. Nummer 2009 wohl die letzte sein wird. Der zeitliche und kräftemäßige Aufwand der Redaktion übersteigt seine Möglichkeiten. Und wohl nicht nur seine: Weit und breit ist heute niemand zu sehen, der die Arbeit fortführen könnte.

Diese unerfreuliche Entwicklung ist nicht nur Anlaß zum Dank an den langjährigen Schriftleiter, der uns über einen Meter hochwertig gefülltes Bücherregal hinterläß, dessen Inhalt auch zukünftig noch gefragt sein wird. Sie gibt auch Anlaß dazu, darüber nachzudenken, ob es nicht doch möglich sein könnte, die vielfältigen Initiativen und Einzelaktivitäten, die der katholischen Tradition in Deutschland so ein erfreulich vielfarbiges Aussehen geben, nicht doch etwas näher zusammenrücken, Aufgaben besser verteilen und Ziele koordinierter ansteuern könnten.

Papst Paul VI. nach seiner Krönung

Ab jetzt wird alles anders

26. 11. 2009

In seiner ersten Audienzrede zur Einführung des Neuen Ordo am 19. 11. hatte Papst Paul VI. die Gedanken der Kontinuität mit der Tradition und der Wesensidentität der reformierten Messe mit dem Messopfer aller Zeiten in den Vordergrund gestellt. Die zweite Rede vom 26. liest sich aus heutiger Sicht so, als ob das dem Papst oder eher wohl seinen Beratern als ein Zuviel an Tradition und ein Zuwenig an Bruch mit einer als verfehlt zu betrachtenden Vergangenheit erschienen wäre: Die zweite Rede wurde nachgerade zu einem Manifest des Bruches mit der Tradition, der jeder Anspruch auf Unantastbarkeit und Stabilität ausdrücklich aberkannt wurde.

Mit der faktischen Abschaffung der lateinischen Liturgiesprache und des gregorianischen Chorals wurde sie auch zu einem Manifest des „Geistes des Konzils“, der um in wolkigen Worten beschriebenen höherer Ziele willen die klaren Aussagen der Konzilsdokumente überschreitet, sinnwidrig auslegt und auch missachtet.

Hier unsere Übersetzung, wiederum mit einem kurzen Kommentar.

Cardinal Barbarin von Lyon

Weiteres „bi-rituelles“ Priesterseminar für Frankreich

25. 11. 2009

Eine höchst erfreuliche Nachricht erreicht uns über Paixliturgique aus Frankreich: Der Erzbischof von Lyon, Philippe Cardinal Barbarin, ließ auf einer Konferenz in Versailles ankündigen, mit dem kommenden akademischen Jahr in seiner Diözese ein Priesterseminar für die gleichberechtigte Ausbildung in beiden Formen des lateinischen Ritus zu errichten. Damit folgt ein hochrangiges Mitglied des französischen Klerus - der Erzbischof von Lyon führt den Titel eines „Primas von Gallien“ - dem Vorbild von Bischof Dominique Rey aus der kleinen Diözese Frejus-Toulon, der als erster ein Seminar für die Ausbildung in beiden Formen des Lateinischen Ritus gegründet hatte - an dem inzwischen mit 80 jungen Männern mehr als ein Zehntel der gegenwärtigen Seminaristen Frankreichs studieren.

Einen ausführlicheren Kommentar samt weiteren Hintergrundinformationen bringt Messainlatino.

Eine Klarstellung

24. 11. 2009

In Irland hat sich ein Vater, der mit seiner Familie die hl. Messe im alten Ritus besucht, aus Anlaß der bevorstehenden Erstkommunion seines Sohnes an die Bischofskonferenz gewandt und um eine Klarstellung für die Religionslehrer gebeten. Tatsächlich hat die Bischofskonferenz nach einigem Hin und Her eine solche Klarstellung zu den äußeren Formen der Kommunionspendung herausgegeben:

Zitat:Kinder, die an der außerordentliche Form der Messe teilnehmen, empfangen die Kommunion auf eine andere Art und Weise als ihre Klassenkameraden, die an der gewöhnlichen Form der Messe teilnehmen.

In der Messe in der außerordentlichen Form, wird die heilige Kommunion kniend und auf die Zunge empfangen. Der Empfang in die Hand oder im Stehen ist normalerweise nicht erlaubt.

Die Kommunion wird lediglich unter einer Gestalt empfangen, um die Lehre der Kirche zu unterstreichen, dass der ganze Christus unter der Gestalt von Brot oder Wein empfangen wird.

Normalerweise wird sich das Kind dem Altar mit gefalteten Händen nähern und wird an die Kommunionbank knien (wenngleich Kinder ihre Erstkommunion auch unter dem Gebrauch eines Betstuhls machen können).

Der Priester rezitiert die Formel: “Corpus Domini nostri Jesu Christi custodiat animam tuam in vitam aeternam. Amen.” (Der Leib unseres Herrn Jesus Christus bewahre deine Seele zum ewigen Leben. Amen.) Es ist zu beachten, dass der Priester „Amen“ sagt. Das Kind soll keine Antwort geben.

Das Sakrament der Beichte (oder Versöhnung) wird in Kirchen, in denen die außerordentliche Form zelebriert wird, oftmals vor oder während der Messe angeboten. Die Beichte in der traditionellen Form findet fast ausschließlich im Beichtstuhl statt und nicht „face-to-face“ mit dem Priester.

Für Lehrer, die mehr über die Messe in der außerordentlichen Form erfahren möchten, stehen Details unter http://latinmassireland.org zur Verfügung. Ein Auflistung der Messen in Irland ist ebenfalls abrufbar. Möchte ein Lehrer eine Erstkommunion Klasse in der Erfahrung der Messe in der außerordentlichen Form unterrichten, kann dies im Voraus mit dem Zelebranten vereinbart werden. Des Weiteren sind bei der Latin Mass Society of Ireland erklärende DVDs erhältlich.

Herzlichen Dank an die Bischöfe, die das so schnörkellos und korrekt dargestellt haben - und an den Leser, der es bei Fr. Zuhlsdorf gefunden und uns gleich mit Übersetzung zugeschickt hat.

Papst Paul VI.

Vor 40 Jahren: Papst Paul VI. kündigt den neuen Ordo an

22. 11. 2009

Am 19. November 1969 teilte Papst Paul VI. in der Generalaudienz mit, daß der Neue Ordo für die Lateinische Liturgie am Ersten Adventssonntag - das war in diesem Jahr der 30. November - für die italienischen Diözesen verpflichtend in Kraft gesetzt werde. In 16 knappen Punkten skizzierte der Papst die wesentlichen Motive und Inhalte der Reform und äußerte die Erwartung, daß damit „den Unsicherheiten, den Debatten und den willkürlichen Mißbräuchen“, die die Liturgie ein Jahrzehnt lang geprägt hatten, ein Ende gesetzt würde.

Wir haben die Ansprache übersetzt und kommentiert. In den nächsten Tagen wird eine weitere Ansprache des damaligen Papstes zur Generalaudienz am 26. November folgen.

Msgr Guido Pozzo

Neues zu den Ausführungsbestimmungen

21. 11. 2009

Msgr Guido Pozzo, Sekretär von Ecclesia Dei, hat erneut ein Interview gegeben - diesmal für die französische Zeitschrift L'homme nouveau. Niemand kann erwarten, daß Msgr. Pozzo im dritten Interview dieses Herbstes noch viel Neues mitzuteilen hat - aber einen Punkt haben wir doch mit großem Interesse aufgenommen.

Diesmal haben die Interviewer nämlich die Frage gestellt, die im Interview vom letzten Monat warum auch immer vergessen worden war: „Schon vor Monaten ist ein Dokument mit Ausführungsbestimmungen zu Summorum Pontificum angekündigt worden. Wird es demnächst herauskommen?“ Die Antwort:

Zitat: In Artikel 11 des Motu Proprio heißt es unter anderem, daß „die Kommission die Form, die Pflichten und die Regeln haben wird, die der Papst ihr zu geben wünscht“. Eine Erläuterung dazu sollte zu gegebener Zeit herauskommen, um Näheres bezüglich der Kompetenzen der Kommission und der Anwendung der gesetzlichen Vorgaben (des Motu Proprio) zu bestimmen. Dieses Projekt befindet sich in Erarbeitung."

Viel ist das nicht, aber immerhin müssen wir wohl doch noch nicht die Hoffnung aufgeben, daß dieses klärende Dokument überhaupt eines Tages das Licht des Tages erblicken wird. Eine schwere Geburt.

Bischof Trautman von Erie

US-Bischöfe auf dem Weg zur Resakralisierung?

18. 11. 2009

Auf der gegenwärtig stattfindenden Herbstsitzung der amerikanischen Bischöfe ging es - wieder einmal - um das leidige Thema der englischen Übersetzungen der liturgischen Texte. Seit über 10 Jahren wird um eine Verbesserung der nach der Reform von 1969 in kürzester Zeit auf der Grundlage der damaligen Vorstellungen sehr umgangssprachlich und betont unfeierlich gefassten Übersetzungen gerungen. Seit Jahren liegt eine deutlich verbesserte (Stilrichtung ähnlich dem "Schott-Deutsch") Übersetzung vor, Rom hat sie bereits genehmigt, die anderen englischsprachigen Länder haben zugestimmt. Nur eine Gruppe US-Bischöfe unter Führung von Bischof Donald Trautman - Liturgiker der Bugnini-Tradition - leistete immer noch erbitterten Widerstand und verstand es, eine Zustimmung der Bischofskonferenz zu dieser Version immer wieder zu verhindern.

Obwohl die Gottesdienstkongregation angekündigt hatte, im Fall weiterer Verzögerungen die Übernahme der neuen Übersetzung aus eigener Autorität anzuordnen, hat Bischof Trautman seine Obstruktionspolitik auch auf der aktuellen Sitzung mit allen denkbaren Geschäftsordnungstricks weitergeführt. Dabei hat er allerdings gestern zwei unerwartet klare Abstimmungsniederlagen einstecken müssen: ein Antrag in der Sache wurde mit 166 zu 46, einer zur Verfahrensordnung sogar mit 194 zu 20 Stimmen zurückgewiesen.

Wenn nicht noch Unerwartetes dazwischen kommt, wird die neue Übersetzung also demnächst mit Zustimmung der US-Bischofskonferenz in Kraft treten können. Sie enthält auch wertvolle Anregungen für die neue deutsche Übersetzung, die ebenfalls von interessierter Seite seit Jahren verzögert wird.

Standbild aus einem der Filme

Ecclesia Dei-DVD
auf Youtube

16. 11. 2009

Im vergangenen sommer hat Ecclesia Dei - durchaus zur Überraschung vieler Freunde der alten Liturgie - eine sehr gut produzierte und ausgestattete Lehr-DVD zum alten Ritus herausgebracht. Nun sind vor wenigen Tagen wesentliche Teile davon auch bei Youtube eingestellt worden, wo sie inzwischen an die 5000 mal aufgerufen worden sind. Wer also wissen will, wie die Römer es machen, wird hier aus erster Hand informiert. Die bisher veröffentlichten fünf Teile sind zwischen 6 und 10 Minuten lang und decken eine stille hl. Messe vollständig ab.

Hier die Links:

Teil 1   Teil 2   Teil 3   Teil 4   Teil 5

Prof. Robert Spaemann

„Diesen Kanon fasse ich noch nicht einmal mit der Beißzange an“

14.11. 2009

Auf Gloria-TV gibt es seit einigen Tagen ein langes (30 Min.) Interview mit dem Philosophen Robert Spaemann zur Alten Messe. Ein Abschnitt daraus:

Zitat:Mit Recht verlangt die Kirche von der Piusbruderschaft, und das wird noch ein großes Problem geben, die Anerkennung der neuen Messe, und zwar nicht nur verbal, sondern auch in dem Sinne, daß den Gläubigen nicht mehr gesagt wird, sie sollten lieber zuhause bleiben, als sonntags in die neue Messe zu gehen – das muß sich ändern.

Aber, wenn ich umgekehrt nun höre, daß ein Herr vor ein paar Tage, vielleicht die wichtigste Priesterpersönlichkeit hier in Stuttgart, gefragt, ob er nicht auch einmal den ersten, den römischen Kanon benutzen will, und der antwortet: Diesen Kanon fasse ich noch nicht einmal mit der Beißzange an, dann ist das eine solche Beleidigung unserer Väter und Mütter, die mit dieser Messe gelebt haben, und der Kette von Heiligen, die diese Messe gefeiert haben, daß ich sagen muß, also das kann es nicht sein, und vor allen Dingen, das hat keine Zukunft.

Das vierte Gebot sagt „Ehre Vater und Mutter, damit du lange lebst in dem Lande, das Gott Dir geben wird." Diese Art Abbruch der überlieferten Frömmigkeit kann ohne einen Schaden für den Glauben nicht bestehen."

Hier geht es zum kompletten Interview - die halbe Stunde lohnt sich.

"Tridentinisches"
aus St. Peter

13. 11. 2009

Kaum sind die schönen Bilder vom Pontifikalamt Erzbischof Burkes in der Peterskirche aus unserem Blickfeld gescrollt, kommt über Una Voce Frankreich die Mitteilung, daß dort eine weitere Feier im Ritus des hl. Papstes Gregor ansteht: Am morgigen Samstag wird Msgr Pablo Colino, der frühere Leiter des Chors der sixtinischen Kapelle, aus Anlaß der Generalversammlung der internationalen Una-Voce-Föderation in der Josefskapelle (linkes Seitenschiff)ein Levitenamt im alten Ritus zelebrieren.

Fast möchte man meinen, der alte Ritus rückt schrittweise näher an den Papstaltar heran.

Noch spektakulärer scheint eine Information aus dem Zusammenhang der Gespräche zwischen Piusbruderschaft und Kurie, die uns über kathnews.de erreicht hat:Die Delegation der Bruderschaft war für die Gespräche im „Domus Sactæ Marthæ“ untergebracht, die dort bereitstehenden Altäre waren jedoch an den fraglichen Tagen bereits ausgebucht, so daß die Piusbrüder in der benachbarten Peterskirche zelebrieren mußten bzw. durften. Vermutlich in der Krypta, in der zahllose Altäre für die Betreuung von Pilgergruppen bereitstehen - aber sicher nicht ohne allerhöchste Zustimmung.

"Anglican Use"-Kirche Our Lady of the Atonement

Schätze der Tradition -
Und wie man sie nutzen kann

10. 11. 2009

Mit der apostolischen Konstitution „Anglicanorum Coetibus“ hat Papst Benedikt jetzt den Anglikanern, die das wollen, den Weg zur Einheit mit dem Stuhl Petri freigemacht, ohne von ihnen die Aufgabe der Traditionen zu verlangen, die ihnen zu Recht lieb und teuer sind – und ohne andererseits Tradition und Disziplin der Kirche zu beeinträchtigen oder aufzuweichen. Gerade hinsichtlich des Zölibats waren da zahlreiche Hoffnungen oder auch Befürchtungen geäußert worden. Sie erweisen sich nun beide als unberechtigt: Die Zölibatsregel bleibt in der römischen Kirche, deren Teil die Anglikanischen Ordinariate sein werden, voll erhalten – aber wie auch bisher schon sind Ausnahmen möglich, um bereits Verheirateten die Zulassung zur Priesterweihe zu ermöglichen.

Verheiratete Priester können zwar Ordinarius, aber nicht Bischöfe werden. Dabei machen der Papst und seine Ratgeber einen tiefen Griff in die Schatzkiste der Tradition. Ordinarien, die nicht Bischöfe sind – also in der Regel verheiratete frühere Bischöfe und Erzbischöfe bei den Anglikanern – werden auch den Bischofs- und Ordinarienkonferenzen angehören und erhalten das Recht zum Tragen von Stab und Mitra. So, wie die Menschen nun mal sind, sind solche äußeren Zeichen für viele wichtig. Die Kirche hat daher schon früher oft Personen in hervorgehobener Position, die keine Bischöfe waren, mit Stab und Mitra ausgezeichnet – für Äbte gilt die Regel heute noch. Sie wird nun in einer Form erweitert oder wiederaufgenommen, die an frühere Epochen der Kirchengeschichte erinnert. Ein Ordinarius „regiert“ also die zukünftigen praktisch den Diözesen gleichgestellten Ordinariate, und wo dieser Ordinarius nicht selbst Bischof ist, übernehmen Weihbischöfe die bischöflichen Funktionen.

Hoch interessant sind auch die Regelungen der Konstitution zur Liturgie:

Zitat: Ohne die liturgischen Zelebrationen gemäß dem Römischen Ritus auszuschließen, hat das Ordinariat die Befugnis zur Zelebration der Eucharistie, der anderen Sakramente, der Stundenliturgie und der anderen liturgischen Handlungen gemäß den eigenen liturgischen Büchern aus der anglikanischen Tradition, welche vom Heiligen Stuhl approbiert wurden“

heißt es in Abschnitt III. Damit ist klar, daß die Ordinariate einerseits ihre traditionellen Liturgien, soweit approbiert, pflegen können – welche das sein werden, wird noch zu erarbeiten sein. Dann ist aber auch die Zelebration nach dem römischen Ritus nicht ausgeschlossen. Das kommt zum einen den besonders in England zahlreichen anglikanischen Gemeinden entgegen, die bisher schon praktisch nach dem Novus Ordo zelebriert haben. Es ermöglicht aber auch – schließlich hat der römische Ritus offiziell zwei Formen – die generelle Verwendung der Liturgie nach den Büchern von 1962. Das kommt den hochkirchlichen Gemeinden entgegen, die sich bis jetzt an verschiedenen Stadien der tridentinischen Tradition orientiert haben.

Das Signal ist unübersehbar: Liturgische Unterschiede bei sonst gleichem Bekenntnis nach dem Katechismus begründen keine kirchentrennenden Differenzen. Das Zeitalter liturgischer Uniformität und Vereinheitlichung, das seit etwa 200 Jahren andauert, geht zu Ende.

Mit voller Fahrt in den Abgrund?

8. 11. 2009. 2009

Unsere Kenntnisse über die Situation in Frankreich sind nicht so gut, daß wir überprüfen könnten, wieweit die Aussagen dieses Artikels aus "Paix Liturgique" zutreffend sind oder nicht. Aber wenn auch nur die Hälfte davon stimmen sollte - und vieles klingt ähnlich wie das, was wir auch hierzulande beobachten - zeichnen sie ein Bild, das zutiefst erschrecken läßt. Einmal wegen des absehbaren Zusammenbruchs der Seelsorge, wie wir sie kennen und wie die Gläubigen sie auch erwarten und verlangen können. Und dann wegen der ideologischen Verbortheit von Bischöfen, die lieber alles in Scherben fallen lassen, als zuzugeben: Wir haben uns geirrt.

Hier unsere Übersetzung:

Zitat: Frankreichs Bischöfe: Ihre Diözesen sterben - aber das 'traditionsorientierte Potential' nehmen sie nicht zur Kenntnis

Die Bischöfe Frankreichs standen bei ihrem Zusamentreffen in Lourdes letzte Woche unter beträchtlichem psychologischem Druck. Auch wenn das nicht ausdrücklich auf ihrer Tagesordnung stand, mußten sie doch ständig an ein Thema denken, das auch die Medien ihnen unentwegt vor Augen hielten: Die Weiterexistenz der französischen Diözesen ist aus Mangel an Priestern aufs höchste gefährdet. In der Ausgabe von La Croix vom 5 November verlor der Präsident der Bischofskonferenz Erzbischof Vingt-Trois seine sprichwörtliche Contenance und attackierte, zwar ohne den Namen zu nennen aber doch leicht erkennbar, seinen Mitbruder Dominique Rey, den Bischof von Frejus-Toulon: „Da gibt es einen Bischof, der glaubt an die neuen Gemeinschaften: Er läutet seine Glocken, ruft sechs neue Gemeinschaften in seine Diözese und denkt, damit wäre alles geregelt. Für‘s erste mag das helfen – aber was wird später?“ Dabei bezieht er sich auf einen bestimmten Zug der Pastoralstrategie von Msgr Rey, nämlich dessen Offenheit für die neuen Gemeinschaften, aber er vermeidet es, davon zu sprechen, was er seinem Mitbruder in erster Linie zum Vorwurf macht: Nämlich die Offenheit gegenüber den Priestern, die nach der außerordentlichen Form oder in beiden Formen zelebrieren, in einem Wort: Seine Umsetzung des Motu Proprio Summorum Pontificum. Dieses Thema ist auf der Bischofskonferenz mit einem starken Tabu belegt.

Der Zusammenbruch ist absehbar

  1. Die Zahl der aktiven Priester in den Französischen Diözesen liegt unter 9000. In einer beträchtlichen Zahl von Diözesen (Digne mit 25 Priestern, Nevers mit 38, Auch, Saint-Claude, Gap, digne, Viviviers, Verdun, Pamiers, langres usw) wird die Zahl der aktiven in zehn Jahren auf höchstens 10 abgesunken sein. In der Diözese Langres von Bischof Gueneley, der am weitesten links stehenden französischen Diözese, findet man nur einen Priester für 60 Sprengel.
  2. Die Zahl der Seminaristen ist jetzt unter 750 gefallen – 2008 waren es 740, und darunter waren etwa hundert, die zu außerdiözesanen Gemeinschaften gehörten. Pamiers, Belfort, Agen, Perpignan und andere haben überhaupt keine Seminaristen.
  3. Die Zahl der Priesterweihen bleibt auf Dauer unter der Grenze von 100 im Jahr. 2009 waren es 90; Paris, die eine der bessergestellten ist, hatte 10, 2 davon für die Gemeinschaft „Emanuel“. Für 2010 werden 7 Weihen erwartet, für 2011 ganze 4.
  4. Für den Jahrgang 2009 wurden ganze 120 Neueintritte bekanntgegeben.

Die Konsequenzen sind dramatisch: Ein Drittel der französischen Diözesen wird zwangsläufig in 15 Jahren durch Zusammenlegungen verschwunden sein.

Und dennoch ist die Mehrheit der Bischöfe, Vorsitzender Vingt-Trois, vorneweg, guten Mutes: Die Kirche bleibt trotz allem sichtbar, sie bleibt trotz des entgegengesetzten Anscheins lebendig. Der Vorsitzende Vingt-Trois hat in einem Interview mit Radio Notre Dame vom 5. November ein wunderbares Beispiel dieser Art von „Sichtbarkeit“ vorgestellt: In einer Pfarrei, die keinen Priester hat, haben sich die Laien in einem Saal der Gemeinde versammelt, um den Rosenkranz zu beten. Sie sind sogar auf die Idee gekommen, die Kirche instand zu setzen, um dort den Rosenkranz zu beten – also, nichts ist verloren, die Kirche lebt...

Ein nutzbares Potential

Die Nutzung des Potentials der Traditionalisten würde sicher die Probleme der französischen Diözesen nicht mit einem Schlag beseitigen, aber sie könnte ihnen ein wenig Sauerstoff zuführen, und sie würde vor allem das ideologische Klima völlig verändern. Und genau deshalb bleibt dieses Thema offiziell auf der Bischofskonferenz ein absolutes Tabu. Zumindest für heute.

Denn es wird immer schwieriger, den traditionalistischen Bereich (die Ordensgemeinschaften nicht mitgerechnet) zu ignorieren.

  1. 3% der aktiven Priester gehören offiziell zu traditionsorientierten Gruppen – dabei sind die Diözesanpriester, die ebenfalls die alte Liturgie pflegen, nicht mitgerechnet. Von diesen 260 Priestern gehören etwa 140 zur FSSPX und ihrem Umfeld, 120 zu den Ecclesia-Dei-Gemeinschaften.
  2. Mehr als 14% der Neuweihen werden für den alten Ritus vorgenommen (s. Paix Liturgique, Nr. 182, 22. Jun. 2009) ; im Jahr 2009 sind 15 französische Priester für die außerordentliche Form des römischen Ritus geweiht worden, darunter 6 von der FSSPX.
  3. Mehr als 20% der Seminaristen haben sich für den alten Ritus entschieden. Das waren 2008/2009 etwa 160 für die außerordentliche Form, darunter etwa 40 für die FSSPX. (Paix Liturgique Nr. 176 April 2008) Wenn diese Entwicklung sich so wie in den vergangenen Jahren fortsetzt, dann bereiten sich in etwa 2 Jahren ein Viertel aller französischen Seminaristen auf die außerordentliche Form vor. Und es gilt als sicher, daß die Zahl dieser Seminaristen noch einmal enorm zunehmen würde, wenn die traditionsorientierten Priester eine gesicherte Aussicht für einen Normalen Einsatz in der Diözesanseelsorge hätten.
  4. Schließlich sind 25% der Neueintritte für die außerordentliche Form bestimmt (Paix Liturgique, Nr. 199, Oktober 2009). Zu Beginn des Studienjahres 2009 im September gab es 41 Eintritte in traditionsorientierte Seminare, 17 davon allein für die FSSPX.

Die Priester des außerordentlichen Ritus tun Dienst in mehr als 400 Messzentren in ganz Frankreich, 184 davon gehören zur Piusbruderschaft oder damit verbundenen Gemeinschaften. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, daß nach einer bedeutsamen Umfrage von CSA im September 2008 ein Drittel der praktizierenden Katholiken gerne eine alte Messe besuchen würden, wenn sie in ihrer Pfarrei angeboten würde. Es ist sicher keine Übertreibung, anzunehmen, daß wir, wenn man zu den eindeutig traditionell eingestellten Seminaristen noch diejenigen in den diözesanen Seminaren hinzuzählen, die sich für die Tradition interessieren, etwa ein Drittel der Priesteranwärter sich für die alte Form oder einen Biritualismus entscheiden würde, wenn man ihnen das nur gestattete.

Ein Drittel der Gläubigen, ein Drittel der Priester – da scheint es nur vernünftig zu sein, diesen Priestern einen entsprechenden Freiraum zu eröffnen, damit sie den Gottesdienst nach ihrer Vorstellung nicht mehr in irgendwelchen Ghettos, sondern mitten in den Gemeinden feiern können. Und wäre das nicht auch nach dem Geist (und auch dem Buchstaben) von Summorum Pontificum? Dann könnten diese Priester auch die anderen Sakramente spenden und missionarisch oder katechetisch tätig sein.

Aber für die Mehrheit der französischen Bischöfe existiert dieser Teil ihrer Herde, Priester wie Gläubige, die nur in Frieden den Glauben leben wollen, heute gar nicht – es sei denn als lästige Störung, ein Stachel in ihrem Fleisch. Die Diözesen mögen zugrunde gehen – aber die Ideologie lebt fort.

  1. Man bedenke, daß die kleine Diözese Frejus-Toulon 80 Seminaristen hat, die sich entweder für die reguläre oder die außerordentliche Form, oder auch für beide entschieden haben. Das nächstkleinere Seminar Paris, Issy-les-Moulinaux für den Großraum Paris hat bestenfalls 50 Seminaristen.
  2. Man sollte meinen, die Pariser wären die letzten, die ihren Mitbrüdern, die wieder versuchen, auf die Beine zu kommen, Unverschämtheiten entgenhalten könnten wie: „Bischof Centène kann man vergessen. Bischof Aillet hat vielleicht noch drei Jahre. Und wenn wir weitersehen, ist auch die Diözese von Bischof Dominique Rey zum Untergang verurteilt.“ (Paix Liturgique, Nr. 202. November 2009).

Weihezeremonie in Maria-Hilf

Altarweihe nach altem Ritus
in Köln

7. 11. 2009

Zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten wurde nun in Deutschland wieder im Auftrag des Diözesanbischofs eine Altarweihe nach dem alten Ritus vorgenommen: In der Maria-Hilf-Kirche in Köln, die von der Petrusbruderschaft betreut wird, weihte der emeritierte Weihbischof Dr. Klaus Dick den wiederhergestellten Hauptaltar.

Einen kurzen Bericht und einige Bilder, denen in den kommenden Tagen weitere folgen sollen, bringt Martin Bürger auf Exsultet.net.

Im Levitenamt ist das 2. Confiteor auch nach den Rubriken von 1962 zulässig - für die "Normalmesse" ist es abgeschafft.

Confiteor oder nicht?

5. 11. 2009

Unter diesem Titel hat Fr. Sean Finegan von Pastor in Valle bemerkenswerte Gedanken zu der Frage veröffentlicht, ob man bei der Zelebration im Gregorianischen Ritus auch auf ältere Formen des Ritus - also vor den Büchern von 1962 - zurückgreifen könne, solle oder dürfe. Hier der ganze Text in unserer Übersetzung:

Zitat: In der Vergangenheit bin ich gelegentlich in kontroverse Diskussionen über den alten Ritus verwickelt worden, weil ich mich ganz exakt an die Vorgaben von 1962 halte - das erregt bei einigen Anstoß. Meine Haltung wird oft dahingehend mißverstanden, daß ich damit die Veränderungen gutheiße, die der Ritus bis dahin erfahren hatte – und das stünde doch wohl auch im Widerspruch zu meinem großen Interesse für den Ritus von Salesbury.

Der Blogger, der an vielen Orten im Netz als „Rubricarius“ auftritt, unterhält eine sehr gute Seite, die sich kritisch mit den Veränderungen des Ritus in den Jahren vor 1962 befasst, und es wird ihn vielleicht überraschen, wenn ich sage, daß ich weitgehend mit ihm übereinstimme. Ich bin sicher nicht der An sicht, daß die Form der Karwoche, die in den 50er Jahren eingeführt wurde, besser ist als die Form, die vorher gefeiert wurde. Und ich bin mir wirklich nicht sicher, daß Pius X. uns mit seiner Reform des Breviers einen guten Dienst erwiesen hat – obwohl ich durchaus dankbar bin, in der Matutin vom Sonntag keine 18 Psalmen beten zu müssen.

Tatsächlich hat jedes Zeitalter seine Spuren am Ritus hinterlassen. Ich habe einmal ein Missale von 1478 gesehen und da gab es doch recht deutliche Unterschiede zu dem von 1570, nicht im Ordinarium, aber bei den Präfationen und Sequenzen zum Beispiel.

Wo wäre das „goldene Zeitalter“, in das wir zurückkehren könnten? Professor Laszlo Dobszay weist überzeugend darauf hin, daß man den wirklichen römischen Ritus jedenfalls nicht im Missale von Trient findet, das tatsächlich nur eine reduzierte Kurialform dieses Ritus darstellt. Eher findet man ihn in einer Analyse all der anderen Usus der Römischen Ritenfamilie (Sarum, Paris, Freising, Prämonstratenser, Dominikaner usw), die die authentische römische Tradition weitaus besser bewahrt haben.

Das Problem ist, daß jeder schließlich seinen eigenen Ritus entwickeln würde, wenn er sich frei aus der Liturgiegeschichte bedienen würde. Es gibt keine einheitliche Grundlage, auf die sich alle einigen könnten. Außer – hat da nicht jemand gesagt, daß die Kirche will, daß wir die Version der Bücher von 1962 verwenden?

Meine persönliche Wunschliste enthält durchaus Dinge wie die ältere Form der Karwochenliturgie, aber für die gegenwärtige Situation gebe ich mich der Einheit willen gerne mit 1962 zufrieden, und ich wäre froh, wenn andere das auch täten. Wenn sich einmal alles mehr stabilisiert hat und die traditionellen Usus wieder zu einem Element des normalen Gottesdienstes der Kirche geworden sind können wir uns dieser Frage ja erneut zuwenden und sehen, was wiederhergestellt oder verbessert werden kann – aber soweit sind wir noch nicht.

Ich möchte damit niemanden kritisieren, der es anders hält, aber mir wäre daran gelegen, etwas mehr Einheit zu zeigen.

Kurz nach Veröffentlichung dieses Beitrages hat sich der erwähnte „Rubricarius“ mit einer Leserzuschrift zu Wort gemeldet, die wir hier geringfügig gekürzt ebenfalls übersetzt haben.

Gero P. Weishaupt

Auf dem Weg in die Priesterseminare

4. 11. 2009

Der Kanonist und Latinist Dr. Gero P. Weishaupt schickt uns eine interessante Meldung aus den Niederlanden: Im Priesterseminar des Bistums Haarlem-Amsterdam wird es eine Lehrveranstaltung zur praktischen Einübung in die sog. ausserordentl. Form des Römischen Messritus geben - so offiziell auf der Internetseite des Seminars. Einer der Priester des Seminars, Dr. F.J. Bunschoten, so heißt es dort, habe sich in den vergangenen Monaten mit dem tridentinischen Ritus vertraut gemacht und sich die erforderlichen Kenntnisse erworben, um ihn mit den anderen Priestern und den Weihekandidaten einzuüben.

Hw. Weishaupt selbst zelebriert übrigens dreimal wöchentlich die „alte Messe“ im Priesterseminar des Bistums 's-Hertogenbosch. Im Wintersemester des Studienjahres 2010/2011 wird er ein kirchenrechtliches Seminar zum Motu Proprio im Priesterseminar des Bistum Roermond halten.

Die Niederlande, in denen die Zerstörung der Liturgie besonders früh einsetzte und besonders üble Formen annahm, scheinen uns nun auch auf dem Weg zur Genesung einige Schritte voraus zu sein.

PMT auf dem Petersplatz

Una Voce/PMT in Rom

3. 11. 2009

In den letzten Oktobertagen war eine Delegation der internationalen Una-Voce-Vereinigung zu Besuch in Rom. Von der deutschen Seite gehörte Monika Rheinschmitt (Bild) von Pro Missa Tridentina der Delegation an. Die Una-Voce Mitglieder hatten am Mittwoch die Gelegenheit, den Papst zu begrüßen und einige Worte mit ihm zu wechseln. Dabei überreichten sie dem hl. Vater auch eine Dokumentation über die weltweite Umsetzung bzw. Nicht-Umsetzung von Summorum Pontificum in den beiden letzten Jahren sowie die im Frühjahr zur Unterstützung des Papstes gesammelten Unterschriften.

An den anderen Tagen Ihres Besuches hatte die Delegation die Möglichkeit zu Gesprächen in verschiedenen kurialen Einrichtungen, darunter auch der Gottesdienstkongregation, der Kongregation für die Bischöfe und natürlich auch bei Ecclesia Dei. Persönliche Besuche statteten sie den früheren Präsidenten von Ecclesia Dei, den Kardinälen Dario Castrillón Hoyos und Paul Augustin Mayer ab.

Einen ausführlicheren Bericht mit mehreren Bildern bringt die Website der Foederatio Internationalis Una Voce.

Archiv:

Jeweils in den ersten Tagen eines Monats werden die Meldungen des vor-vorhergehenden Monats ins Archiv verschoben. Es ist also immer mindestens ein kompletter Monat auf dieser Eingangsseite verfügbar.

2009

Januar Februar März April MaiJuni Juli August September Oktober November

2008

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember

2007

Juli August September Oktober November Dezember